Schon im Jahr 1997 hatte die Firma Platinum Studios die Filmrechte an Dylan Dog gekauft, jenem italienischen Comic-Klassiker aus dem Genre der “Fumetti Neri”. Doch erst 2011 feierte der fertige Film seine Premiere. In Deutschland kam der Film nicht ins Kino, sondern wurde Anfang des Jahres direkt auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht. Brandon Routh, der als Superman bereits Erfahrung in Sachen Comicverfilmungen vorweisen kann, spielt den Titelhelden: einen coolen Privatdetektiv, der für übernatürliche Verbrechen zuständig ist.

Die Story von “Dead of Night” (so der Untertitel) beginnt mit einem Dylan Dog, der sich aus dem Geschäftsbereich des Paranormalen zurückgezogen hat und nur noch als “klassischer” Privatdetektiv arbeitet. Kleinkram wie das Verfolgen von Seitensprüngen, das Übliche. Doch ein Zufall führt dazu, dass er sich wieder seinem alten Spezialgebiet zuwendet: Ein Mann ist ermordet worden und alle Spuren weisen auf einen Werwolf hin. Die Ermittlungen führen Dylan und seinen Assistenten Marcus in das Milieu von Vampiren, Werwölfen und Zombies, die in New Orleans mehr oder weniger im Verborgenen leben. Dylan hatte früher einmal die Rolle des “Vermittlers” zwischen diesen Untoten und den Menschen inne, er kennt sich also aus mit diesen Geschöpfen. Bald bringt er in Erfahrung, dass rivalisierende Untoten-Clans auf der Jagd nach einem wertvollen Artefakt sind, mit dem ein mächtiger Dämon heraufbeschworen werden kann. Als jedoch Hilfsdetektiv Marcus gebissen wird und langsam zum Zombie mutiert, werden die Dinge kompliziert …

Schon diese kurze Beschreibung lässt erahnen: Nichts am Drehbuch von Dead of Night ist wirklich originell. Ständig begegnet man Versatzstücken aus Serien wie Buffy, Angel oder True Blood und Filmen wie Underworld oder Hellboy. Und obendrein ist die Handlung auch noch ziemlich vorhersehbar. Das wäre noch kein Problem für einen Genrefilm, wenn er zum Beispiel über die Figuren einen eigenständigen Ansatz finden würde. Und die Figur des Dylan Dog, wie Tiziano Sclavi sie für seine Comics geschaffen hat, bietet dafür eigentlich beste Voraussetzungen. In den Fumetti ist Dylan ein melancholischer Dandy mit exzentrischen Hobbys, einer ganzen Reihe von Phobien und einem Hang zu schönen Frauen. Leider verschenkt Regisseur Kevin Munroe (TMNT) diese Chance: Brandon Routh ist als Dylan Dog zwar gutaussehend, ansonsten aber blass, glatt, konturlos und ohne jedes Charisma. Außer dem roten Hemd, das er stets zu Jeans und Jacket trägt, hat er nur wenig mit seinem Comic-Vorbild gemein.

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