Lebenszeichen

Weia, ich habe hier ein halbes Jahr nichts veröffentlicht. Dieses Blog mag zwar schon ranzig riechen, tot ist es aber noch nicht. Ich spüre gerade das Ende einer gewissen Blogmüdigkeit und werde hier bald wieder mehr machen. Aktuell schreibe ich gerade nach und nach Dinge auf, die mir zu den acht Filmen einfallen, die ich auf dem Filmfest München gesehen habe. Später findet ihr diese Texte auch hier im Blog, momentan entstehen sie drüben bei Ello.

Ello? Ja, das ist dieses komische neue Social Network, das irgendwie gut aussieht und sich mit interessanten Datenschutz-Versprechungen von der Konkurrenz abhebt. Letzten Herbst gab es auch eine kurze Userschwemme, als sich viele gute Leute dort einen Account angelegt haben. Mittlerweile hat sich Ello technisch ganz gut entwickelt, es gibt dort inzwischen alle Instrumente, die man so braucht (teilen, Herzen vergeben, blocken usw.) – nur inhaltlich passiert halt fast nix, weil nur wenige dort aktiv sind. Das ist schade, und deshalb werden meine Filmfest-Reviews test- und spaßeshalber erst mal dort gepostet.

 

Fünf Jahre Abspannsitzenbleiber

Wie mir gerade auffällt, hat dieses kleine Blog vor etwas mehr als einer Woche seinen fünften Geburtstag gefeiert. Und es gab in all den Jahren kein einziges Update des äußeren Erscheinungsbildes. Aber weil ein Kind mit fünf Jahren doch auch mal in neue Klamotten schlüpfen kann, spendiere ich ihm hiermit ein neues Outfit. Es heißt Typominima, stammt von blogsessive.com und wurde von mir ein wenig modifiziert, damit weiterhin alles auf Deutsch ist und auch Umlaute angezeigt werden können. Es ist ähnlich minimalistisch wie mein altes Layout, aber etwas edler. Mir gefällt’s. Wer die rechte Seitenleiste vermisst: diese Funktionen sind nach unten gewandert.

Was momentan noch fehlt, ist die Blogroll und meine bei Delicious verwalteten Link-Empfehlungen. Die passen noch nicht recht ins neue Layout, mal sehen, wie sich das noch lösen lässt.

Außerdem neu: Alle Beiträge können ab sofort geflattrt werden. Flattr finde ich als Social-Micropayment-System sehr spannend, nutze es als Zahlender schon seit einigen Monaten und binde es nun auch hier im Blog ein. Nicht weil ich mit meinen Beiträgen Geld verdienen will, sondern weil ich finde, dass Flattr ein schönes Tool ist, um einem Beitrag, der einem gefällt, seine Wertschätzung zu erweisen. Versteht den Button nicht als Bettelei, sondern als Einladung. Eine kleine Tasse, auf der „Tips welcome“ steht.

 

Titelfindungskommission gescheitert

Der argentinische Film El secreto de sus ojos von Juan José Campanella gewann im Frühjahr den Auslands-Oscar und kommt im Oktober auch in Deutschland ins Kino.

Aus diesem Anlass beauftragte der deutsche Verleih eine PR-Agentur mit einer kleinen Aktion unter Bloggern, die aufgefordert wurden, Vorschläge für einen deutschen Verleihtitel zu machen und dann auch gleich über die Vorschläge der anderen Teilnehmer abzustimmen. Na gut, dachte ich, ich gehöre ja auch zu denen, die immer über missratene deutsche Titel lästern, probierst du’s mal selber.

Eine besonders lustige oder aufregende Aktion ist daraus leider nicht geworden, was vielleicht einfach am Film liegt, über den man recht wenig weiß und der inhaltlich nicht zu originellen Höhenflügen bei der Titelfindung einlädt. Am Ende gab es 21 Vorschläge von acht Bloggern, mir selber wollte nur einer einfallen. Beim Voting stimmte eine Mehrheit für den Vorschlag Die Schuld im Gestern, einen Titel, der mich eher überhaupt nicht ins Kino locken könnte.

So ist es vielleicht nicht die schlechteste Idee vom Verleih, keinen der 21 Vorschläge zu übernehmen, sondern sich auf die naheliegende Idee zu verlassen, eng am Titel zu bleiben und den Film In ihren Augen zu nennen.

Man könnte also resümieren, dass die ganze Aktion relativ sinnlos war, wenn der Verleih schließlich doch seine eigene Idee umsetzt. Wobei es bei der Sache sicher nicht primär um die Titelfindung ging, sondern um ein halbwegs originelles Bekanntmachen des Films und seines Titels. Wenn alle Teilnehmer es machen wie ich und von der Aktion in ihren Blogs berichten, gibt es immerhin ein bisschen Öffentlichkeit, womit Verleih und Agentur ihr Ziel womöglich schon erreicht haben.

Wie auch immer; zumindest ein Titelvorschlag war dabei, der mich sehr amüsierte. Weill er schlicht alles zusammenfasst, was man als Uninformierter über den Film weiß, und weil er auch ganz schön auf den Punkt bringt, wie fruchtlos solche PR-Aktionen am Ende meistens sind: Ein unbekannter Argentinier, der in L.A. das WEISSE BAND zerschnitt.