Trailerschau für Filmstarts vom 12.1.

Auf die DVD warten:
The Girl with the Dragon Tattoo (Verblendung): An dieser Stelle müsste jetzt eigentlich mein übliches Genöle über unnötige US-Remakes von nicht-englischsprachigen Filmen kommen. Hier mache ich eine Ausnahme, weil …

  • … es sich strenggenommen um die zweite Verfilmung eines Romans und nicht um ein direktes Film-Remake handelt (wie die Produzenten auch mehrfach betonen)
  • … die erste (schwedische) Verfilmung eigentlich gar kein Kinofilm war, sondern ein Fernsehmehrteiler, der nachträglich auf Kinolänge geschnitten wurde
  • … die neue Version ein David-Fincher-Film und somit schonmal grundsätzlich interessant ist
  • … die schwedische Erstverfilmung gar nicht mal so gut war. Neuverfilmungen von brillanten Filmen sind unnötiger Quatsch, aber brillant war Män som hatar kvinnor nicht. Aus meiner Sicht ein ziemlich spannender, gut gemachter TV-Thriller, an dem außer Hauptdarstellerin Noomi Rapace nichts überdurchschnittlich war.

Trotzdem wahrscheinlich eher auf DVD als im Kino, denn die Story kenn ich ja schon.

Reality XL: Mysterythriller um verschwundene Wissenschaftler am CERN. Das extrem seltene Beispiel eines deutschen Films, der tatsächlich independent, also ohne Filmförderung und ohne dicken Produzenten und/oder TV-Sender im Hintergrund gemacht und ins Kino gebracht wurde. Buch und Regie stammen von Tom Bohn, der schon viele Tatorte gedreht hat und es auch schaffte, bekannte Gesichter wie Heiner Lauterbach zu verpflichten. Julian Reischl fand den Film „schauderhaft gut“, die ersten Reaktionen bei moviepilot sind sehr gemischt, ansonsten sind kaum Kritiken zu finden.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Das traurige Leben der Gloria S.: Man sieht’s dem Trailer nicht gleich an, aber das hier ist eine Komödie. Die taz meint gar, zuletzt habe „man sich bei Helge Schneider in einem deutschen Film so gut amüsiert“. Es geht ums Filmemachen, ums prekäre Künstlerleben und das Thema Realität vs. Inszenierung. Könnte ein Geheimtipp sein.

William S. Burroughs – A Man within: Ziemlich interessant aussehende Doku über den Autor und seinen Einfluss auf die Popkultur.

Offroad: Ich bin ja dauerverliebt in Nora Tschirner, nur leider taugen ihre Filme selten was. Scheint hier auch nicht viel besser zu werden, auch wenn sie hier (erstmals?) als echte Hauptdarstellerin im Mittelpunkt steht.

Napapiirin sankarit (Helden des Polarkreises): Finnische Komödie über ein paar kaputte Typen auf einem Roadtrip in Lappland. Schön skandinavisch-skurril oder eher platte Jungs-Komödie? Der Trailer deutet schwer auf letzteres hin.

Muss nicht sein:
Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen: Deutsches Drama um (Stasi-) Vergangenheitsbewältigung, das sehr nach Fernsehen aussieht. Spricht mich irgendwie gar nicht an.

Soul Surfer: Nach erbaulichen Delphinen mit Prothesen (Mein Freund, der Delfin) kommt nun die erbauliche Verfilmung einer „inspiring true story“ von einer jungen talentierten Surferin, der ein Hai den Arm abgebissen hat, die es aber trotzdem schafft, Profisurferin zu werden, auch durch ihren Glauben an Gott. Mir schaudert ein wenig.

Sonst noch:
Jørgen + Anne = sant (Anne liebt Philipp): Vielfach gelobter norwegischer Kinderfilm über die allererste Liebe.

The Real American – Joe McCarthy: Vom ZDF koproduzierte Doku über den berüchtigten Kommunistenjäger, mit einer Mischung aus Talking Heads, Originalaufnahmen und nachgespielten Szenen.

 

Ein Gedanke zu „Trailerschau für Filmstarts vom 12.1.

  1. Der Trailer zu „Offroad“ liess die Geschehnisse nicht übermässig turbulent erscheinen, aber zumindest ein, zweimal lachen konnte ich doch. Dafür wirkt die Idee „unscheinbare Person findet große Menge Koks und versucht sie zu Geld zu machen“ nach „Der Schneemann“ und „True Romance“ doch ein wenig abgegriffen.

    Vereinzelte US-Kritiken zu David Finchers „Verblendung“ hatten sich beschwert, dass er der „Original“-Verfilmung nichts neues hinzufügen würde. Das kann natürlich einfach nur bedeuten, dass er ebenfalls der Vorlage folgt. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass Fincher visuell hinter einem schwedischen TV-Film zurücksteht.

    Der Film dürfte aber trotzdem für ein paar interessante Diskussionen sorgen, je nachdem ob die Teilhaber a) die Bücher gelesen, b) die schwedischen Filme gesehen oder c) so wie ich einfach nur alles anschauen was David Fincher dreht und wenn es die Verfilmung der Gelben Seiten ist. ;-)

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