Trailerschau für Filmstarts vom 4.11.

Im Kino sehen:
Machete: „Introducing Don Johnson“, haha. Robert Rodriguez hat aus dem Fake-Trailer, den es zwischen den Grindhouse-Filmen Planet Terror und Death Proof zu sehen gab, einen kompletten Film gemacht. Schwerbewaffnetes Narbengesicht metzelt sich durch Mexiko, außerdem gibt’s heiße Frauen, Steven Seagal und Robert De Niro. Mit Sicherheit ein Riesenblödsinn, aber einer, der viel Spaß machen könnte.

Die kommenden Tage: Erst Zombies (Rammbock), dann Vampire (Wir sind die Nacht), jetzt eine SF-Dystopie – plötzlich gibt es deutsche Genrefilme im Kino! Hier geht es um eine nahe Zukunft mit knappen Ressourcen, einem neuen Golfkrieg, Abschottung gegen Einwanderung und sozialen Unruhen in Deutschland, exquisit besetzt mit etlichen einheimischen Kinostars. Über das Ergebnis gehen die Meinungen ziemlich auseinander, und das ist vielleicht gar kein schlechtes Zeichen.

Auf die DVD warten:
Buried (Buried – Lebend begraben): Der Titel sagt eigentlich schon alles. Das Besondere hier: tatsächlich spielt der komplette Film in einem Sarg, Lichtquellen sind nur ein Feuerzeug, ein Handy und ähnliches. Klingt nach einem ziemlich spannenden Experiment – nichts für Leute, die zur Klaustrophobie neigen. Ich selber geriet bei der entsprechenden Szene in Kill Bill 2 schon arg ins Schwitzen und werde Buried sicher nicht im Kino gucken.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Carlos the Jackal (Carlos – Der Schakal): Epischer Historienfilm über den Superterroristen Carlos. Die deutsch-französische Produktion, die von der Kritik sehr viel Lob bekommt, entstand ursprünglich als Mehrteiler fürs Fernsehen und verlangt deshalb im Kino sehr viel Sitzfleisch. Die reguläre Filmfassung dauert 190 Minuten, zusätzlich gibt es eine fünfeinhalbstündige Langversion. Kann man ja machen, aber wenn ich einen TV-Mehrteiler sehen will, dann als TV-Mehrteiler.

Due Date (Stichtag): Roadmovie-Komödie mit Robert Downey Jr., den man ja immer gerne sieht, und dem Bärtigen mit dem schwierigen Namen aus Hangover. Letzterer ist ein Chaot, der den ersteren im Auto zur Entbindung seiner Frau chauffieren soll, weil der nicht mehr ins Flugzeug gelassen wird. Dabei wird dann vom spritzigen Dialoghumor bis zur derben Zote das gesamte Lustigkeitsspektrum ausgeschöpft, was am Ende wohl zu einem recht ansehbaren FIlm geführt hat.

Nichts ist besser als gar nichts: Doku über skurille Nebenjobs, mit denen Arbeitslose ihre Stütze aufzubessern versuchen, verpackt in einen Selbstversuch, in dem Regisseur Jan Peters selbst so ein Miniunternehmen gründet.

Muss nicht sein:
Orly: Berliner Schule am Pariser Flughafen Orly: Wieder einer dieser Filme, die künstlerisch extrem avanciert aussehen, die das Feuilleton extrem begeistert bespricht, die aber für Banausen wie mich auch extrem uninteressant aussehen. Your Mileage may vary.

Draußen am See: Deutsches Familiendrama, erzählt aus der Sicht der Tochter, die sich die Arme ritzt. Der film-dienst findet den Film furchtbar, die anderen ziemlich gut.

Chandani: The Daughter of the Elephant Whisperer (Chandani und ihr Elefant): Pädagogisch wertvolle Kinderdoku über ein Mädchen in Sri Lanka, das Elefantenführerin werden möchte.

Paranormal Activity 2: Horror mit Überwachungskamera-Bildern: War beim ersten Mal vielleicht noch eine gute Idee, dürfte aber im zweiten Aufguss nicht mehr viel Neues zu bieten haben.

You Again (Du schon wieder): Zickenkomödie, in der eine junge Frau auf alte, verhasste Konkurrenz aus Highschool-Zeiten trifft. Und ihrer Mutter passiert das gleiche. Trotz der beiden Grandes Dames Jamie Lee Curtis und Sigourney Weaver sieht das ganz und gar nicht gut aus. Ich meine: Kristen Stewart soll als Schulmädchen ein total hässliches Entlein gewesen sein? Pfff. Die Faule-Tomaten-Skala kommt auf 15%.

Mao’s Last Dancer (Maos letzter Tänzer): Die wahre Geschichte eines chinesischen Super-Ballettänzers, der sich in den USA verliebt und die dortige Freiheit zu schätzen lernt, von Bruce Beresford als melodramatisches Rührstück erzählt. Brrr.

 

5 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 4.11.

  1. Bei Machete sollte man vorher, so gut es eben geht, die Erwartungen herunter schrauben.^^ Also spaßig finde ich nur ganz wenige Szenen. Die „Coolness“, wie sie die Trailer vermuten lassen, kommt im Film irgendwie nicht mehr rüber. Von der Story erwartet vermutlich niemand was Gescheites, dennoch sollte man besser noch viel tiefer stapeln.
    Jessica Alba ist m.M.n. total fehlbesetzt, was eigentlich fast unmöglich zu schaffen ist bei dem Film…
    Und ein 20 Jahre jüngerer Machete wäre irgendwie auch schöner gewesen, aber es gibt nun mal _nur_ diesen einen Wahren. :)

  2. Ich finde „Draußen am See“ großartig. Dieser Film gehört zu solchen, die einen tiefen Eindruck hinterlassen haben und zum Nachdenken zwingen. Und das vor allem deswegen, weil sie über Inhalte behandelt, die realitätsnah sind.

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