Trailerschau für Filmstarts vom 21.7.

Auf die DVD warten:
Bridesmaids (Brautalarm): Als ich vor ein paar Wochen den (deutsch synchronisierten) Trailer sah, wollte ich das ganz furchtbar, schlimm, peinlich und doof finden, muss nun aber sehen, dass die meisten Kritiker voll des Lobes sind. Zum Teil liegt das sicher daran, dass der Film aus dem Produktionsstall von Judd Apatow nun auch die Frauen so zotig, vulgär und kumpelig sein lässt, wie die großen Jungs in den Apatow-Filmen das schon lange sind, inklusive Kotz- und Pupswitzen. Wer mag, kann das als feministischen Gewinn lesen. Andererseits soll Bridesmaids aber auch wirklich lustig sein, zumindest wenn man ein Freund des eher drastischen Humors ist. Ich bin da ja kein großer Fan von, würde dem Film aber durchaus eine Chance geben.

Ein Sommersandtraum: Hinter dem blöden Titel verbirgt sich eine unkonventionelle Komödie aus der Schweiz, die mit einer schrägen Ausgangsidee aufwarten kann: Die Hauptfigur verliert Sand, ihr rieselt ständig Sand aus dem Körper. Gewann beim Max-Ophüls-Festival den Publikumspreis und sieht tatsächlich ziemlich interessant aus, finde ich.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Hoodwinked Too! Hood vs Evil (Das Rotkäppchen-Ultimatum): Hoodwinked!, der animierte Mix aus Märchenparodie und Rashomon-Hommage, hat mir wirklich gut gefallen. Allerdings nicht so gut, dass ich ungeduldig auf eine Fortsetzung (und auch noch in 3D) gewartet hätte. Das Sequel schneidet dann auch überall deutlich schlechter ab als das Original (Rottentomatoes: 12% statt 47%, IMDB: 4.4 statt 6.7, Metacritic: 20 statt 45)

Win Win: Kleiner, leicht Indie-haft daherkommender Film mit Paul Giamatti als erfolgloser Anwalt und Trainer einer Jugend-Ringermannschaft, dessen Familie unerwarteten Zuwachs durch einen Teenager aus der Unterschicht bekommt. Das sieht alles recht hübsch und undramatisch und durchaus guckbar und sympathisch aus. Mit einem Wort: nett. Und das ist das ja dann schon wieder gefährlich, weil dort eben auch immer die große Schwester von „nett“ lauert.

Arschkalt: Herbert Knaup gibt einen misanthropischen Stinkstiefel, der als Tiefkühlkostfahrer arbeitet. Im Lauf des Films darf er ein bisschen weniger arschig werden und die „Auftauen“-Metapher sieht man hier schon überdeutlich auf sich zurollen. Und irgendwie hat man das alles so oder so ähnlich schonmal gesehen.

Zena sa slomljenim nosem (Belgrad Radio Taxi): Und gleich noch ein Unsympath, der geläutert werden und seinen weichen Kern finden muss. Hier ist es ein Taxifahrer, der durch Zufall zu einem Säugling kommt, um den er sich kümmern muss. Drei Männer und ein Baby auf balkanesisch quasi.

Muss nicht sein:
Insidious: Die Saw-Erfinder James Wan und Leigh Whannell besinnen sich auf eher oldschooligen Horror und präsentieren eine Mischung aus den klassischen Themen Gruselhaus und Gruselkind. Soll ganz ordentlich beginnen, dann aber schwer nachlassen. Rajko formuliert das sehr schön: „Insidious verspielt seine anfänglichen Stärken für den üblichen Larifari-, Wischiwaschi- und Quatschiquatschi-Murks des gegenwärtigen Mainstream-Horrorfilms.“

 

2 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 21.7.

  1. Hallo,

    ich habe am WE den Film „Ein Sommersandtraum“ gesehen und war wirklich begeistert. Der Regisseur war auch anwesend und hat danach ein paar Fragen beantwortet. Nicht nur deshalb fand ich den Film sehr intelligent gemacht und witzig. Schade, dass er bei Dir nur ein „Auf DVD warten“ bekommen hat :-(

    Gruß
    Daniel

  2. „Auf die DVD warten“ ist ja immerhin die zweitbeste meiner Schubladen und gilt für die Filme, die ich tatsächlich gerne sehen will und für sehenswert halte, nur eben nicht ganz so dringend. Das soll also keineswegs bedeuten, dass ich von dem Film abraten möchte, nur dass ich persönlich ihn mir eher nicht im Kino ansehen werde (weil ich da ja leider auch nicht jeden Tag hingehen kann).

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