Mate-me por favor (Kill Me, Please) (#ffmuc16)

ffmucGesehen beim Filmfest München.

Mate-me por favor von Anita Rocha da Silveira spielt in Rio de Janeiros Stadtteil Barra da Tijuca, über den es in der Wikipedia heißt, „hier wohnen auch die Schönen und Reichen der Stadt“. Zwar sieht man den ProtagonistInnen des Films an, dass sie alle eher aus der oberen Mittelklasse stammen, aber glamourös sieht das Barra des Films nicht aus. Wohnsilos, Brachland, U-Bahn-Stationen, Baustellen. Ganz anders also als die gängigen Brasilien-Klischees. Wir beobachten die 16-jährige Bia und ihre Freundinnen in ihrem Alltag, zwischen Schule, Knutschen, Kirchgang(!), noch mehr Knutschen und Rumhängen. Alles ganz normal, allerdings gibt es ganz in der Nähe eine Reihe von Todesfällen, deren Opfer junge Frauen sind – womöglich ein Serienmörder? Die Mädchen sind von diesen Vorgängen merkwürdig fasziniert, es beschäftigt sie sehr. Erwachsene kommen übrigens so gut wie gar nicht vor im Film, wir sehen weder Lehrer noch Eltern, die Teenager scheinen ständig nur unter ihresgleichen zu sein.

Dieser Film ist ein ungewöhnliches Porträt einer Jugend, ein Teeniefilm in der Geschmacksrichtung seltsam-surreal. Der unvermeidliche David Lynch wird im Programmheft als Referenz herangezogen; das passiert ja immer, wenn ein Film mit unerklärlichen, sinistren und unbehaglichen Stimmungen arbeitet. Das tut auch Mate-me, und ich muss gestehen, für mich blieben da viele Fragezeichen. Was genau die Regisseurin da sagen und erzählen will, ist mir nicht recht klar geworden. Statt einer stringenten Geschichte bekommt man hier eher ein Album von Szenen und Stimmungen zu sehen. Was bleibt, sind ein paar faszinierende Bilder und Sequenzen, nicht zuletzt die aus den stylish-überzeichneten Freikirchen-Gottesdiensten mit cheesy Popmusik und rosafarbener Bonbon-Optik.

Fazit: Hmmm.