Weihnachtsfilm-Blogathon 2010: A Charlie Brown Christmas (Die Peanuts: Fröhliche Weihnachten)

Ein Beitrag zum Weihnachtsfilm-Blogathon 2010, den Rochus von buttkickingbabes.de initiiert hat.

A Charlie Brown Christmas ist die allererste Trickfilmumsetzung des Peanuts-Zeitungsstrips von Charles M. Schulz, lief in den USA erstmals 1965 zur Primetime und wird seitdem jedes Jahr zu Weihnachten gesendet (im deutschen Fernsehen dieses Jahr leider gar nicht).

Zu Beginn des 25-minütigen Films beschwert sich Charlie Brown, dass alle an Weihnachten glücklich und fröhlich seien, er aber nicht. Als er seinen Kummer bei Lucys psychologischer Sprechstunde anspricht, hat diese eine Idee: Charlie Brown soll Regie beim Krippenspiel führen, das gerade geprobt wird. Außerdem soll er einen Christbaum für die Aufführung besorgen. Als das alles nicht so recht hinhaut, hält Linus eine flammende Rede, in der er den wahren Geist von Weihnachten beschwört und erklärt, worum es eigentlich geht: er zitiert die Weihnachtspassage aus dem Lukas-Evangelium.

Die Handlung ist unspektakulär und die Animation eher unbeholfen, aber diese Peanuts-Weihnachtsgeschichte ist trotzdem (oder besser: auch deshalb) wahnsinnig charmant. Kleine Zuschauer werden sich vor allem über Snoopy freuen, der für zahlreiche Slapstick-Einlagen zuständig ist. Die Erwachsenen wärmen ihr Herz an den Vorzeigelosern Charlie Brown und Linus, die hier aufs Schönste beweisen, dass große Komik ohne Tragik kaum denkbar ist. Mein Lieblingszitat kommt von Charlie Brown, als er in seinen leeren Briefkasten schaut, in dem keine Weihnachtspost liegt: „I know nobody likes me, why do we have to have a holiday season to emphasize it?“

Ein zusätzliches Plus ist der jazzige Soundtrack von Vince Guaraldi, der den Film komplett kitschfrei vertont und ihn damit meilenweit von so ziemlich allen Weihnachts- und Kindersendungen abhebt. Kein Wunder, dass sich die Leute das Jahr für Jahr aufs Neue ansehen.

Leicht paradox ist die antikommerzielle Botschaft des Films, die sich deutlich gegen die Kommerzialisierung und Säkularisierung von Weihnachten richtet, schließlich ist die Sendung selbst ein Teil dieses Trends – obendrein wurde sie von Coca-Cola gesponsert. Aber Schulz und die Peanuts kriegen es natürlich trotzdem hin, dass man ihnen ihr Anliegen mühelos abnimmt.

 

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