Trailerschau für Filmstarts vom 26.1.

Eine extrem gute Kinostartwoche ist das, Herrschaften. Sicher kein Zufall, dass ein paar Verleihe ihre Filme ganz gezielt in die Woche der Oscarnominierungen gelegt haben …

Im Kino sehen:
Drive: Ich hörte zum ersten Mal von Drive, als ich las, das Nicolas Winding Refn dafür den Regiepreis in Cannes gewonnen hat. Für einen Actionfilm. In Cannes. Da war klar, dass das was Besonderes sein muss. Seitdem bekommt er überwiegend sehr gute bis enthusiastische Kritiken. Ich bin sicher, das Eintrittsgeld wird sich lohnen.

The Artist: Die Geschichte vom Stummfilmstar, der mit der Einführung des Tonfilms zu kämpfen hat. Als Stummfilm in Schwarz-Weiß. Das ist entweder völlig bescheuert oder genial. Hier ist letzteres der Fall – und ich hoffe, das sagen nicht nur die Kritiker, die sich immer freuen, wenn ein Film von ihrem eigenen Lieblingsthema handelt. Golden-Globe-Liebling und Oscar-Favorit 1.

The Descendants (The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten): Oscar-Favorit 2, der neue von Alexander Payne, dessen Sideways und About Schmidt ich sehr mochte. Er kriegt es hin, sehr lebensnah und realistisch zu erzählen und dabei das „normale Leben“ um den kleinen entscheidenden Tick zu überhöhen, so dass es besonders wird. Das Thema (Familienvater muss mit Verlust der sterbenden Frau, seinen pubertierenden Töchtern und der Erkenntnis, dass ihn die Frau betrogen hat, klarkommen) klingt erstmal so gar nicht verlockend, aber Payne hat daraus offensichtlich eine sehenswerte, warmherzige Tragikomödie gemacht.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Tage die bleiben: Inhaltlich gar nicht so weit weg von The Descendants, geht es auch hier um einen Vater und seine Kinder, die den Tod der Mutter betrauern. Sieht gar nicht schlecht aus, auch wegen Darstellern wie Götz Schubert (KDD) und Max Riemelt (Im Angesicht des Verbrechens). Schau ich mir an, wenn er spätnachts im Ersten läuft.

Man on a Ledge (Ein riskanter Plan): Eine Auf der Flucht-Variation mit Sam Worthington. Sieht nach halbwegs solider Thriller-B-Ware aus, manchmal ist das ja ganz okay. Herzlichen Glückwunsch auch an die Findungskommission, die sich den deutschen Titel ausgedacht hat: markant, unverwechselbar, originell!

Michael: Österreichischer Anti-Feelgood-Film, der die Fälle Fritzl und Kampusch aufgreift und bewusst auf alles Reißerische verzichtet. Regisseur Markus Schleinzer hat schon für Michael Haneke gearbeitet, was man dem Film wohl auch anmerkt.

Muss nicht sein:
Jack and Jill (Jack und Jill): Was ich im Kino nicht sehen will: Filme, in denen ein Komiker in zwei Rollen als Zwilling auftritt. Was ich auch nicht sehen will: Filme, in denen ein männlicher Komiker eine Frau spielt. Was ich erst recht nicht sehen will: Filme mit Adam Sandler. Und was ich auch nicht sehen will: Filme mit Katie Holmes. Und was ich überhaupt niemals nie ganz und gar nicht sehen will: Jack and Jill.

Sonst noch:
Arirang (Arirang – Bekenntnisse eines Filmemachers): Festivalliebling Kim Ki-Duk hatte eine schwere Schaffenskrise, zog sich in eine einsiedlerhafte Hütte zurück und filmte sich selbst. Außerdem baute er eine Pistole und eine ziemlich coole Kaffeemaschine. Das ist wohl eher was für Leute, die auf Experimentelles stehen.

Fünf Freunde: Weil im Kinderkino immer das am besten funktioniert, was die Eltern aus der eigenen Kindheit noch kennen, gibt es jetzt ein modernisiertes Update der alten Enid-Blyton-Reihe aus dem Hause Constantin Film. Übrigens, falls ihr ’nen fiesen Ohrwurm braucht: