Trailerschau für Filmstarts vom 9.2.

Im Kino sehen:
Hugo (Hugo Cabret): Wahrscheinlich Martin Scorseses erster Film mit einer Freigabe ab 6 Jahren! Gleichzeitig aufwendiger Märchenfilm für Kinder und nostalgische Hommage an das ganz frühe Fantasy- und Special-Effects-Kino von George Méliès (Wer Voyage dans la Lune noch nie gesehen hat: unbedingt nachholen!) Der Film basiert auf einem Buch von Brian Selznick, das ich vor ein paar Jahren hier besprochen habe. Der geschätzte Michael Sennhauser nennt das in seiner Liste der Unverpassbaren „ein Steampunk-Kinofest (…) mit Hilfe der bislang souveränsten 3D-Inszenierung überhaupt.“

Vielleicht mal im Fernsehen:
Le gamin au vélo (Der Junge mit dem Fahrrad): Der neue Film der Gebrüder Dardenne, ihres Zeichens die Festivallieblinge von Cannes, soll weniger deprimierend sein als ihre bisherigen Werke (an die ich mich bislang nicht herangewagt hatte). Vielleicht ist ja dieser, in dessen Mittelpunkt ein „Arschlochkind“ (Moviemaze) steht, geeignet zum Herantasten.

Muss nicht sein:
In Darkness (In Darkness – Eine wahre Geschichte): Polens Beitrag für den Auslandsoscar, (mal wieder) ein Holocaustdrama.

Or Noir (Black Gold): Arabien in den 30er Jahren. Erdöl wird entdeckt und Sultan streitet mit Emir. Früher hieß sowas Monumentalfilm, mit aufwendigen Kostümen, vielen Kamelen, viel Wüstensand und schicker Ausleuchtung. Jean-Jacques Annaud hat hier also richtig viel zu zeigen, aber offenbar nicht viel zu erzählen, wenn man den recht reservierten Kritiken glaubt.

Die Unsichtbare: Drama um eine junge Schauspielerin, die von ihrem Regisseur zu Höchstleistungen gequält wird. Das ist bestimmt wieder hochgradig ungerecht, aber der Trailer wirkt, als hätte eine deutsche Filmhochschule die Aufgabenstellung „Lasst uns sowas wie Black Swan machen, nur viel anstrengender und angestrengter“ verfilmt.

The Vow (Für immer Liebe): Schnulzschmonz aus der Romanzenfabrik. Eine Mischung aus Krankendrama und Romcom, in der eine Frau nach einem Autounfall das Gedächtnis verloren hat und ihr Ehemann wieder von vorn versuchen muss, ihr Herz zu erobern.

… und dann war da noch die Wiederaufführung eines gewissen Machwerks eines gewissen George Lucas. Wer meint, sich Jar Jar Binks auch noch in 3D antun zu müssen, hat jetzt die Gelegenheit.

 

Ein Gedanke zu „Trailerschau für Filmstarts vom 9.2.

  1. Die Annahme bezüglich Scorsese ist leider falsch. Schon „Kundun“ war von der FSK ab 6 freigegeben worden. Aber man kann nicht behaupten, dass die Geschichte des Dalaih Lama ein wirklich für Kinder geeigneter Stoff ist, auch wenn er ohne die üblichen Zutaten eines Scorsese-Films auskommt.

    Zu Jar-Jar in 3-D – bei mir siegte die Neugier nur um einer erneuten Ernüchterung Platz zu machen. Der Transfer ist nicht schlecht, kann aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass „The Phantom Menace“ immer noch ein furchtbar platter Film ist. Und die schlimmste Erkenntnis war auch diesmal wieder, dass Jar-Jar die einzige Figur ist die wenigstens einen Hauch von Persönlichkeit hat. Die menschlichen Darsteller haben sich offenbar mit ihrer Rolle als wandelnde Kleiderständer und Aufsager von steifen Dialogen kampflos abgefunden. Aber das wusste ich natürlich alles schon vorher, weshalb als Fazit für mich nur bleibt: „Eintrittsgeld verschwendet – selber Schuld!“

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