Trailerschau für Filmstarts vom 14.10.

Im Kino sehen:
Lebanon: Klaustrophobischer Kriegsfilm aus Israel, der komplett im Inneren eines Panzers spielt und der in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen hat. Ähnlich wie bei Waltz with Bashir arbeitet auch hier der Regisseur eigene Erfahrungen aus dem Libanonkrieg in den 80er Jahren auf.

Auf die DVD warten:
Piranha 3D: Horror-Trash-Remake von Alexandre Aja, das überraschenderweise jede Menge gute Kritiken bekommt. Liegt wohl daran, dass Aja hier direkt auf die Zwölf geht und der Zielgruppe exakt das liefert, was sie haben möchte: Blut, Gore, gut gebaute Mädels mit und ohne Bikini. Ein derber Guilty-Pleasure-Spaß für einen Bierdosenabend mit den Kumpels, und als solcher wohl exterm gut gelungen. Außerdem spielt Christopher Lloyd alias Doc Brown mit! Als Professor! Die 3D-Effekte wurden nachträglich erzeugt, dürften also nicht der Bringer sein. Dann reicht das auch auf DVD.

Gainsbourg (Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte): Für mich vor allem deshalb interessant, weil es die erste Regiearbeit des Comic-Tausendsassas Joann Sfar (Die Katze des Rabbiners, Donjon u.v.a.) ist, den ich für einen ungemein guten Geschichtenerzähler halte. Nach dessen Aussage soll es sich hier eher nicht um ein konventionelles, alle Karriere-Stationen abhakendes Biopic handeln. Stattdessen ist es um surreale Elemente mit einer Karikatur-Version Gainsbourgs ergänzt.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Jaffa – The Orange’s Clockwork: Doku, die die Geschichte der Jaffa-Orange mit der des Israel-Palästina-Konflikts kreuzt.

Octubre (Im Oktober werden Wunder wahr): Ein Stinkstiefel gerät durch Zufall an ein Baby, das die menschliche Seite in ihm frei legt. Auch kein ganz neues Thema mehr, aber dieser Film aus Peru scheint dank Kaurismäki’scher Lakonie dann doch halbwegs anschaubar zu sein.

Muss nicht sein:
Das Schreiben und das Schweigen: Porträt der Wiener Lyrikerin Friederike Mayröcker. Nix für mich, vielleicht ja für euch.

Mazie laupitaji (Die kleinen Bankräuber): Lettisch-österreichischer Kinderfilm um ein paar Kids, die eine Bank ausrauben, weil ihre Eltern keinen Kredit für ihr Haus bekommen. Der film-dienst lobt: „Ein wunderbarer Film als Einstieg ins Universum Kino.“

The Other Guys (Die etwas anderen Cops): Will Ferell und Mark Wahlberg sind zwei Polizisten im Innendienst, die endlich auch mal richtig taffe Cops statt träge Sesselpupser sein wollen. Also mal wieder eine Polizisten-Buddy-Komödie. Und obwohl ich Will Ferrell eigentlich nie besonders komisch finde, sieht das hier gar nicht mal sooo schlecht aus. Aber auch nicht wahnsinnig gut.

Goethe!: Kostümbiopic über unseren obersten Nationaldichter, der den Schwerpunkt auf die jungen Jahre des Johann Wolfgang legt. Also rebellischer Jungautor statt Geheimrat (daher wahrscheinlich das voll freche Ausrufezeichen). Regisseur Philipp Stölzl will hier lieber unterhaltsam als lehrreich sein, was definitiv ein Pluspunkt ist. Scharen von Deutschlehrern werden schon Kinosäle für ihre Klassen gebucht haben.

Twelve: Joel Schumacher (70) verfilmt ein Buch, das der Autor mit 17 geschrieben hat. Es geht um die schicke Welt reicher New Yorker Teenager, deren Wohlstand und Langeweile in ausufernden Drogenkonsum mündet. Rochus Wolff schreibt: „Twelve wirkt wie eine Designerdrogenfassung der High School Musical-Filme, nur ohne Musik und Gesang“

Legend of the Guardians: The Owls of Ga’Hoole (Die Legende der Wächter): Fantasyepos mit sprechenden Eulen fürs junge Publikum, natürlich digital animiert, wobei die Eulen für meinen Geschmack viel zu realistisch aussehen, um noch irgendwie charmant rüberzukommen (Viele Grüße aus dem uncanny valley!). Regie führt hier tatsächlich Zack Snyder (Dawn of the Dead, 300, Watchmen), was aber nicht heißt, dass hier Geflügelleber in Zeitlupe durchs Bild segelt. Stattdessen sieht der Trailer genau so schrecklich langweilig und nichtssagend aus wie der Titel des Films.

Ramona and Beezus (Schwesterherzen – Ramonas wilde Welt): Verfilmung einer amerikanischen Kinderbuchreihe, deren erster Band vor 55 Jahren erschien, also durchaus Klassikerstatus haben dürfte. Die Bilder sehen allerdings fürchterlich blutleer, glatt und bieder aus.

Furry Vengeance (Reine Fellsache – Jetzt wird’s haarig!): Brendan Frazer, auch so ein sicherer Indikator für uninspirierte und egale Hollywood-Familienkomödien nach Schema F. Er bleibt sich auch hier treu, wenn er einen Immobilientypen spielt, der im Naturschutzgebiet eine Shopping-Mall errichten will, woraufhin die Viecher zurückschlagen. Das Tomatometer erreicht stolze 8 Prozent.