Das stetig mutierende Filmstöckchen

Seit einer Weile geht ein Fragebogen zum Thema Film durch die Blogs, der nun vom Stadtneurotiker auch zu mir geworfen wurde. Der charmante Dreh daran ist, dass hier nicht die gleichen Fragen von Blog zu Blog gereicht werden, sondern immer wieder neue. So war das ursprünglich auch gar kein Filmfragebogen, sondern ist erst kürzlich zu einem solchen mutiert. Faszinierend. Die Mutation geschah bei Tonight is gonna be a large one (knallhart recherchiert!).

Hier also meine Antworten:

1. Hast Du schon mal einen Film vor dem Abspann verlassen? Wenn ja, warum?

Ja, und zwar bei einem berühmten Vertreter der „Torture Porn“-Genres. Das war mir zu krass, ich hab’s körperlich nicht vertragen und musste raus. Ja, ich bin ein Weichei.

2. Wenn Du Schauspielerin oder Schauspieler wärst: Unter wessen Regie würdest Du am liebsten spielen?

Am liebsten unter einem, der eine eigene, kreative und originelle Idee hat, die er wirklich umsetzen will. Und für die er mich gecastet hat, weil ich genau zu dieser Idee passe. (Gut, dass ich kein Schauspieler bin.)

3. Wie wichtig ist Dir Atmosphäre im Kino und was macht sie aus?

Atmosphäre ist total wichtig, vor allem heutzutage, wo ich potentiell so ziemlich jeden Film auch zuhause sehen kann. Ich will mich wohlfühlen im Kino und ich will, dass das ein Ort ist, wo Filme im Mittelpunkt stehen und nicht das Rahmenprogramm für den Popcorn-Abverkauf sind. Ich mag die alten Kinos, denen man ihre lange Geschichte ansehen kann (in München sind das z.B. Neues Arena, Theatiner Filmkunst, Sendlinger Tor) und die Eigensinnigen, die ein bisschen anders sind (z.B. Monopol oder Werkstattkino). Entscheidend zur Atmosphäre trägt natürlich auch das Publikum bei, und auch da gilt: Schön ist es da, wo die Leute kommen, weil sie gute Filme sehen wollen.
Für diese Art der Atmosphäre nehme ich auch in Kauf, mal nicht auf extrem bequemen Polstern zu sitzen, und verzichte auf Superduper-Surroundsound. Um jeden Preis zu vermeiden sind Kinos, deren Flair aus einer Mischung aus Flughafen und Fastfoodtempel besteht. Ihr wisst, welche ich meine.

4. Corinna Harfouch, eine der renommiertesten Theaterschauspielerinnen in Deutschland, hat einmal beklagt, daß es in Deutschland keine Kinostars gebe. Wie siehst Du das?

Ach, immer dieses Gejammer. Was meint sie überhaupt mit „Kinostar“? Eine glamouröse Diva wie Marlene Dietrich? Topstars, die Millionen kennen und die Filme im Alleingang zum Blockbuster machen? Mir fehlen sie nicht, die Kinostars. Wichtig sind gute Schauspieler. Die gibt es durchaus, und ein paar von ihnen kommen sogar aus Deutschland.

5. Was ist Dein Filmtraumpaar (Schauspieler oder Figuren)?

Ehrlich gesagt, ich habe kein Filmtraumpaar, mir fällt auch bei angestrengtem Nachdenken nichts Schlaues ein. Am ehesten noch klassische Buddy-Pärchen: Jake und Elwood Blues, Bud Spencer und Terrence Hill, Simon Pegg und Nick Frost.

Fünf neue Fragen:
1. Wenn du im Bekanntenkreis nach Filmempfehlungen gefragt wirst: nach welchen Kriterien empfiehlst du anderen einen Film (bzw. rätst ab)?

2. Liest du Filmkritiken lieber, bevor du den entsprechenden Film selber ansiehst, oder danach?

3. Ein Lieblings-Filmkritiker?

4. Schon klar, eigentlich braucht man weder Sequels noch Remakes. Trotzdem: Welcher Film braucht unbedingt ein Remake?

5. …. und welcher sollte dringend noch eine Fortsetzung bekommen?

Ich reiche die Fragen an Peter Noster, den Hirnrekorder und the stiller, wenn sie möchten. Und falls sonst noch jemand mag, fühlt euch eingeladen.

 

Mittwochsauflösung zum Freitagstexter

Letzten Freitag bat ich im Rahmen des Freitagstexter-Spiels um originelle Bildunterschriften zu diesem Foto:

Etliche Teilnehmer mühten sich mehr oder weniger inspririert mit den naheliegenden Worten „Rohr“ oder „Röhren“ ab. Seien wir ehrlich, die Ergebnisse dieser Bemühungen waren nicht gerade umwerfend.

Viel besser gefiel mir da schon
„Den Zusatzantrieb durch aufgesattelte Patriot-Raketen hätte Andy Green wohl lieber auf den Bonneville Salt Flats ausprobieren sollen.“ (Ulf)
oder
„Herzlich Willkommen zur Vorberichterstattung der XXL-Mikado-Meisterschaft.“ (donvanone)

Mein klarer Favorit aber ist dieser Beitrag:
„Er hatte seine Schwiegermutter ursprünglich nicht mit in die Stadt nehmen wollen, aber sie hatte einfach die Beifahrertür geöffnet, sich hingesetzt und ihn angeranzt, endlich loszufahren.“
Erzählt eine kleine Geschichte, lässt im Kopf sofort ein paar neue Bilder entstehen und ist obendrein ein bisschen boshaft. Sehr schön.

Der Pokal geht damit an Kiki und die nächste Runde des Freitagstexters findet dann auf e13.de statt, einem Blog, das ich sowieso jedem ans Herz lege (den Golf-Content kann man ja ignorieren ;-))

 

Freitagstexter

Letzte Woche hat Freund Totontli in seinem Blog das Freitagstexter-Spiel ausgetragen. Ich habe gewonnen, und darum läuft die nächste Runde hier. Ziel des Spiels ist, das untenstehende Foto mit einem möglichst originellen Begleittext zu versehen. Einsendeschluss ist Mittwoch, 12 Uhr. Dann wird eine einköpfige Fachjury (bestehend aus mir) in einer langen Gremiensitzung den nächsten Sieger küren. Und in dessen Blog geht’s dann weiter (es wäre also ganz praktisch, ein Blog zu haben, aber teilnehmen kann man auch ohne). Das (momentan nicht ganz aktuelle) Archiv aller Freitagstexter seit 2007 steht hier.


(Zum Vergrößern aufs Bild klicken. Quelle: Gravestone)

Und jetzt her mit den Captions!

 

Oscar-Prognose 2010

Die Firma, die gutschein-codes.de betreibt, hat Filmblogger eingeladen*, ihre Prognose für die Oscars 2010 abzugeben. Für richtige Tipps gibt es Punkte, für falsche gibt es Minuspunkte, deshalb sind hier nicht alle Kategorien aufgeführt. Hier sind meine Tipps für Sonntagnacht:

Bester Film: Avatar
Beste Regie: Kathryn Bigelow – The Hurt Locker
Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges – Crazy Heart
Beste Hauptdarstellerin: Sandra Bullock – Blind Side
Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz – Inglourious Basterds
Beste Nebendarstellerin: Mo’Nique – Precious
Bestes Originaldrehbuch: Mark Boal – The Hurt Locker
Bestes adaptiertes Drehbuch: Jason Reitman und Sheldon Turner – Up in the Air
Bester Animationsfilm: Up – Pete Docter
Bester fremdsprachiger Film: Un prophète – Frankreich
Bester animierter Kurzfilm: Wallace & Gromit: A Matter of Loaf and Death – Nick Park
Bestes Szenenbild: Avatar – Rick Carter, Robert Stromberg und Kim Sinclair
Beste Kamera: Avatar – Mauro Fiore
Bester Dokumentarfilm: The Cove – Louie Psihoyos und Fisher Stevens
Bester Schnitt: Inglourious Basterds – Sally Menke
Beste Filmmusik: Up – Michael Giacchino
Bester Filmsong: „The Weary Kind“ (Crazy Heart) – Ryan Bingham und T-Bone Burnett
Bester Ton: Avatar
Bester Tonschnitt: Avatar
Beste visuelle Effekte: Avatar – Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham und Andrew R. Jones

(Ich wünsche mir so sehr, dass ich mit meinem „Best Picture“-Tipp danebenliege. Aber ich fürchte, dass die Chancen für Avatar gut stehen, vor allem weil man in dieser Kategorie auf 10 Nominierungen aufgestockt hat. Das heißt wahrscheinlich, dass sich die Stimmen für die Konkurrenz verteilen werden und Cameron schon mal eine Dankesrede in Na’vi-Sprache einstudieren kann. Leider.)
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* Disclosure: Ich bekomme für die Teilnahme an diesem Tippspiel einen 15-Euro-Gutschein geschenkt.