Trailerschau für Filmstarts vom 13.1.

Im Kino sehen:
The Green Hornet: Superheldenfilm basierend auf einem alten Radio-Serial. Müffelt eigentlich nach Gurke, verspricht aber angenehm ironisch zu werden, schon weil man Seth Rogen als Hauptdarsteller und Co-Autor verpflichtet hat. Mein Ins-Kino-geh-Grund ist aber der Regisseur: Michel Gondry (Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Be Kind Rewind) scheint zunächst vollkommen unpassend als Regisseur für ein 3D-Actionspektakel zu sein, dürfte aber für das gewisse Etwas sorgen. Hoffe ich zumindest.

Made in Dagenham (We want Sex): Der erste Anwärter auf den dämlichsten deutschen Titel 2011: Es geht um den Streik der weiblichen Arbeitnehmer im Ford-Werk im britischen Dagenham 1968, bei dem um gleiche Bezahlung für Frauen gekämpft wurde, unter anderem mit dem Transparent „We want Sex Equality“. Im Film sieht man es einmal nur halb ausgerollt, was dann zum „deutschen“ Titel führte. Dieser war übrigens auch der Arbeitstitel des Originals, aber die Briten besonnen sich dann doch eines besseren. Der Film selbst jedenfalls kommt ganz in der Tradition der britischen Workingclass-Komödien mit ernsthaftem Background daher. Wer also Filme wie The Full Monty mag, dürfte hier richtig liegen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Das rote Zimmer: Neuer Film von Rudolf Thome, deutscher Filmemacher und Liebling aller gerne etwas gegen den Strich schreibenden Filmkritiker. Thomas Groh etwa sieht ein „sanftes, sommerlich entrücktes, von süßer Musik sacht aus dem Hintergrund umspieltes Kinowunder mit wunderbar lakonischem Witz, in dem sich nie erahnen lässt, was einen – buchstäblich – hinter der nächsten Tür erwartet, was in den nächsten zwei Minuten Spielzeit geschieht.“ Das klingt zwar vielversprechend, aber als Otto Normalgucker sehe ich den Reiz eher weniger.

Russland – Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane: Na klar sind das tolle Bilder. Sind es ja immer bei Filmen dieser Sparte, die immer populärer werden zu scheint. Liegt vielleicht auch daran, dass sich sowas auf BluRay gut verkauft, weil es auf Full-HD-Fernsehern echt sehr gut aussieht. Aber was will mir der Film erzählen, außer dass es in einem Riesenland, das man kaum kennt, faszinierende Natur gibt?

Devil: Fahrstuhlhorror, bei dem M. Night Shyamalan als Produzent und Ideengeber mit im Boot ist. Ob dieser Name allerdings noch positiven Werbeeffekt oder schon gegenteilige Wirkung hat, sei mal dahingestellt. Und das mit der Gruppe von Eingesperrten im Aufzug ist nun auch keine besonders frische Idee mehr.

Muss nicht sein:
Satte Farben vor Schwarz: Deutsches Senioren-Drama mit Senta Berger und Bruno Ganz (FSK 60).

Kent Nagano – Montréal Symphony: Mit Kent Nagano und dem Symphonieorchester von Montréal durch die Welt. Da bin ich nicht die Zielgruppe.

L’Italien (Fasten auf Italienisch): Ethno-Komödie aus Frankreich mit Kad Merad (Willkommen bei den Sch’tis) als arabischer Immigrant, der sich als Italiener ausgibt, weil er sich damit als Autohändler und bei den Frauen mehr Erfolg verspricht. Im Ramadan droht dann alles aufzufliegen. Und wie das wohl ausgehen wird, kann man sich denken, auch ohne den Film gesehen zu haben.

Love and Other Drugs (Love and Other Drugs – Nebenwirkung inklusive): Eine Art RomCom mit Anne Hathaway und Jake Gyllenhall, der eine schreckliche Frisur trägt. Dass man hier allen Ernstes versucht, eine lustige Viagra-Komödie mit einem Parkinson-Drama zu kreuzen, klingt nach einer echt schlechten Idee, die eigentlich nur schiefgehen kann.

Morning Glory: Harrison Ford versucht sich mal wieder als Komödiendarsteller und spielt einen TV-Journalismus-Veteran, der zum Moderator einer schlechten Frühstücksfernsehshow wird. Eigentlich geht’s aber um die junge Produzentin dieser Show, gespielt von Rachel McAdams. Im Trailer ist weder Witz noch Charme noch satirischer Biss zu erkennen, noch sonst irgendwas interessantes.

 

2 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 13.1.

  1. „Green Hornet“ war für mich eine herbe Enttäuschung, der Held ist ein Riesenvollarsch und das kann einem echt den Kino-Abend verderben. „Morning Glory“ dagegen ist ein großer Spaß, harmlos, aber mit einem tollen Timing in der ersten Stunde und gut aufgelegten Stars.

  2. Hatte mich mangels anderer Maßstäbe an RogerEbert.com gehalten, der die grüne Hornisse verrissen, „Morning Glory“ aber mit 3,5 Sternen ausgezeichnet hatte. So gut gefiel mir „Morning Glory“ dann letzlich nicht: zu klassisch die Rollen – das hat Michael J. Fox mit „Das Geheimnis meines Erfolgs“ 3x sympathischer gespielt -, und eine sehr gradlinige Story, fast schon à la „Ein Chef zum Verlieben“ u.ä. Da wäre mehr drin gewesen, aber unterhaltsam fand ich ihn, auch wg. Harrison Ford. Die 8 Amerikaner in den ersten Reihen hatten auf jeden Fall ihren Spaß.

Kommentare sind geschlossen.