Um den Rückstand aufzuholen, heute eine Doppelnummer.

Im Kino sehen:
The Pirates! Band of Misfits (Die Piraten – Ein Haufen merkwürdiger Typen): Deutsche Politdoku über eine aufstrebende Partei, mit der keiner gerechnet hatte. Endlich wieder ein Claymation-Film! Nach zwei Trickfilmen aus dem Rechner (Flushed Away und Arthur Christmas) gibt es hier wieder klassische Stop-Motion-Kunst aus dem Hause Aaardman Animation (wenn auch mit digitaler Unterstützung und leider in 3D). Für mich als alten Wallace & Gromit-Fanboy ist das selbstverständlich Pflicht. Und der Trailer lässt hoffen, dass auch hier wieder alle Altersklassen sehr viel Spaß haben können.

Auf die DVD warten:
The Woman in Black (Die Frau in Schwarz): Für seine erste große Rolle nach Harry Potter hat sich Daniel Radcliffe einen Film der wiederbelebten Hammer Studios ausgesucht. Der viktorianische Spukhaus-Grusler basiert auf einem Buch von Susan Hill, das auch schon als Theaterstück, Hörspiel und TV-Serie umgesetzt wurde, und war in Großbritannien ein ziemlicher Erfolg. Wer altmodischen Horror mit viel Atmosphäre und wenig Blut mag, dürfte hier auf seine Kosten kommen.

Mirror Mirror (Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen): Die erste von zwei Schneewittchen-Variationen, die dieses Jahr ins Kino kommen. Im Gegensatz zum sehr düsteren Snow White and the Huntsman (kommt in zwei Monaten) geht es hier eher humorvoll zu, und Julia Roberts darf als böse Stiefmutter glänzen. Regisseur Tarsem Singh sorgt für Opulenz und Bildgewalt, aber so richtig zünden will’s dann wohl doch nicht, meint Daniel Sander bei SpOn: “ein filmgewordenes Meer der Finsternis”.

Iron Sky (Iron Sky): Nazis auf dem Mond! Von vielen Filmnerds und einer beachtlichen Online-Fangemeinde sehnsüchtig erwarteter Trash-Spaß aus Finnland. Ich hab ihn schon gesehen und finde: Cool besetzt, beeindruckend gemacht, aber trotzdem enttäuschend. Für eine Komödie fehlt hier einfach der Witz. Könnte sich aber als “DVD+Sofa+Bier+Kumpels”-Film eignen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Kongen av Bastøy (King of Devil’s Island): Norwegisches Knastdrama um eine Gefängnisinsel Anfang des 20. Jahrhunderts. Stellan Skarsgård spielt den Gefängnisleiter.

Elles (Das bessere Leben): Eine Journalistin (Juliette Binoche) schreibt eine Reportage über Studentinnen, die anschaffen gehen, und kommt dabei ins Grübeln, ob ihr gesetztes Mittelklasseleben wirklich so toll ist und wer eigentlich das, siehe Titel, bessere Leben hat.

Muss nicht sein:
Et si on vivait tous ensemble? (Und wenn wir alle zusammenziehen?): Daniel Brühl und eine Reihe von Altstars (u.a. Jane Fonda, Pierre Richard) gründen eine Senioren-WG. Wohlfühlfilm fürs ältere Publikum, da bin ich nicht die Zielgruppe, aber man kann wenig dagegen einwenden.

Sams im Glück: Für Kinder bestimmt ganz lustig. Aber: ist das eigentlich Pflicht für deutsche Schauspieler, in Kinderfilmen immer so hemmungloses Overacting zu betreiben? Man hält das ja schon im Trailer kaum aus.

The Door (Hinter der Tür): Europäische Co-Produktion mit Helen Mirren und Martina Gedeck in den Hauptrollen. Es geht um das Verhältnis zwischen einer Autorin und ihrer Haushälterin im Ungarn der 60er Jahre. Sieht ein bisschen aus wie der typische TV-Zweiteiler zum Feiertag.

The Lady (The Lady – Ein geteiltes Herz): Biopic über die birmesische Freiheitskämpferin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (gespielt von Michelle Yeoh). Luc Besson inszeniert das als gefühliges Drama, das augenscheinlich recht viel Kitsch und Pathos enthält. Nichts für mich.

Russendisko: Wladimir Kaminers wunderbare Episoden, nicht so wunderbar verfilmt als zusammenhängende Geschichte von drei jungen Russen, die ins Nachwende-Berlin kommen und ihr Glück suchen. Die Hauptrolle spielt der total russisch wirkende, leider omnipräsente Matthias Schweighöfer. Lest das Buch!

The Music Never Stopped: Rührstück nach einer wahren Begebenheit: Alte Hits der Sixties und Seventies helfen einem Gehirntumor-Patienten gesundheitlich und in der Beziehung zur Familie. Klingt arg kitschig, hat aber schöne Musik.

Wrath of the Titans (Zorn der Titanen): Kaum zu glauben, dass Clash of the Titans tatsächlich so erfolgreich war, dass man wenig später schon ein Sequel nachschiebt. Fand den IRGENDWER gut?

What’s Your Number? (Der perfekte Ex): Überflüssige RomCom mit Anna Faris als Blondine, die alle ihre 19 Ex-Freunde nochmal aufsucht, weil einer davon doch der richtige sein muss.

Die Wahrheit der Lüge: Der neue Film vom ohne Filmförderung drehenden Roland Reber (man erinnert sich an das Skandälchen bei seinem letzten Film). Sieht aus, als hätte da jemand eine (pseudo-) intellektuelle Version von Saw zu drehen versucht, aber doch nur Trash geschafft.

Sonst noch:
Sei Venezia (6 x Venedig): Doku über sechs verschiedene Menschen in Venedig.

Out of the Darkness: Doku über Augenärzte in Nepal, die Menschen mit Grauem Star behandeln.

Violinissimo: Doku über Hochleistungsgeiger bei einem Musikwettbewerb.

Und Titanic 3D gibt’s auch noch, aber Wiederaufführungen lasse ich hier grundsätzlich weg, egal ob mit oder ohne Brillenzwang.