Trailerschau für Filmstarts vom 30.9.

Auf die DVD warten:
The Last Exorcism (Der letzte Exorzismus): Blair Witch Project meets The Exorcist – klingt furchtbar, ist aber ein sehr sehenswerter, gut funktionierender Mix aus Satire, Horrorschocker und Mockumentary. Hat mir gut gefallen, wenn man mal vom Ende absieht (Review folgt vermutlich noch in den nächsten Tagen).

Die Entbehrlichen: Ich hab’s ja auch nicht mit deutschen Problemfilmen über Unterschicht-Familien, die von tragischen Selbstmorden erschüttert werden. Aber das hier sieht überraschenderweise richtig gut aus! Hat Humor, wirkt ungekünstelt und ehrlich und scheint gut besetzt zu sein. File under Geheimtipp.

Despicable Me (Ich – Einfach unverbesserlich): Aufstrebender Superschurke muss sich um ein paar kleine Gören kümmern, wobei er vermutlich sein gutes Herz entdeckt. Hiermit steigt auch Universal ins Business der computeranimierten Trickfilme ein. Der Trailer sieht zwar ganz nett aus, aber irgendwas fehlt. Die kleinen gelben Sidekicks scheinen das witzigste zu sein, und am Horizont steht schon der nächste Film, der ein ähnliches Thema hat, aber deutlich interessanter aussieht.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Loong Boonmee raleuk chat (Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben): Der Thailänder Apichatpong Weerasethakul (man darf ihn auch einfach „Joe“ nennen) ist derzeit der absolute Überliebling aller anspruchsvollen Filmkritiker, und wenn die sich alle so einig sind, wird das wohl seine Berechtigung haben. Die Goldene Palme in Cannes, die der Film gewann, sorgt nun dafür, dass auch Nicht-Eingeweihte die Chance haben, sein Werk kennenzulernen. Das ist sehr gut, ich persönlich habe trotz aller Lobeshymnen immer noch nicht herausgefunden, was genau mich an seinen Filmen so brennend interessieren soll. Wer bekehrt mich?

Les aventures extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec (Adèle und das Geheimnis des Pharaos): Luc Besson verfilmt die (sehr empfehlenswerten) Comics von Jacques Tardi. Leider nur passables Mittelmaß, wie man hier lesen kann.

Hochzeitspolka: Christian Ulmen als Deutscher, der Karriere in Polen macht und dort heiratet. Die Hochzeitsfeier könnte schön werden, wenn nicht Ulmens Ex-Kumpels die Party sprengen würden. Lars Jessens neue Komödie scheint irgendwo zwischen wirklich lustig und sehr sehr peinlich hin- und herzuspringen, glaube ich. Wo er letztlich landet? Vielleicht hilft dieser Hinweis: Die Toten Hosen haben für den Film eine polnische Version von „Eisgekühlter Bommerlunder“ eingesungen.

Snowman’s Land: Wenn deutsche Nachwuchsfilmer auch mal sowas wie Fargo drehen wollen … dann wird’s wohl eher „gut gemeint“ als „gut“.

Muss nicht sein:
Das Sandmännchen – Abenteuer im Traumland: Die Ästhetik gefällt mir ja richtig gut, aber hier bin ich sowas von nicht die Zielgruppe … Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass, weil in in Sandmännchens Traumland durchaus auch Albträume existieren, der Film so manch unerfahrenen Nachwuchskinogeher auch ein bisschen erschrecken könnte.

Hot Tub Time Machine (Hot Tub – Der Whirlpool … ist ’ne verdammte Zeitmaschine!): Die Teilnehmer der Konferenz, die diesen deutschen Verleihtitel abgesegnet hat, mögen sich bitte in eine schlecht geheizte Ecke stellen und sich schämen. Mannmannmann. Der Film selbst sieht auch nicht sehr viel witziger aus: Vier Kumpels finden eine Zeitmaschine und reisen in die 80er Jahre. Ob sie dort VHS-Tapes von Back to the Future und Bill & Ted’s Excellent Adventure finden, ist nicht verbürgt.

Veronika Decides to Die (Veronika beschließt zu sterben): Sarah Michelle Gellar in der Verfilmung eines der vielen esoterischen Bestseller von Paulo Coelho. Brrrr.

Shahada: Episodenfilm über Muslime in Deutschland, über den Rainer Gansera in der SZ schreibt, er sei „mit jeder Figur, jedem Schnitt auf politische Korrektheit und Fördergremienkompatibilität hin berechnet“, und zwar „mit heftigem Bekenntnisdrang, im demonstrativen Bekenntnisformat“. Also genau jene Form von Kino, gegen die sich Klaus Lemkes lesenswertes Hamburger Manifest wendet.

 

Ein Gedanke zu „Trailerschau für Filmstarts vom 30.9.

  1. Einfach eintauchen in die Werke von Apichatpong Weerasethakul und geniessen. Ich empfehle die „Tropikal Malady“ , da erschliesst sich dir das unvergleichliche an Stimmung und Atmosphäre.

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