Eine erbärmliche Kino-Woche.

Muss nicht sein:
Don 2 (Don – The King is back): Bollywood goes Berlin: Indiens Superstar Shah Rukh Khan als Edelgangster, der auf der Flucht vor der Polizei actionreich in Berlin herumturnt. Das ist bestimmt ganz amüsant, aber wie gesagt: Bollywood ist nicht so meins.

Die Thomaner: Chorknabendoku – sicher nicht ganz uninteressant. Leider wohl komplett unkritisch und nicht daran interessiert, diese spezielle Erziehungsform auch kritisch zu hinterfragen.

Extremely Loud and Incredibly Close (Extrem laut und unglaublich nah): Bestsellerverfilmung nach Jonathan Safran Foer über einen Jungen, der den Tod des Vaters bei den Anschlägen vom 11. September verarbeiten muss. Stephen Daldry hat wohl ein sentimentales Rührstück daraus gemacht. Jet Strajker meint bei F5, das sei “sehr kitschig, sehr amerikanisch und immer ein wenig zu viel. Und damit aber auch eben die ganz hollywoodtypische Bewältigung des nationalen Traumas, so rundheraus legitim wie nachvollziehbar. Kein schlechter Film.”

Father, Son & Holy Cow (Sommer auf dem Land): Deutsch-polnische Tragikomödie, in der ein Witwer seine verstorbene Frau in einer Kuh wiedererkennt. Im film-dienst schreibt Alexandra Wach einen schön zu lesenden Verriss: “Die Schnittmenge von Chocolat, Don Camillo und Komödie im Mai ist allerdings derart unverdaulich geraten, dass es Mühe macht, die Zumutung des sich heillos anbiedernden „Opas Kino“-Humors durchzuhalten.”

Big Miracle (Der Ruf der Wale): Tierkitsch zum Ersten: Im Jahr 1988 hatten sich drei Grauwale ins Packeis von Alaska verirrt, wo sie nicht mehr herausfanden. Die aufwendige Befreiungsaktion gibts nun als Film mit Drew Barrymore. Ist sicher eine interessante Geschichte, aber wenn, dann will ich sowas als Dokumentation oder als Sachbuch und nicht als gefühlsduseliges, Viecher-überhöhendes Pathosdrama “inspired by true events”.

War Horse (Gefährten): Tierkitsch zum Zweiten, hier von Steven Spielberg persönlich: Ein Pferd als Held des Ersten Weltkriegs. Vielleicht ist ja bei mir irgendwas kaputt, aber ich kann das nur hochgradig lächerlich finden. SpOn schreibt: “So viel Pathos und zugleich so viel penetrante Schlichtheit waren bei Spielberg lange nicht gesehen”

Yoko: Meine Güte, das sieht ja furchtbar aus! Ein deutsches Kinderabenteuer um ein paar Kids, die bei sich zuhause einen Yeti finden. Das Vieh ist bestenfalls mittelmäßig animiert und sieht furchtbar aus (eine Kreuzung aus Ewoks, Mogwais, dem Glücksdrachen Fuchur und dem Kuschelweich-Bären) und die Geschichte sieht aus wie eine plump nacherzählte Variation von E.T. in schlecht.