Geist ist geil

Im Kino: Alice in Wonderland (Alice im Wunderland)

Donnerstag, 04.03.2010

DISNEYs Alice in Wonderland steht groß auf den Plakaten, und in 3D kommt er daher. Man könnte also befürchten, dass hier ein grellbuntes Popcornspektakel für Kinder auf dem Programm steht und man nicht viel davon merkt, wer Regie geführt hat: Tim Burton nämlich, der bekanntlich für eher düster-morbide Stoffe steht. Die Furcht ist allerdings unbegründet: zwar geht seine Alice durchaus als Popcornspektakel durch, aber Burton hat deutlich seine Fußabdrücke hinterlassen.

Schon in den Büchern von Lewis Carroll ist das Wunderland keine rosarote Heitidei-Welt, sondern hat seine verstörenden und erschreckenden Seiten. Diese hebt Burton nun hervor, was zur Folge hat, dass der Film für sehr kleine Kinder eher nicht geeignet ist (die FSK-Freigabe “ab 12″ finde ich trotzdem überraschend — genauere Infos für Eltern gibt’s bei der britischen BBFC, die ein PG-Certificate vergeben hat). Alice in Wonderland ist keine direkte Adaption der beiden bald 150 Jahre alten, x-mal verfilmten Bücher von Lewis Carroll, sondern eine Fortschreibung, die den Konventionen des modernen Fantasyfilms folgt und trotzdem den Geist der Carroll’schen Vorlage bewahrt.

Die Titelheldin ist hier kein kleines Mädchen mehr, sondern eine 19jährige junge Frau, die gerade einen öffentlichen Heiratsantrag von einem schnöseligen Adligen bekommt. Aus der peinlichen Situation flieht sie, indem sie dem berühmten weißen Kaninchen in seinen Bau folgt. Von nun an sind wir in Underland, wo Alice schon sehnlichst erwartet wird. Nur ganz dunkel kann sie sich erinnern, schon einmal hier gewesen zu sein. Aber eigentlich dachte sie, das sei nur im Traum gewesen (und als kleines Mädchen hatte sie offenbar den Namen “Underland” falsch verstanden). Es sieht nicht gut aus in Underland: die Rote Königin (fantastisch gemimt von Helena Bonham-Carter) hat eine Schreckensherrschaft errichtet, unterdrückt und terrorisiert ihr Volk, auch mit Hilfe des schrecklichen Monsters Jabberwocky. Alice sei auserwählt, so sagt man ihr, mit Hilfe eines magischen Schwertes das Monster zu besiegen und das Volk zu befreien.

Hier sind wir auf ganz und gar klassischem Fantasy-Terrain: Der Held, bzw. die Heldin, der es vorbestimmt ist, das Böse zu besiegen, nachdem ein magischer Gegenstand gefunden und von A nach B gebracht worden ist. Dieser allzu vorhersehbare Standardplot, der in ein etwas seelenloses Finale mündet, ist die größte Schwäche des Films. Bei Carroll ist davon nichts zu lesen: seine Bücher haben kein klares Gut-gegen-Böse-Schema und folgen keinem stringenten Handlungsfaden, sondern springen scheinbar willkürlich von Szene zu Szene. Das wollten die mächtigen Hollywood-Bosse dann wohl doch nicht. Ansonsten aber blieb bei dieser sauteuren Produktion erfreulich viel Burton- und Carroll-Geschmack übrig. Wohlbekannte Figuren wie die Cheshire-Katze, das Raupentier, Tweedledee und Tweedledum und natürlich der verrückte Hutmacher, von Johnny Depp mit viel Freude am Overacting verkörpert, sorgen für die richtige Atmosphäre, es gibt reichlich skurrilen Humor und immer wieder schöne Anspielungen auf das Original. Die englische Fassung (die ich hiermit jedem sehr ans Herz lege) ist mit wunderbaren Sprechern für die digital animierten Fabelwesen besetzt: der Bass von Alan Rickman und die schmeichlerische Stimme von Stephan Fry als Grinsekatze sind herrlich anzuhören.

Auch optisch kann sich Alice in Wonderland sehen lassen. Underland und seine Bewohner sind größtenteils am Rechner entstanden und animiert und fügen sich stilistisch gut ins Gesamtwerk von Tim Burton ein. Die Verschmelzung von Real- und Animationsfilm erreicht dabei fast Avatar’sche Qualitäten. 3D ist hier, wie eigentlich immer, ein nettes Zusatzfeature, das aber nicht unbedingt sein muss. Es ist klar, dass dieses High-Tech-Design nicht den Charme entfaltet, den z.B. Burtons Stop-Motion-Film Corpse Bride auszeichnet. Das ist schade, aber alles in allem macht Alice in Wonderland viel zu viel Spaß, um sich darüber lange zu grämen. Down the rabbit hole!



Trailerschau für Filmstarts vom 25.2.

Samstag, 27.02.2010

Im Kino sehen:
Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans (Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen): Mit einem Remake, das kein Remake ist, dreht Regie-Sonderling Werner Herzog einen Mainstream-Film, der kein Mainstream-Film ist: Nicolas Cage als drogensüchtiger Cop in New Orleans kurz nach Katrina. Die Starbesetzung ist eher abschreckend: Cage und Eva Mendes waren zuletzt gemeinsam in der Gurke Ghost Rider zu sehen. Aber Herzog-Filme sind immer was Besonderes und die Kritiker sind überwiegend begeistert: 85% auf dem Tomatometer, 72 Punkte bei den Cargo-Ratings. Ekkehard Knörer schreibt in seinem nicht ganz einfachen Text: “Ein Hollywoodfilm voller ‘Stellen’, d.h. devianten Momenten, an denen, was ohne sie eine fast normale Noir-Cop-Story sein könnte, aufs irritierendste aufbricht, Blasen wirft, fantastische Blüten treibt und in der Summe aus diesem vermeintlichen Genre-Film ganz etwas andres und ziemlich Jenseitiges macht.”

Shutter Island: Ich verstehe ja immer noch nicht, was Marty Scorsese an Leo diCaprio findet. Er hat ihm schon wieder eine Hauptrolle gegeben. Hier ermittelt er in den 50er Jahren als traumatisierter Polizist in einem Mordfall, der sich in einer psychiatrischen Hochsicherheitsanstalt abgespielt hat. Auch wenn Scorseses Glanzzeiten schon länger vorbei sind, sieht das trotzdem nach einem soliden Noir-Horror-Thriller aus.

Auf die DVD warten:
9 (#9): Shane Acker hat 2005 einen vielbeachteten, düsteren Puppentrick-SF-Kurzfilm gedreht. Nun durfte er eine Langversion machen, mit Computeranimation statt Stop-Motion, begleitet von zwei prominenten Produzenten: Tibur Bekmambetov (Wächter der Nacht, Wanted) und Tim Burton. Aussehen tut das richtig, richtig gut — der Geschichte allerdings soll, wie man hört, die Streckung von 11 auf 79 Minuten nicht so gut getan haben. Würde ich trotzdem gerne gucken — doch leider haben es Trickfilme, die nicht für Kinder sind, bei uns immer noch sehr schwer, darum läuft #9 nur in einem Kino in Berlin, ist also mal wieder eher Vorab-Promo für den DVD-Release als ein ernsthafter Kinostart. Schade!

Vielleicht mal im Fernsehen:
Oceans (Unsere Ozeane): Nach Nomaden der Lüfte widmen sich Jacques Perrin und Jacques Cluzaud jetzt den Weltmeeren und haben wieder sehr spektakuläre Bilder gefunden, die hier noch nichtmal allzu sehr vom Off-Kommentar kaputtgeredet werden. Ist bestimmt sehr schön anzusehen, manche Rezensenten bemängeln allerdings eine gewisse Konzeptlosigkeit.

Plastic Planet: Doku aus Österreich, die uns bewusst machen will, wie viel Plastik wir Tag für Tag verwenden und warum das nicht gut für die Umwelt ist. Regisseur Werner Boote wählt einen Michael-Moore-artigen Ansatz, stellt sich also selber ins Zentrum, verwendet Humor und Polemik und legt keinen Wert auf Objektivität. Je nachdem, wie man zu der Grundthese des Films steht, wird das dann erfreulich oder ärgerlich sein.

Muss nicht sein:
The Rainbowmaker: Magischer Realismus aus Georgien, für den Ulrich Kriest im film-dienst harte Worte findet: “kalkuliert inszeniertes Kunstgewerbe für ein an billigen Exotismen interessiertes Arthouse-Publikum mit Zivilisationsüberdruss”.

Wiegenlieder: Mehr Film-Essay als Doku, bei dem es augenscheinlich um Wiegenlieder gehen soll, die man kleinen Kindern vorsingt. Die Macher haben aber derart viel Kunstwillen in ihren Film gepackt, dass schon die Besichtigung des Trailers eine sehr anstrengende Beschäftigung ist.

Antônia: Girl-Band aus den Favelas von Sao Paulo wittert den großen Durchbruch, scheitert dann aber an den realen Gegebenheiten. Sozialdrama für eine jugendliche Zielgruppe, dem laut film-dienst “der Balanceakt zwischen realistischer Milieuschilderung und märchenhafter Aufstiegsfantasie misslingt”.

Nine: In 30 Rock gab es kürzlich einen Preis für die beste Verfilmung eines Musicals, das auf einem Film basiert. Und genau so etwas haben wir hier. Das Musical Nine beruht lose auf Fellinis 8 1/2, war am Broadway sehr erfolgreich und wurde nun von Chicago-Macher Rob Marshall mit beeindruckender Starpower verfilmt. Daniel Day-Lewis wird umgeben von Penelope Cruz, Nicole Kidman, Spohia Loren, Judi Dench und weiteren Diven. Musicals mag ich nicht besonders, aber vielleicht könnte ich stattdessen mal eine Bildungslücke schließen und 8 1/2 anschauen.



Im Kino: Up in the Air

Freitag, 26.02.2010

Ryan Bingham (George Clooney) arbeitet sehr erfolgreich für eine Firma, die für andere Firmen die komplette Abwicklung übernimmt, wenn es um Kündigungen geht. Er darf also Arbeitnehmern, die er nicht kennt, mehr oder weniger einfühlsam erklären, dass sie entlassen werden; dabei fliegt er kreuz und quer durch die USA und fühlt sich nirgendwo heimischer als in Flugzeugen und -häfen. Sein großes Ziel im Leben: mehr als zehn Millionen Flugmeilen zu sammeln und damit in den exklusiven Vielflieger-Club seiner Stamm-Airline aufgenommen zu werden.

Up in the Air von Jason Reitman beginnt als Porträt eines nicht ganz unsympathischen Zynikers und könnte durchaus als satirische Kapitalismuskritik durchgehen. Wenn wir die Kündigungsgespräche sehen (in denen die Entlassenen überwiegend von Laiendarstellern gespielt werden), ahnen wir, was es bedeutet, wenn Arbeitnehmer nur noch als Humankapital behandelt werden. Aber Reitman interessiert das eigentlich gar nicht, er will auf etwas anderes hinaus und fragt: Kann ein Mensch glücklich werden, wenn er extrem individualistisch und damit auch recht einsam ist?

Bingham bekommt es deshalb mit zwei Frauen zu tun: Natalie, eine angehende Karrierefrau, die gerne genauso effizient-zynisch wäre wie Bingham, aber feststellen muss, dass sie dafür nicht kalt und hart genug ist, und Alex, das weibliche Ebenbild zu ihm — genauso erfolgreich, genauso individualistisch, die perfekte Affäre. Anna Kendrick und Vera Farmiga spielen diese beiden Rollen punktgenau und eindrucksvoll und übertrumpfen dabei mühelos Hauptdarsteller Clooney — der ist zwar auch toll, muss dafür aber nicht viel tun, weil seine Rolle so angelegt ist, dass Clooney einfach nur Clooney sein muss.

Bis hierhin wäre Up in the Air ein sehr guter Film, doch leider schickt Reitman seine Hauptfigur im letzten Drittel noch durch einen Läuterungsprozess, der auf einer Familienfeier stattfindet und ein sanftes Herz unter der rauhen Schale freilegt. Und hier wird’s dann doch sehr hollywoodesk, auch wenn der Film auf das ganz große Happy End verzichtet. Ziemlich merkwürdig: kurz vor Schluss gibt es nochmal Statements einiger entlassener Arbeitnehmer, deren Tenor ist, so schlimm sei das letztlich doch gar nicht gewesen. Und so werde ich den Verdacht nicht los, dass hier am Ende doch sehr konservative bis neoliberale Werte hochgehalten werden, nur eben angenehm verpackt in einer konsensfähigen Wohlfühl-Kuschel-Kapitalismuskritik. Die Academy wird’s mögen.

Positiv in Erinnerung bleiben sehr gute Schauspielerleistungen und einige tolle Bilder, wie z.B. die bizarren Luftaufnahmen amerikanischer Städte und Landschaften und die großartige Flughafen-Choreografie, in der Bingham demonstriert, wie elegant er den Parkour aus Check-In, Sicherheitskontrollen und Absperrungen bewältigen kann.

Abgelegt unter: geguckt
1 Kommentar


Im Kino: Sherlock Holmes

Donnerstag, 25.02.2010

Man kann mit Fug und Recht einiges kritisieren an Guy Ritchies Version von Sherlock Holmes. Zum Beispiel die eher uninspirierte Krimihandlung und natürlich die Tatsache, dass der Superdetektiv hier zum prügelnden Actionhelden mutiert und damit eher wenig Wert auf Werktreue zu Sir Conan Doyles Geschichten gelegt wird. Das Ergebnis ist aber ein sehr gut funktionierender Popcorn-Film, der bestens unterhält, ohne ärgerlich zu sein. Man muss nur einmal an zwei ähnlich gelagerte Filmgurken denken, die modernes Blockbuster-Entertainment vor viktorianischer Kulisse bieten wollten. Im Vergleich zu Van Helsing oder League of Extraordinary Gentlemen ist Sherlock Holmes nämlich geradezu ein Meisterwerk.

Die Action ist ordentlich inszeniert (Schweinehälften! Hurra!), die Kulissen sehen toll aus, aber vor allem punktet Ritchies Holmes durch Robert Downey Jr. als Holmes und Jude Law als Dr. Watson, die ihre Rollen hervorragend ausfüllen, mit viel Spielfreude agieren und dafür sorgen, dass die Chemie zwischen diesen beiden Figuren einfach stimmt. Das Drehbuch spendiert den beiden etliche knackige Onliner und nette Dialoge mit viel Augenzwinkern, die viel Spaß machen und dem Film sehr gut tun. Worum es in der Story eigentlich genau geht, habe ich mittlerweile schon fast wieder vergessen — das spricht nicht für den Plot und zeigt, dass der Film sicher noch ein ganzes Stück besser hätte werden können. Aber eben auch viel, viel schlechter. Also haben wir hiermit halt einen neuen, frischen Popcorn-Holmes, angesiedelt irgendwo zwischen James Bond und Batman — und genau wie in Batman Begins gibt es hier eine Schlussszene, die auf einen zweiten Teil verweist und ankündigt, dass dann der Erz-Widersacher (bei Batman der Joker, bei Holmes Professor Moriarty) eine Hauptrolle spielen wird.

(Aus der Reihe Filme in zehn Sätzen)

Abgelegt unter: geguckt
3 Kommentare


Im Kino: Zombieland

Mittwoch, 24.02.2010

Die Vereinigten Staaten sind Zombieland, viel erklären muss man da nicht — hier gelten Genreregeln, nicht Logikregeln. Die meisten Menschen sind also infiziert und zu fleischgierigen Untoten mutiert, nur ein paar besonders wachsame Zeitgenossen sind noch übrig. Der wachsamste von allen ist Columbus (Jesse Eisenberg), ein nerdiger Schluffi-Teenager — er hat für sich selbst ein strenges Regelwerk aufgestellt, dessen penible Einhaltung ihm das Überleben sichert. Zufällig begegnet er Tallahassee (Woody Harrelson), einem Redneck vom Typ “harter Hund”, der sich richtig freut, dass mit den Zombies nun endlich genügend Leute herumlaufen, denen er ungestraft mit dem Baseballschläger eins überbraten kann. Gemeinsam machen sich die beiden auf eine Roadmovie-Reise durch ein Amerika der Untoten und dürfen dabei nicht nur Zombies kloppen, sondern auch Mädchen retten.

Die Story bleibt dabei jederzeit sehr simpel und unspektakulär, das große Plus des Films ist sein erfrischender Humor. Ein Diplom in Zombiewissenschaften ist nicht erforderlich, und auch zartbesaitetere Filmfreunde, die um Blut und Gedärm lieber einen Bogen machen, können einen Blick wagen, weil der Film auf allzu heftige Splatterszenen verzichtet. Immer mit dabei: Columbus’ goldene Regeln, die immer dann, wenn sie angewandt werden, in grafisch sehr fescher Manier eingeblendet werden. Äußerst unterhaltsamer Genrespaß, viel Comedy mit wenig Horror, der dem famosen Shaun of the Dead zwar nicht das Wasser reichen kann, aber dennoch sehr gut unterhält. Sahnehäubchen obendrauf: einer der herrlichsten Gastauftritte eines Hollywoodstars, die man je gesehen hat.

(Aus der Reihe Filme in zehn Sätzen)

Abgelegt unter: geguckt
2 Kommentare


Im Kino: Same Same But Different

Sonntag, 24.01.2010

Benjamin, Anfang 20, macht Rucksackurlaub mit einem Kumpel in Kambodscha. Rumhängen mit anderen Backpackern, Ausflüge, abends Rausch und Disko in Phnom Penh. Dort lernt er ein Mädchen kennen, eine Einheimische, die Deutsch spricht. Sie spricht ihn an, sie landen im Bett, sie bittet um Geld, er zahlt. Bis hierhin vermutlich recht alltäglich. Besonders wird diese Geschichte dann, wenn sich daraus mehr als ein Urlaubsflirt entwickelt. Benjamin verliebt sich in Sreykeo, besucht ihre ärmlich lebende Familie, und als er wieder in Deutschland ist, bleiben sie in Kontakt.

Als er bei einem Anruf erfährt, dass Sreykeo HIV-positiv ist, spricht rational einiges dafür, sie ihrem Schicksal zu überlassen. Aber Benjamin macht das Gegenteil. Heute sind beide verheiratet, leben abwechselnd in Deutschland und Kambodscha und halten das Virus in Schach. Benjamin Prüfer hat darüber zuerst einen Artikel in NEON und später ein Buch geschrieben, das jetzt von Detlev Buck verfilmt wurde.

Und das Ergebnis ist, wider Erwarten, ein ziemlich gelungener Film über eine unwahrscheinliche Liebe. David Kross in der Hauptrolle gefiel mir außerordentlich gut, auch Apinya Sakuljaroensuk als Sreykeo spielt toll. Sehr gut ist Same Same But Different immer dann, wenn er sich in Kambodscha aufhält. Buck findet ungewöhnliche Perspektiven und vermittelt ein Bild dieses Landes, das weder nach ZDF-Länderspiegel noch nach Fremdenverkehrsprospekt aussieht.

Von den Szenen, die in Deutschland, genauer gesagt in Hamburg, spielen, lässt sich das leider nicht sagen. Fast alles wirkt hier gestellt, gequält und synthetisch, ganz besonders die Redaktion, in der Benjamin ein Praktikum macht: bevölkert von Rollkragenpulli-tragenden Hipstern, die in winzigen Cubicles sitzen und altkluge Reden schwingen. Da atmet man regelrecht auf, wenn es wieder nach Kambodscha geht. Zwar wird auch hier nicht jedes Klischee umschifft (die Backpacker!), trotzdem erscheint alles viel wirklicher (wobei das natürlich auch täuschen kann — ich war noch nie in Asien und vielleicht gehe ich dem Film hier einfach nur auf den Leim).

Seine Lovestory inszeniert der Film sehr unaufdringlich und ohne jedes Pathos. Weder Glücksgefühle noch schlimme Nachrichten werden übermäßig aufgeladen, sondern eher mit einer gewissen Beiläufigkeit präsentiert. Hier hilft auch die gelungene Musikauswahl von Konstantin Gropper alias Get Well Soon und der Humor, den Detlev Buck immer wieder mal einstreut, bevor es allzu bedeutungsschwanger wird. Ob die Promi-Cameos von Mario Adorf oder Olli Dittrich dem Film eher schaden oder dienen, darüber kann man sicher streiten (ich musste jedenfalls grinsen).

Insgesamt ist Same Same But Different kein fehlerfreier Topfilm, aber eine durchaus sehenswerte Umsetzung eines interessanten Themas, das man auch ganz schlimm an die Wand hätte fahren können. Ich meine, stellnse sich mal vor, Döris Dörrie hätte das verfilmt. Oder man hätte einen Event-TV-Zweiteiler mit Vroni Ferres draus gemacht …

Abspann: Während Buck den Detlev konsequent weglässt, lässt sich der feine Herr Dittrich tatsächlich “Oliver Dittrich” nennen.

Abgelegt unter: geguckt
2 Kommentare


Im TV: 30 Rock, Staffel 1

Dienstag, 19.01.2010

Ich bin kein großer Freund der amerikanischen Sitcom, habe nie eine Folge Friends oder King of Queens gesehen, aber mir gefallen die etwas moderneren, pfiffigeren Varianten wie Scrubs sehr gut. Von 30 Rock hatte man schon viel Gutes gehört, so dass ich mich sehr freute, dass der neue Sender ZDFneo die Serie in sein Programm zum Sendestart genommen hatte. Schon allein dafür hat sich die Sendergründung für mich gelohnt.

Tina Fey (Erfinderin, Hauptdarstellerin, Autorin und Produzentin der Serie) hatte ich zum ersten Mal bei einer Emmy-Verleihung gesehen (ihre Sarah-Palin-Parodie kenne ich bis heute nicht) und wusste auf Anhieb, dass mir ihre Serie gefallen würde. 30 Rock spielt hinter den Kulissen einer fiktiven Late-Night-Show, die auf dem (nicht fiktiven!) Network NBC läuft, und schöpft einen guten Teil ihres Humors daraus, dass Realität und Drehbuch hier recht nah beieinander liegen. Die Serie macht sich ständig über die Fernsehbranche und deren Figuren lustig, und dabei spielt es eine wichtige Rolle, dass nicht alles frei erfunden ist. NBC gibt es eben wirklich, und deshalb treffen Gags, die auf Kosten des Senders gehen (der 30 Rock ja selbst ausstrahlt) gleich viel besser ins Schwarze.

Tina Fey ist Liz Lemon, Chefautorin der Comedy-Show TGS with Tracy Jordan und hat eine sehr stressige Aufgabe, denn sie muss ständig vermitteln zwischen eitlen, exzentrischen Fernsehstars (allen voran Tracy Jordan, gespielt von Tracy Morgan), den Autoren, die für die Show Gags und Sketche schreiben, und ihrem Boss Jack Donaghy aus der NBC-Chefetage, großartig gespielt von Alec Baldwin.

Die gute Besetzung ist schonmal das erste Plus von 30 Rock. Die Sitcom punktet außerdem mit hohem Tempo und sehr spritzigen Dialogen, in denen die gesamte Palette vom leicht zotigen Schenkelklopfer über die angekündigte Punchline bis zum nebenbei fallengelassenen, absurden Nebengag ausgeschöpft wird. Hauptthema (neben Woody-Allenesken New Yorker Großstadt-Neurosen) ist natürlich das Entertainment-Business mit all seinen Abgründen. Hier macht sich das Fernsehen permanent über sich selbst lustig, Tina Fey hat jahrelang den gleichen Job ausgeübt, den nun ihre Figur Liz Lemon hat: Sie arbeitete als Chefautorin bei Saturday Night Live, weiß also genau, wovon sie redet. Und man kann davon ausgehen, dass auch alle anderen Autoren, die an 30 Rock mitschreiben, entsprechende Erfahrung haben. Die Sendung ist also wunderbar meta, was natürlich für das Publikum nur dann toll ist, wenn es über genügend Kenntnisse verfügt, um die ganzen Insidergags, Fernseh- und Popkultur-Referenzen wenigstens teilweise zu verstehen. Dem deutschen Zuschauer entgeht ganz sicher die ein oder andere Anspielung (was bestimmt mit dazu beigetragen hat, dass lange Zeit kein deutscher Sender die Reihe zeigen wollte), ein wenig Grundwissen über US-TV und die Entertainment-Industrie sollte man schon mitbringen.

Das wichtigste aber, wie wahrscheinlich bei jeder guten Sitcom, sind die Figuren, und die funktionieren bei 30 Rock perfekt. Natürlich ist jeder einzelne Charakter eine Karikatur, mal mehr (Kenneth) und mal weniger (Pete) stark überzeichnet. Das tolle aber ist, dass selbst Figuren, die anfänglich als totale Kotzbrocken angelegt sind (allen voran Jack Donaghy), im Laufe der Serie immer sympathischer werden und dem Zuschauer ans Herz wachsen, ohne dass ihr Charakter eine 180-Grad-Wendung macht. Hier belohnt die Reihe ihr Stammpublikum, das nicht nur gelegentlich einschaltet. Anders als die meisten anderen (mir bekannten) Sitcoms arbeitet 30 Rock auch dezent mit Continuity, also mit fortlaufenden Handlungssträngen, die über mehrere Folgen laufen. Ebenfalls ein Bonus für Stammzuschauer, aber nichts, was den Gelegenheitsgucker stören muss.

Ich finde übrigens, dass die deutsche Synchronfassung hier überraschend gut funktioniert. Das Voice-Cast passt, und man hat den Eindruck, dass hier keine lieblose Fließbandarbeit gemacht wurde, sondern Leute an der Synchro saßen, die die Serie ebenfalls sehr mögen.

Im Original läuft die Serie bei NBC, derzeit in der vierten Staffel. Auf ZDFneo startete letzte Woche die zweite Staffel, morgen abend laufen Episode 2 und 3, dann u.a. mit Gaststar Steve Buscemi. Ich freu mich schon.

Abgelegt unter: geguckt
2 Kommentare


Im Netz: Allerhand Clips und Kurzfilme

Mittwoch, 06.01.2010

Feiertag in Bayern. Saukalt draußen. Eine gute Gelegenheit, mal wieder eine Reihe von Kurzfilmen und Clips wegzugucken. Bei mir waren das heute nachmittag diese hier:

Cinema 2009 von Kees van Dijkhuizen

Sicher kein Geheimtipp mehr, wurde ja bereits überall herumgereicht. Ein wunderbar geschnittener Rückblick auf das (US-) Filmjahr 2009. Dijkhuizen ist allerdings nicht der Erfinder dieses Genres, sondern nur ein sehr guter Epigone. Vorreiter ist Matt Shapiro, der diese Form des Jahresrückblicks schon länger betreibt. Angefangen hat der 2006 mit 14 Jahren, und er wird immer besser. Sein 2009-Clip ist noch eine Spur eleganter als der von Dijkhuizen:

2009: The Cinescape von Matt Shapiro

Diese Clips sind wirklich gut zum mehrmals gucken. Während man beim ersten Mal vermutlich damit beschäftigt sein wird, möglichst viele Filme zu erkennen, kann man beim Nochmal-Schauen besser auf den Schnitt achten, und wie sich die einzelnen Ausschnitte zueinander und zur Musik verhalten. Freue mich schon auf die 2010er-Ausgaben.
(via filmtagebuch)

Alma von Rodrigo Blaas

Sehr schöner Animations-Kurzfilm eines Pixar-Mitarbeiters über ein Mädchen, das eine Puppe in einem Schaufenster entdeckt, die genau aussieht wie sie selbst. Zuerst recht niedlich, dann ganz schön unheimlich.
(via Butt-Kicking Babes)

snow-bo von Vera Brosgol und Jenn Kluska

Winterlicher Zeichentrickfilm, der, genau wie Alma, zuckersüß anfängt und dann ganz schön fies wird.
(via Spreeblick)

Flatlife von Jonas Geirnaert

Belgischer Zeichentrick von 2004: In einem vierfach geteilten Split-Screen blicken wir 10 Minuten auf das Geschehen in vier benachbarten Mietwohnungen. Sehr minimalistisch und sehr witzig.
(via the gaffer)

Pigeon: Impossible

Sehr nette Agentenfilmparodie mit Taube. Natülich nicht ganz so großartig animiert wie ein Pixar-Film, und auch nicht ganz so charmant, aber nahe dran. Für ein Freizeitprojekt sehr beachtlich.
(via Woohoomania)

J’attendrai le suivant von Philippe Orreindy (OmeU)

Ein Mann kommt in die U-Bahn und beginnt eine Ansprache. Es ist jedoch nicht die übliche Bettelnummer, sondern eine live gesprochene Kontaktanzeige. Schöner Kurzfilm mit einer feinen Pointe.
(via the gaffer)

Madame Tutli-Putli von Chris Lavis und Maciek Szczerbowski

Wunderschön animierter, sehr abgründiger Stop-Motion-Puppentrickfilm über die nächtliche Zugfahrt einer alleinstehenden Dame.
(via Filmtagebuch)

Sigg Jones von Douglas Lassance, Jonathan Vuillemin und Matthieu Bessudo

Rasante und ideenreiche, digital animierte Kampf-Action. Großer Spaß. Oder, mit den Worten der Macher: “A 3D urban tale with men and magic.”
(via Glaserei)

The Google Story vom Nick Scott Studio

Eine 2-minütige Sachgeschichte über die Firmenhistorie von Google. Großartig animiert und so vollgepackt mit Infos, dass man das Ding eigentlich in Zeitlupe gucken müsste.
(via Spreeblick)

Abgelegt unter: geguckt
1 Kommentar


Im Kino: Avatar (Avatar – Aufbruch nach Pandora)

Samstag, 02.01.2010

Der größte, teuerste, aufwendigste, am längsten in-the-making gewesene, Superlativ-verschlingendste Film des Jahres, achwo, des Jahrzehnts (mindestens)! So wurde Avatar angepriesen, unterstützt von einer seit etlichen Monaten laufenden Marketingmaschine. 12 Jahre hat James Cameron gewerkelt und getüftelt, bis Zeit und Technik reif waren für seine “Vision”. Die außerdem noch den Beweis antreten soll, dass 3D wirklich dieses ganz große Ding ist, dessen Klasse bisher immer nur behauptet wurde. Wenn ein Film mit soviel Pauken und Trompeten anrollt, kann man sich dem Werk kaum mehr unvoreingenommen nähern. Was ist es denn nun geworden? Ich würde sagen: zwei Filme. Ein guter und ein schlechter.

Avatar ist ein guter, ein sehr guter Film, wenn man Kino vor allem als Spektakel begreift, als Event, als Futter für die Augen. Cameron will eine fantastische Welt zum Leben erwecken, will Traumfabrikant sein und sein Publikum zum Staunen bringen, es mit seinen Bildern überwältigen. Das gelingt ihm vorzüglich, auf der visuellen Ebene ist der Film tatsächlich spektakulär. Real gefilmte Bilder verschmelzen mit CGI auf eine Weise, bei der man kaum mehr sagen kann, ob dies nun ein Spielfilm oder ein Animationsfilm ist. Augenfutter liefert der Film am laufenden Band, ob es nun Landschaftsaufnahmen, wilde Kreaturen oder fulminante Actionsequenzen sind. 3D wird effektiv eingesetzt, ohne penetrant zu wirken und trägt durchaus zur besonderen Atmosphäre bei, ist aber so dosiert, dass der Film auch in 2D nicht viel verlieren dürfte. Außerdem stimmt die Mischung: Science Fiction, Fantasy, große Gefühle, opulente Action. Für alle Zielgruppen etwas. Insofern ist der Film exzellente Unterhaltung und sollte gesehen werden, natürlich im Kino.

Versteht man Kino jedoch als ein Erzählmedium, das interessante, spannende, überraschende, ergreifende Geschichten erzählt, ist Avatar eine große Enttäuschung. Die Story spielt im Jahr 2154 auf dem Planeten Pandora, wo die Menschheit, die die Erde inzwischen restlos ausgebeutet hat, wertvolle Bodenschätze abbaut. Allerdings gibt es dort auch Eingeborene, die menschenähnlichen Na’vi, die im Einklang mit der Natur leben und ihren Grund und Boden nicht widerstandslos aufgeben. Die Na’vi und ihre Kultur werden von einem Wissenschaftlerteam, angeführt von Sigourney Weaver, erforscht. Dazu wurde das System der Avatare entwickelt: ein Mensch kann in eine genetisch erzeugte, künstliche Na’vi-Hülle schlüpfen und diese, in einer Art Sarg liegend, fernsteuern. Neu im Team ist Jake Sully (Sam Worthington), ein ehemaliger Marine, der im Rollstuhl sitzt. Er soll seinen verstorbenen Bruder ersetzen, doch seine Ex-Kollegen vom Militär wollen ihn eher als Undercover-Agenten für ihre Zwecke einsetzen.

Was folgt, ist weitgehend unoriginell und erinnert mehr als einmal an Der mit dem Wolf tanzt. Der Fremde wird von den Na’vi mit einer Mischung aus Neugier und Missgunst aufgenommen, lernt ihre Verhaltensweisen und wird mehr und mehr zu einem der ihren, verliebt sich in die schöne Häuptlingstochter, bis es schließlich zum unvermeidlichen Loyalitätskonflikt kommt und Jake Sully sich fragen muss, auf welcher Seite er denn steht. Die Sympathien sind dabei recht eindeutig verteilt: hier die edlen Wilden, die niemandem etwas zuleide tun, dort das skrupellose, gierige Duo aus Kapital und Militär. Dazwischen die Wissenschaftler, die es gut meinen, aber letztlich vom Geld der Fiesemöpps abhängig sind.

Nun ist es an sich nichts verwerfliches, altbekannte Geschichten zu erzählen, wenn man sie mit frischen Ideen, originellen Variationen oder interessanten Charakteren anreichern würde. Was hier aber nicht der Fall ist. Dafür, dass der Film antritt, das Kino fürs neue Jahrtausend zu definieren, ist Avatar erschreckend konventionell geraten. Die Handlung ist allzu vorhersehbar — wer mehr als eine Handvoll Bücher und Filme kennt, wird vieles vorausahnen und von kaum einer Wendung überrascht sein. Die Charaktere erfüllen klassische Rollenmuster und sind durchweg klischeereiche Abziehbilder: das gilt für die Guten wie für die Bösen und erst recht für die außerirdischen Na’vi, die alle seltsam anonym und eigenschaftslos bleiben.

Was das “World-Building” angeht, leistet Avatar auf den ersten Blick ganze Arbeit. Die Welt von Pandora ist bis ins Detail stimmig und realistisch und erwacht auf der Leinwand tatsächlich zum Leben. Doch genauer betrachtet ist das alles gar nicht allzu exotisch und fremdartig. Die Na’vi verhalten sich nicht nur wie Indianer, sie kleiden und schmücken sich auch genauso, haben die gleichen Waffen, einen alten Häuptling und einen weisen Medizinmann. Okay, sie sind blau und groß, haben sehr breite Nasen und die Ohren von Mr. Spock, aber ansonsten sehen sie aus wie Menschen, jedenfalls wie die heroinsüchtigen Magermodels unter ihnen. Sie denken und fühlen auch wie Menschen, sie sind heterosexuell und weinen, wenn jemand stirbt. Wirklich fremdartig, wirklich “alien” im wörtlichen Sinne ist hier nichts. Auch die Tierwelt von Pandora ist nicht allzu originell, vieles davon erinnert an Jurassic Park mit besserer Software. Wer begeistert die ach so wunderbaren und einfallsreichen Avatar-Kreaturen bejubelt, sollte vielleicht einfach mal Hellboy oder Pan’s Labyrinth gucken.

Dazu kommt noch der extrem aufdringliche Ethno-Kitsch und das furchtbare Esoterik-Gesäusel, unterstützt von entsprechender Musik. Klar, wenn Außerirdische ihre heiligen Rituale feiern, dann müssen wir das mit afrikanischen Stammestrommeln oder anderen exotischen Klängen aus dem World Music-Regal bei Wal-Mart unterlegen.

Bei all dem Aufwand, der für diesen Film getrieben wurde, ist es schon enttäuschend, dass man das Drehbuch wohl irgendwann aus den Augen verloren hat. Wie kann es sein, dass man sich hier zwar die Mühe gemacht hat, für die Sprache der Na’vi eine eigene Grammatik auszutüfteln, aber anscheinend kaum Herzblut in die Geschichte geflossen ist? Cameron erzählt eine uninspirierte Geschichte, die wohl nur solche Leute wirklich begeistern kann, die ihre Bude flächendeckend mit Traumfängern ausgestattet haben. Die Zukunft des Kinos? Hoffentlich nicht.

Abspann: Kaum erscheinen die ersten Titel-Einblendungen, hebt ein Mark-und-Bein-durchdringendes Gejaule an, dass offensichtlich mit dem Ziel angetreten ist, Celine Dions Titanic-Abspann-Song auf Platz 2 der größten Heuler aller Zeiten zu verweisen. Mission accomplished, Leona Lewis.

Abgelegt unter: geguckt
3 Kommentare


Zweitausendneun

Dienstag, 29.12.2009

Der traditionelle Jahresrückblicksfragebogen will auch dieses Jahr wieder ausgefüllt werden (hier die Versionen von 2008 und im 2007 und 2006.

Anzahl Kinobesuche 2009: 40, wenn ich meinen morgigen Avatar-Besuch mitzähle. Ordentlich mehr als in den letzten Jahren, was auch an einigen Festivalbesuchen und ein paar Pressevorführungen lag.

Den hätte ich gerne im Kino gesehen: Zum Beispiel 12 Meter ohne Kopf — kaum gestartet, schon wieder weg. Bei der Masse an Filmstarts leider ein Schicksal, das vielen Filmen widerfährt.

Den hätte ich lieber nicht gesehen: X-Men Origins: Wolverine — so enttäuschend, dass ich bei weiteren Filmen aus dem X-Men-Franchise kaum noch Vorfreude spüren werde.

Quälendste Filmminute: Die Entmannungsszene in Love Exposure war nicht schön, dauerte zum Glück aber keine Minute und wirkt im Bezug zur Gesamtlaufzeit von fast 4 Stunden noch kürzer.

Entzückendste Filmminute: Up — und zwar nicht die überall (zu Recht) so umjubelte Anfangssequenz, sondern die Szene, in der sie später nochmal aufgegriffen wird, als Mr. Fredricksen in dem Scrapbook seiner verstorbenen Frau blättert. Feuchte Augen.

Freudigste Entdeckung: Twitter. Auch in Sachen Film eine Bereicherung im täglichen Info-Overload.

Abspann des Jahres: Fällt mir grade keiner ein, deshalb nehme ich den Vorspann des Jahres: Die Titelsequenz von Watchmen war grandios.

Die DVD-Veröffentlichung des Jahres: Moon von Duncan Jones, der bei uns leider nicht regulär im Kino gelaufen ist.

Leider hierzulande ziemlich untergegangen: Coraline. Schöne Geschichte, herrliche visuelle Ideen, überzeugender Einsatz von 3D, Augenschmaus des Jahres.

Überraschend gut: Star Trek. Popcornfilm des Jahres, was ich so nie und nimmer erwartet hätte.

Völlig überflüssig: All die Sequels. Star Trek zählt nicht richtig als Sequel, würde ich sagen.

Why the fucking Hype? 3D. Soll die Zukunft des Kinos sein, braucht aber eigentlich kein Mensch. Das Ärgerliche für den Zuschauer: Die Technik dient an der Kinokasse als Argument für höhere Eintrittspreise.

Aus dem Film bin ich gegangen: Schon wieder aus keinem.

Aus dem Film hätte ich gehen sollen: G.I. Joe. Was für ein Blödsinn.

Hier hätte ich gerne mitgewirkt: Bei Inglourious Basterds durfte ja fast jeder durchs Bild laufen, der irgendjemand in Babelsberg kennt. Und der Film war prima. Da hätt’ ich mir auch gerne ‘ne SS-Uniform für angezogen.

Knutschen würde ich gerne mit: Zooey Deschanel als Summer in (500) Days of Summer.

Schönster Filmsatz: “Get off my lawn!” (wunderbar geknurrt von Clint Eastwood in Gran Torino, der für mich einer der besten Filme des Jahres war)

Liebste Filmkritik: Sehr schön fand ich den Verriss von Tannöd, den Richard Oehmann für Telepolis geschrieben hat. Ansonsten allzeit von Herzen empfohlen: Mr. Mark Kermode von der BBC.

Verfilmt werden sollte mal: Weniger. Wenn ich so zurückschaue, welche Filme mir 2009 am besten gefallen haben: Fast alles Originalstoffe, keine Adaptionen (rühmliche Ausnahme: Der Knochenmann). So soll es sein.

Ich fürchte mich vor: Otto’s 11

Ich freue mich auf: A Serious Man von den Coens, Tim Burtons Alice in Wonderland, Terry Gilliams Imaginarium of Doctor Parnassus, Wes Andersons Fantastic Mr Fox, Peter Jacksons The Lovely Bones, An Education, Scott Pilgrim Vs. The World, 9, Cloudy With a Chance of Meatballs. Und ja, sogar auf ein paar Sequels: Iron Man 2, Toy Story 3.

Wer diesen Fragebogen selbst ausfüllen möchte: Nur zu, ich würde mich freuen!

Abgelegt unter: geguckt
2 Kommentare

 
 
 












BLOGROLL
Agitpop
Ahoi Polloi
Anke Gröner
BILDblog
blog.peter-noster.de
blog.tagesschau.de
Das Nuf
Digitaler Film
Ein Schulz - ein Song
Fünf Filmfreunde
filmtagebuch
Fooligan
Franziskript
Indiskretion Ehrensache
isarstadt.de
Knallgäu
Ohrensessel
Popkulturjunkie
Riesenmaschine
Spreeblick
Stefan Niggemeier
Vorspeisenplatte
wirres.net
Zuckerfisch



HAPPY FEED
RSS 2.0
 


Impressum
Angetrieben durch WordPress | Theme von Theron Parlin