Trailerschau für Filmstarts vom 22.12.

Im Kino sehen:
Ronal barbaren (Ronal der Barbar): Dänischer Animationsspaß von den Machern von Terkel in Trouble, der die Klischees der Barbaren-Fantasy à la Conan („Babes, Balls and Muscles“) aufs Korn nimmt. Natürlich nicht so großartig animiert wie die millionenschweren US-Filme, dafür auch ganz ohne den Zwang, um jeden Preis familientauglich daherzukommen. Die Trailer mit den Metal-singenden Totenköpfen sind schon mal hochsympathisch. Schau ich mir an.

Auf die DVD warten:
The Ides of March (The Ides of March – Tage des Verrats): George Clooney sitzt wieder auf dem Regiestuhl und beschäftigt sich wieder mit Politik: Es geht um Lug und Trug, Beschiss und Intrigen im Präsidentschaftswahlkampf, schwergewichtig besetzt mit dem neuen Shootingstar Ryan Gosling, Clooney selbst, dem großartigen Paul Giamatti und dem noch viel großartigeren Phillip Seymour Hoffman. Mit Oscarnominierungen ist zu rechnen.

Hysteria (In guten Händen): Ein Arzt im viktorianischen England behandelt weibliche Hysterie durch manuelles Eingreifen untenrum und ist damit sehr erfolgreich. Aus dieser erstaunlichen Erkenntnis geht wenig später der erste Vibrator hervor. Kostümkomödie, die durchaus nicht ganz frei erfunden ist und mit Maggie Gyllenhall über eine supersympathische Hauptdarstellerin verfügt. Könnte ein recht nettes Vergnügen sein.

Sherlock Holmes: A Game of Shadows (Sherlock Holmes: Spiel im Schatten): Guy Ritchies Action-Variante von Holmes mit dem feinen Robert Downey Jr. geht in Fortsetzung. Teil 1 hat mir seinerzeit überraschend viel Spaß gemacht, aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass das hier den selben Weg einschlägt wie Pirates of the Caribbean. Die Parallelen sind erstaunlich: Ein Action-Kostümfilm, der ein altes Genre wiederbelebte, der vor allem vom Charisma des Hauptdarstellers getragen wurde und erfolgreicher und besser ausfiel, als man gedacht hätte. Und der dann im Sequel vor allem den Schauwerte-Regler hochfährt. Nunja. Pluspunkte gibt es bei mir immerhin dafür, dass man auf den Einsatz von 3D verzichtet.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Abendland: Bei Filmen, die als „Essay“ oder, wie hier, als „Filmpoem“ angekündigt werden, klingeln die Alarmglocken der prätentiösen Hochkultur. Wenn man aber keine Angst vor eher experimentellen Dokus hat, könnte der neue Film von Nikolaus Geyrhalter (Unser täglich Brot, Der Räuber) durchaus interessant sein. Ein konkretes, eng gefasstes Thema gibt es nicht — es geht um Europa als Alte und Erste Welt, gedreht wurde nur abends und nachts. Laut film-dienst ist das „ein provozierendes, widerständiges Patchwork aktueller Gegenwartssplitter, das seine Qualität gerade auch im Widerspruch erweist.“

Sommer der Gaukler: Erinnern Sie sich an die Traumsequenzen in Wer früher stirbt, ist länger tot? Die funktionierten in ihrer überzeichneten, barocken Theatralik wunderbar als kurze Zwischensequenzen, wären aber über 90 Minuten bestimmt unerträglich. Wenn man sich nun vorstellt, Regisseur Marcus Hausham Rosenmüller hätte tatsächlich einen kompletten Film auf diese Weise inszeniert, landet man ungefähr beim Sommer der Gaukler. Es geht um Emanuel Schikaneder, der mit seiner Theaterkompanie in einem bayerischen Bauerndorf strandet. Und dann geht es fürchterlich rund.

Muss nicht sein:
Alvin and the Chipmunks: Chipwrecked (Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch): Ich staune über den anhaltenden Erfolg dieses Franchise, gönne Jason Lee die Kohle und will damit sonst nichts zu tun haben.

 

4 Gedanken zu „Trailerschau für Filmstarts vom 22.12.

  1. Komme gerade aus „Sherlock Holmes 2“ – Dein Verdacht ist durchaus begründet. Es wird ähnlich wie bei „Pirates“ ein breiterer Handlungsfaden und eine düsterere Stimmung angestrebt, was trotz der weiterhin tollen Darsteller und Schauwerte leider auf Kosten der Kurzweiligkeit geschieht. Insgesamt ist das immer noch sehr hübsch gemachter Radau mit ein paar tollen Momenten (besonders Stephen Fry als Holmes Bruder Mycroft hätte einen eigenen Film verdient), aber meinetwegen müsste hierauf keine weitere Fortsetzung folgen.

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