Trailerschau für Filmstarts vom 24.2.

Hat’s jemand gemerkt? Die letzten beiden Trailerschau-Ausgaben mussten leider ausfallen, wegen zuviel um die und zwischen den Ohren. Die interessantesten und einen Kinobesuch vermutlich lohnendsten Filme der letzten zwei Wochen aus meiner Sicht: The King’s Speech, 127 Hours und vielleicht noch Tucker & Dale vs. Evil. Nun aber zur neuen Woche.

Im Kino sehen:
True Grit: Nennt mich Fanboy, aber ich möchte mir am liebsten jedes einzelne Bild aus dem ersten Trailer an die Wand hängen, so toll sieht das aus. Ich freu mich seit Wochen auf diesen Film und bin sehr gespannt, was die Coen-Brüder und Jeff Bridges aus dem Western-Genre herausholen werden.

Auf die DVD warten:
Jack Goes Boating (Jack in Love): Philip Seymour Hoffman gibt sein Debüt als Regisseur mit der Verfilmung eines Theaterstücks, dass er auch schon auf der Bühne inszeniert und gespielt hat. Im weitesten Sinne ist das wohl eine romantische Komödie, aber eine mit einer Menge Indie-Flair und wenig ekligem Zuckerguss. Hoffman ist einer der Besten, also würde ich auch hier Gutes erwarten.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Der ganz große Traum: Fußball und Kino passen schlecht zusammen – es gibt kaum einen guten Fußballfilm, vielleicht weil die wenigsten Schauspieler gut kicken und noch viel weniger Fußballer gut schauspielern können. Dieser Versuch geht zurück zu den Anfängen des Spiels, Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland, wo ein Lehrer nach einem Englandaufenthalt dieses seltsame neue Spiel mitbringt und es mit seinen Schülern zu einem gruppendynamischen Prozess nutzt, der recht eindeutig an den Club der toten Dichter erinnert. Könnte interessant sein, wirkt aber leider sehr auf Mainstream und Historienkitsch gebürstet.

Vallanzasca – Gli angeli del male (Engel des Bösen – Die Geschichte eines Staatsfeindes): So langsam kann man es als eigenes Untergenre bezeichnen: Filme über die großen europäischen Gangster bzw. Terroristen der Sechziger und Siebziger Jahre, die schon damals zu Popstars stilisiert wurden und es natürlich durch die Filme noch mehr werden. Dieser Beitrag stammt aus Italien und dreht sich um Renato Vallanzasca. Läuft in erstaunlich vielen Kinos, ist aber wohl eher kein Muss.

The Green Wave: Die Protestbewegung im Iran 2009, die sogenannte „Grüne Revolution“, aus der Sicht des in Köln lebenden, im Iran geborenen Ali Samadi Ahadi, eine Collage aus Doku, Nachrichtenschnipseln und Animationsfilm. Anleihen bei Waltz With Bashir sind sicher nicht ganz zufällig, wobei dessen Klasse nur sehr schwer zu erreichen sein wird.

Kinder der Steine – Kinder der Mauer: Filmporträt von sechs Palästinensern, die 1989 als kleine Jungs während der ersten Intifada in Betlehem für ein Pressefoto posierten. Der Film zeigt die Männer zwanzig Jahre später und ist eher ein Porträt des palästinensischen Alltags als ein Film zum Nahostkonflikt.

Muss nicht sein:
Pina: Wim Wenders goes 3D. Tanz soll sich ja für 3D-Kino besonders gut eignen (sagen z.B. die, die Step Up 3D und StreetDance 3D gesehen haben) und auch dieser Film über das moderne Tanztheater von Pina Bausch soll durch die 3D-Technik ganz entscheidend gewinnen. Könnte also sehr sehenswert sein, nur leider habe ich so gar keinen Draht zu dieser Kunstform, so dass mich das persönlich überhaupt nicht anspricht.

Drive Angry 3D: Wahnsinn, sieht das trashig aus. Hier sollten offensichtlich die Heydays des schmutzigen B-Movies à la Roger Corman beschworen werden, allerdings ohne das ironische Augenzwinkern und die Fanboy-hafte Verehrung, die Tarantino und Rodriguez in ihr Grindhouse-Projekt legten. Das hier, fürchte ich, meinen die ernst. Und dann spielt auch noch Nicolas Cage die Hauptrolle. Danke, nein.

Just Go with It (Meine erfundene Frau): Huuuii, mal ganz was Neues: Eine Adam-Sandler-Komödie mit Unterleibswitzen! Eine RomCom mit Jennifer Aniston! Gabs noch nie! Müssen wir machen! Muss man sehen! Nicht.

 

2 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 24.2.

  1. Dass hier für ’ne Weile Sendepause herrschte, habe ich ehrlich gesagt erst Anfang dieser Woche wahrgenommen. Ich hab allerdings keinen RSS-Feed abonniert und schaue einfach immer mal wieder vorbei in der Hoffnung gute Tips für die aktuelle Kinowoche zu finden, bzw. ein paar lustige Begründungen dafür, warum gefühlt schon wieder nur Mist anläuft. ;-)

    Für den letzten Monat kann ich nur sagen: ein verdammt gut gewählter Zeitpunkt für eine Auszeit. Zwar läuft in den USA derzeit die Award-Season, aber hier kommt das ja meist eh erst mit Verzögerung an.

    Zu Deinen Tips: „The King’s Speech“ interessiert mich an und für sich schon allein wegen der Besetzung, aber das ich für den Film ins Kino gehen soll erscheint mir bisher nicht wirklich zwingend. Bei aller bei den Weinstein Brüdern mit Sicherheit gediegenen Qualität und den perfekt ausgesuchten Darstellern, lässt mich die Geschichte vom Gefühl her eher kalt.

    „127 Hours“ hingegen hatte ich mir gleich am ersten Wochenende angesehen und ich muß eine unbedingte Empfehlung aussprechen. Danny Boyle schafft es seine aus kommerzieller Hinsicht eigentlich mit einigen Handicaps ausgestattete wahre Begebenheit (bekannter Ausgang der Erzählung, stark begrenztes Personal, ebenfalls stark begrenzter Handlungsort) filmisch aufzubrechen, ohne dem Kern der Geschichte untreu zu werden. Gleichzeitig nutzt er wirklich alle erzählerischen und visuellen Tricks um den Zuschauer in die Situation des in einem Leben-oder-Tod-Konflikt steckenden Protagonisten zu versetzen. Das Ergebnis war für mich ein Rausch, der derartig stark wirkte, dass ich den Wunsch verspürte mir den Film gleich nochmal anzusehen. Alleine der verblüffte Ausdruck im Gesicht von James Franco, wenn er endlich freigekommen ist, währe alleine schon eine goldene Statue wert.

    „Tucker & Dale“ ist zwar schon vom Fantasy Film Fest aus mit positivem Buzz ausgestattet, aber der reicht mir dann auch irgendwann auf DVD.

    „True Grit“ ist dafür wirklich eine Form von Traumkino, das in dieser Reinheit einfach zu selten produziert wird um es zu ignorieren. Ich habe das Original mit John Wayne garnicht mal mehr so gut in Erinnerung, aber der Film wirkte für mich zu keinem Zeitpunkt wie ein überflüssiger Aufguss einer bereits bekannten Geschichte, wie z.B. „Planet der Affen“ von Tim Burton oder „Psycho“ von Gus van Sant.

    Ins kullinarische Übersetzt hatte „True Grit“ für mich den Gegenwert eines perfekt zubereiteten Steaks, saftig, ohne unnötiges Fett und mit ausgesuchten Beilagen dargereicht. Und der Kameramann der Coen-Brüder sollte nach bisher schon 8 Nominierungen emdlich mal die schon lange verdiente Statue mit nach Hause nehmen können. Denn auch ich finde das jede einzelne gefilmte Landschaft für ein gerahmtes Poster taugen würde

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.