Trailerschau für Filmstarts vom 23.9.

Im Kino sehen:
The Town (The Town – Stadt ohne Gnade): Ben Afflecks zweiter Film, diesmal auch mit ihm selbst in der Hauptrolle. Er spielt den Kopf einer sehr gewieften Bankräuberbande in Boston, der einer ehemaligen Geisel näher kommt, als er sollte. Konnte ich bereits in einer Preview sehen (Danke an filmstarts.de!) und war sehr zufrieden: Starkes, spannendes Crime-Drama, das mehr auf ruhige Charaktermomente als auf Action setzt. Die wenigen, sehr intensiven Actionszenen sind dann aber genau dosiert und knallen umso mehr.

Auf die DVD warten:
Fish Tank: Mia ist 15, wächst in ziemlich miesen Verhältnissen auf, ist unzufrieden mit ihrem Leben und wütend auf alles um sie herum, als ihre Mutter einen neuen Lover mitbringt. Coming-of-Age-Drama aus England, das dort reihenweise Bestnoten erhalten hat, vor allem für Hauptdarstellerin Katie Jarvis, die selbst aus ähnlichen Verhältnissen stammt wie die Figur, die sie spielt. Kommt auf die DVD-Liste, weil man sowas dringend im O-Ton sehen sollte, aber vermutlich ohne Untertitel zu wenig versteht (heftiger Working-Class-Slang).

Vielleicht mal im Fernsehen:
Guru – Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard: Was der Titel sagt.

Muss nicht sein:
Bis aufs Blut: Was in Fish Tank so gut funktioniert, haut in dieser deutschen Produktion wohl eher nicht hin: eine glaubwürdige Darstellung junger Leute aus einem von Arbeitslosigkeit, Drogen und Gewalt geprägten Milieu. Hier wirkt alles überreizt und übertrieben und mit viel HipHop zwanghaft auf cool getrimmt.

Dinner for Schmucks (Dinner für Spinner): US-Remake einer französischen Komödie, in der reiche Banker ein Dinner veranstalten, zu dem sie ein paar Schwachsinnige einladen, um sich über sie zu amüsieren. Was daran genau jetzt lustig oder unterhaltsam sein soll, konnte mir der Trailer leider so gar nicht vermitteln.

Kinshasa Symphony: Auch so ein Genre, dass sich scheinbar nie erschöpft: Dokus darüber, dass die Welt eine bessere wird, wenn man Behinderte / Kinder / arme Menschen (Unzutreffendes bitte streichen) gemeinsam musizieren / Ballett tanzen / Theater spielen (Unzutreffendes bitte streichen) lässt. Mann, ich bin eindeutig zu zynisch für sowas.

Eat Pray Love: Bestsellerverfilmung, in der sich eine Julia Roberts in der Midlife-Crisis auf einen Selbstfindungstrip nach Italien, Indien und Bali begibt und dort Essen, Beten und Lieben lernt. Igitt.

Milarepa (Milarepa – Der Weg zum Glück): Schon wieder einer dieser kaum noch zählbaren Tibet-Schrägstrich-Buddhismus-Filme, dem ich gerade einen sehr herzhaften Lacher zu verdanken habe: Er wurde nämlich beim „European Spiritual Film Festival“ in Paris als „Bester spiritueller Spielfilm“ ausgezeichnet. Titanic, bitte übernehmen!

Jud Süß – Film ohne Gewissen: Als wären große, viel zu prominent besetzte Drittes-Reich-Dramen nicht schon schlimm genug, gibt es hier auch noch einen Moritz Bleibtreu als Goebbels im maßlosen Overacting, Geschichtsklitterung (Ferdinand Marian bekommt eine jüdische Frau, die er nie hatte) und Verharmlosung (Mit-Täter werden zu Opfern stilisiert). Mag sein, dass die große Presse-Empörung bei der Berlinale übertrieben war, ich will sowas trotzdem auf keinen Fall sehen.

 

3 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 23.9.

  1. Ich war nicht so begeister von The Town, aber ohne große Erwartungen mitzubringen bekommt man was ein durchschnittllicher, solider Genrefilm verspricht.
    Fish Tank wurde bei uns sehr gemocht hinegegen:)

  2. Hab heute Fish Tank im Atlantis in OmU gesehen. Ist ein sehr realistischer Film, die Hauptdarstellerin spielt klasse, aber so richtig Neues bietet der Film nicht, ist aber dennoch sehenswert (im Originalton freilich).

    Zuvor hatte ich mir im City „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ angeschaut. Ich weiß ehrlich nicht, warum so viele Leute ein Problem mit dem Film haben, ich fand ihn eher belanglos. Bleibtreu spielt den Goebbels meines Erachtens richtig gut. Die von die angesprochene Verharmlosung bietet nicht der Film selbst sondern nur dessen Aufnahme durch den Rezipienten und warum man nicht etwas ändern bzw. fiktionalisieren darf, vor allem, wenn man das dann auch noch deutlich und offen sagt (im Abspann) verstehe ich nicht. Seit wann muss sich ein Film im Detail an geschichtliche Ereignisse halten, noch dazu, wenn es darin um zeitlose Themen geht. Na ja, just my two cents, es ist halt immer eine Frage des Geschmacks…

  3. Bei „Jud Süß“ bist du natürlich klar im Vorteil, weil du den Film gesehen hast und ich nicht. Insofern kann ich nicht gut über Pro und Contra diskutieren, sondern nur anhand dessen, was ich über den Film gelesen habe, mein Urteil abgeben, dass ich den Film gar nicht erst sehen möchte.

    Fiktionalisierung an sich ist nichts Schlimmes, kommt mir aber in diesem konkreten Fall einfach nur falsch vor. Aber wie gesagt: Um mehr über den Film zu sagen, müsste ich ihn mir ansehen …

Kommentare sind geschlossen.