Media Monday #38

Ein neuer Montag, eine neue Runde Fragen, diesmal auf Anregung einiger Teilnehmer auch mit etwas anderen Schwerpunkten und etwas älteren Protagonisten (meine Antworten in Fett).

1. Der beste Film mit Charlton Heston ist für mich Planet of the Apes von Franklin J. Schaffner. Platz zwei: Bowling for Columbine von Michael Moore.

2. Jim Jarmusch hat mit Ghost Dog: The Way of the Samurai seine beste Regiearbeit abgelegt, weil Forest Whitaker darin großartig ist und es wohl einer seiner zugänglichsten Filme ist, aber trotzdem immer noch was spezielles. Außerdem: geiler Soundtrack von The RZA.

3. Der beste Film mit Judi Dench ist für mich schwer zu benennen, weil ich sie immer sehr gerne sehe. Ich glaube, zum ersten Mal richtig positiv aufgefallen ist sie mir in Shakespeare in Love als Queen Elizabeth.

4. Es gibt ja so manches Genre, was im Grunde so gut wie ausgestorben ist, seien es Piratenfilme oder auch klassische Western, auch wenn es (erfolgreiche) Ausnahmen von der Regel gibt (Pirates of the Carribean, True Grit). Könnt ihr euch erklären, warum diese von der Bildfläche verschwunden sind?

Banale Antwort: Trends kommen und gehen. Die meisten kommen wieder. Die einen bleiben länger weg, die anderen weniger lang. Man kann das alles auch ganz gut und plausibel mit soziologischen und kulturwissenschaftlichen Analysen begründen (oder mit 9/11, das geht immer), aber das sollen die machen, die das gelernt haben und/oder Geld dafür bekommen.

5. Ist es euch schon einmal passiert, dass ihr erst aufgrund der Verfilmung von einem Buch erfahren hattet, welches ihr daraufhin gelesen habt und wie hat das gegebenenfalls eure Sichtweise auf den Film verändert?

Entscheidend ist nicht, wann man davon erfahren hat, sondern ob man zuerst das Buch liest und dann den Film sieht oder umgekehrt. Man kann nicht eindeutig sagen, was besser ist, aber die Sichtweise beeinflusst es auf jeden Fall. Wenn man das Buch nach dem Film liest, hat man zwangsläufig gewisse Bilder und Vorstellungen schon im Kopf, was ein bisschen schade ist. Aber ein gutes Buch hält das aus.

6. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten Serien zu schauen, ob auf DVD, im Internet, Pay- oder Free-TV, aber am ehesten bevorzuge ich doch die DVD. Da gibt es nämlich Original mit Untertitel und das liebe ich.
Free-TV: Nehm ich auch, allerdings nicht ohne meinen Festplattenrecorder. Sich täglich oder wöchentlich zu einer bestimmten Zeit vor den Fernseher zu setzen, ist für mich eigentlich nicht mehr vorstellbar.
Pay-TV: hab ich nicht, fehlt mir nicht (das unlängst angekündigte Sky Atlantic klingt allerdings sehr reizvoll).
Internet: kommt nur gelegentlich vor, vor allem dann, wenn ich mal eine einzelne Folge nachholen will, die ich im Free-TV verpasst oder aufzunehmen vergessen habe. Zum Lückenschließen sehr praktisch. Eine komplette Serie nur via Internet zu gucken, ist bei mir noch nicht vorgekommen. Will ich aber nicht ausschließen, sollte es irgendwann mal möglich sein, Dienste wie Hulu auch hierzulande verfügbar zu machen. Das oft genannte Argument „Ich muss es sofort sehen!“ ist bei mir keins. Mein Stapel an ungesehenen und ungelesenen Medien ist so hoch, dass ich problemlos warten kann.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Bud’s Best von Friedemann Beyer und Irene Höfer und der war eine interessante und launige Doku über Leben, Werk und Kultstatus von Bud Spencer, weil ein schöner Mix von Leuten zu Wort kam, von Signor Pedersoli selber über seine Familie bis zu Hardcore-Fans und Fachleuten wie Rüdiger Suchsland. Lief am Samstag auf Arte und kann noch ein paar Tage lang online geguckt werden:

 

4 Gedanken zu „Media Monday #38

  1. Ich muss feststellen, dass ich Jim Jarmusch unterschätzt habe. Ich habe ihn immer als so einen schwerz zugänglichen Nischen- bzw. Randgruppen-Regisseur abgetan und mich deshalb nie aufrichtig mit seinen Filmen befasst. Aber seine Werke sind offenbar doch schon weiter gestreut als ich es vermutet hätte. Postive Erkenntnis dieses Media Mondays von meiner Seite.

  2. Oh, danke für die Erwähnung von „Bud’s Best“ – sollte ich mir als großer Bud Spencer-Fan in meiner Kindheit wohl auch einmal anschauen.

  3. „auf Anregung einiger Teilnehmer“ sehr schön ;-)

    Mit Judi Dench geht es mir ganz genauso. Sie hat so ein gewisses Charisma, eine Ausstrahlung, dass sie mir eigentlich noch in so ziemlich jeder Rolle gefallen hat.

    Deine Antwort auf Frage 6 finde ich sehr schön, schön ausführlich und beinahe deckungsgleich zu meinen Ansichten. Dieses „Sofort-sehen-müssen“ erschließt sich mir auch nicht recht, zumal ich da lieber auf eine vortreffliche DVD- oder BluRay-Auswertung warte und es mir auf dem heimischen Sofa vorm Fernseher gemütlich machen kann, statt vor dem Laptop hocken zu müssen (und dann womöglich noch Ruckler oder Werbeeinblendungen ertragen zu müssen).

    Und mit „Ghost Dog: The Way of the Samurai“ konnte ich doch glatt wieder eine Filmempfehlung aufgreifen, denn von Jarmuschs Filmen kenne ich tatsächlich noch nicht so viele.

  4. Deiner Antwort auf Frage 6 kann ich auch nur zustimmen. Ich schaue auch am liebsten DVD, danach Festplattenrekorder. Deshalb bin ich jetzt auch erst bei der dritten Folge von „Borgen“, kann aber dann weitergucken, wenn es mir passt. Schließlich will ich nicht, dass mein Leben vom Fernsehprogramm bestimmt wird. :-)

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