Im Kino sehen:
The Town (The Town – Stadt ohne Gnade): Ben Afflecks zweiter Film, diesmal auch mit ihm selbst in der Hauptrolle. Er spielt den Kopf einer sehr gewieften Bankräuberbande in Boston, der einer ehemaligen Geisel näher kommt, als er sollte. Konnte ich bereits in einer Preview sehen (Danke an filmstarts.de!) und war sehr zufrieden: Starkes, spannendes Crime-Drama, das mehr auf ruhige Charaktermomente als auf Action setzt. Die wenigen, sehr intensiven Actionszenen sind dann aber genau dosiert und knallen umso mehr.

Auf die DVD warten:
Fish Tank: Mia ist 15, wächst in ziemlich miesen Verhältnissen auf, ist unzufrieden mit ihrem Leben und wütend auf alles um sie herum, als ihre Mutter einen neuen Lover mitbringt. Coming-of-Age-Drama aus England, das dort reihenweise Bestnoten erhalten hat, vor allem für Hauptdarstellerin Katie Jarvis, die selbst aus ähnlichen Verhältnissen stammt wie die Figur, die sie spielt. Kommt auf die DVD-Liste, weil man sowas dringend im O-Ton sehen sollte, aber vermutlich ohne Untertitel zu wenig versteht (heftiger Working-Class-Slang).

Vielleicht mal im Fernsehen:
Guru – Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard: Was der Titel sagt.

Muss nicht sein:
Bis aufs Blut: Was in Fish Tank so gut funktioniert, haut in dieser deutschen Produktion wohl eher nicht hin: eine glaubwürdige Darstellung junger Leute aus einem von Arbeitslosigkeit, Drogen und Gewalt geprägten Milieu. Hier wirkt alles überreizt und übertrieben und mit viel HipHop zwanghaft auf cool getrimmt.

Dinner for Schmucks (Dinner für Spinner): US-Remake einer französischen Komödie, in der reiche Banker ein Dinner veranstalten, zu dem sie ein paar Schwachsinnige einladen, um sich über sie zu amüsieren. Was daran genau jetzt lustig oder unterhaltsam sein soll, konnte mir der Trailer leider so gar nicht vermitteln.

Kinshasa Symphony: Auch so ein Genre, dass sich scheinbar nie erschöpft: Dokus darüber, dass die Welt eine bessere wird, wenn man Behinderte / Kinder / arme Menschen (Unzutreffendes bitte streichen) gemeinsam musizieren / Ballett tanzen / Theater spielen (Unzutreffendes bitte streichen) lässt. Mann, ich bin eindeutig zu zynisch für sowas.

Eat Pray Love: Bestsellerverfilmung, in der sich eine Julia Roberts in der Midlife-Crisis auf einen Selbstfindungstrip nach Italien, Indien und Bali begibt und dort Essen, Beten und Lieben lernt. Igitt.

Milarepa (Milarepa – Der Weg zum Glück): Schon wieder einer dieser kaum noch zählbaren Tibet-Schrägstrich-Buddhismus-Filme, dem ich gerade einen sehr herzhaften Lacher zu verdanken habe: Er wurde nämlich beim “European Spiritual Film Festival” in Paris als “Bester spiritueller Spielfilm” ausgezeichnet. Titanic, bitte übernehmen!

Jud Süß – Film ohne Gewissen: Als wären große, viel zu prominent besetzte Drittes-Reich-Dramen nicht schon schlimm genug, gibt es hier auch noch einen Moritz Bleibtreu als Goebbels im maßlosen Overacting, Geschichtsklitterung (Ferdinand Marian bekommt eine jüdische Frau, die er nie hatte) und Verharmlosung (Mit-Täter werden zu Opfern stilisiert). Mag sein, dass die große Presse-Empörung bei der Berlinale übertrieben war, ich will sowas trotzdem auf keinen Fall sehen.