Trailerschau für Filmstarts vom 14.4.

Himmel, ich hinke schon wieder schwer hinterher. Schnell noch raus damit, bevor die nächste Kinowoche beginnt.

Im Kino sehen:
Paul (Paul – Ein Alien auf der Flucht): SciFi-Comedy von Nerds für Nerds: Ein Roadmovie mit zwei Briten und einem Außerirdischen in den USA. Simon Pegg und Nick Frost haben das Drehbuch geschrieben und spielen die Hauptrollen, zum Dream-Team aus Shaun of the Dead und Hot Fuzz fehlt aber Regisseur Edgar Wright. Dessen Rolle übernimmt Greg „Superbad“ Mottola, also wird es hier stellenweise etwas derber, plumper und amerikanischer. Eine schöne Gaudi für Genrefans dürfte es trotzdem sein.

Winnie the Pooh (Winnie Puuh): Habe ich als Pressevorführung gesehen und sage: Wenn ihr kleine Kinder habt und/oder als Kind die alten Winnie-Puuh-Filme von Disney mochtet und nostalgisch veranlagt seid, dann ist das euer Film! Mit voller Absicht wunderbar retro und altmodisch, in eye-popping, glorious 2D! Die Story ist recht kurz, simpel und gemächlich, könnte ältere Kinder, die rasante Computertrickfilme mögen, also ein bisschen langweilen. Die Kleinen und die Alten dürfen sich aber freuen auf sehr charmanten Old-School-Zeichentrick, auf nette Spielereien mit dem Buch, in dem die Figuren leben, und in der Originalversion auf John Cleese als Erzähler. (Der Vorfilm mit dem Loch-Ness-Ungeheuer ist allerdings ziemlich doof)

Auf die DVD warten:
Never Let Me Go (Alles, was wir geben mussten): Fein besetzte Verfilmung des Romans von Kazuo Ishiguro, der von jungen geklonten Menschen erzählt, die ein Leben als Organ-Ersatzteillager führen. Eine Überlebenschance gibt es nur, wenn man die wahre Liebe vorweisen kann. Der Film scheint diesen romantisch-gefühligen Aspekt der Geschichte besonders zu betonen, was vermutlich ein bisschen schade ist, denn die Grundidee klingt wirklich ziemlich toll.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Le Nom des Gens (Der Name der Leute): Französische Beziehungskomödie, in der eine linksalternative Frau bevorzugt rechtskonservative Männer zu bekehren versucht, indem sie mit ihnen ins Bett geht. Auf sowas kommt man wahrscheinlich auch nur in Frankreich. Sieht aber durchaus vergnüglich aus.

Limitless (Ohne Limit): Ein erfolgloser Autor kann mittels einer Pille auf einmal 100% seines Gehirn-Potential nutzen anstatt nur 20, wie wir alle. Er wird also zum Überflieger. Könnte einen interessanten Was-wäre-wenn-Thriller ergeben, wirkt mir hier aber etwas zu sehr auf Hochglanz getrimmt. Muss der Aufstieg zum Superchecker wirklich automatisch mit Wall-Street-Erfolgen, Reichtum und Supermodels einhergehen?

Muss nicht sein:
Der Dieb des Lichts: Dorfgeschichte aus Kirgisien, deren Hauptfigur für die Stromversorgung im Ort zuständig und notfalls auch mal zum Mogeln bereit ist. Ist bestimmt kein schlechter Film, aber mit dieser populären Form der Wohlfühl-Zivilisationskritik („Hach, diese unverdorben-ländlichen Entwicklungslandbewohner sind so herzensgut, von denen können wir alle was lernen!“) habe ich immer so meine Probleme.

Glücksformeln: Was auf dem (Ratgeber-) Buchmarkt so gut funktioniert, sollte auch als Dokumentarfilm klappen, hat sich Regisseurin Larissa Trüby gedacht und Glücksforscher sowie Leute besucht, die von sich behaupten, glücklich zu sein.

Battle: Los Angeles (World Invasion: Battle Los Angeles): Die Aliens kommen mal wieder auf die Erde und wollen alles zerstören. Anstelle von interessanter Science-Fiction setzt man hier mehr auf das Thema „Krieg“ und liefert einen Militärporno, an dem das Pentagon seine wahre Freude haben dürfte.

 

2 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 14.4.

  1. Mit “Hach, diese unverdorben-ländlichen Entwicklungslandbewohner sind so herzensgut, von denen können wir alle was lernen!” hast Du Dich aber mächtig weit aus dem Fenster gelehnt – frei nach dem Motto „Vorurteil statt Filmkritik“ :-) Im Ernst, der Film ist ja nicht von einem politisch-korrekten Regisseur aus unseren Gefilden gedreht und das macht sich sehr wohltuend bemerkbar. Als wir aus dem Kino kamen, wurde uns auf jeden Fall klar, dass in Kirgisien überraschend spannende Geschichten erzählt werden – mit einem sehr fremden und vertrauten Blick … Aber wohlgefühlt haben wir uns schon :-)

  2. Ja, womöglich tue ich dem Film da brutal unrecht. Das ist eben die Schublade, in die ich den Film beim (oberflächlichen) Kino-Programm-Checken und Trailer-Gucken stecke. Und die vielleicht vom Verleih auch nicht ganz unbeabsichtigt aufgezogen wird, schließlich gibt es eine Zielgruppe für sowas.

    Aber in jedem Fall danke für die gegenteilige Einschätzung. Dass der Film wirklich von dort kommt macht sicher einen Unterschied.

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