Geist ist geil

Nicht die Beatles

Dienstag, 03.11.2009

Früge man mich nach meiner Lieblingsband, die Antwort wäre recht unoriginell (wobei, für Jahrgang ‘75 vielleicht gar nicht mal sooo unoriginell): Die Beatles. Das ist bis heute die einzige Band, mit der ich mich wirklich ausgiebig beschäftigt habe, von der ich alle Alben besitze, über die ich mehrere Bücher gelesen, Zeitschriftenartikel gesammelt, über Songtexten gebrütet habe undsoweiter.

Es begann mit einem merkwürdigen Geburtstagsgeschenk meiner Tante, es war der 11. Geburtstag, glaube ich. Das Geschenk bestand aus zwei Doppelalben, aber nur geliehen! Dazu gab es noch einen Satz Leerkassetten (die guten von BASF). Besagte Alben waren natürlich das Rote und das Blaue, die vielleicht besten popmusikalischen Einstiegsdrogen der Welt. Ich hörte sie rauf und runter. Das blieb dann auch für ein paar Jahre mein einziger Bestand an Beatlesmusik, ehe ich mit dem Ende der 80er erworbenen CD-Player begann, den Komplettkatalog der (offiziellen) Beatles-Alben auf CD zu sammeln. Ein paar gute Freunde teilten diese Leidenschaft, und während sich die vermeintlich cooleren Altersgenossen mit Nirvana oder Pearl Jam beschäftigten, ergründeten wir die Wurzeln, kauften Rock-Lexika und kamen von Hölzchen auf Stöckchen. Hey, das ist Eric Clapton, dessen Guitar auf dem Weißen Album so gently weept! Und schon war man bei Cream angelangt. Und davor war der doch bei den Yardbirds, und daraus wurde dann Led Zeppelin, und so weiter quer durch die Rock’n'Roll Hall of Fame. Eine herrliche Entdeckungsreise.

Später, als ich alle Beatles-Alben komplett hatte und dazu noch die drei “Anthology”-Doppelalben, gönnte ich mir ein kleines Nerdprojekt, das ich “The Beatles Chronology” nannte. Alle Beatles-Songs in chronologischer Reihenfolge auf Kassette fürs Autoradio. Die Chronology fiel längst dem großen Audiokassetten-Wegwerfen zum Opfer, aber ein paar Tapes haben überlebt. Darunter der Mitschnitt eines Radiospecials, das in den frühen 90ern an zwei Weihnachtstagen auf Bayern 2 lief und ausschließlich aus obskuren Beatles-Coverversionen bestand. Daran musste ich heute wieder denken, als ich diesen Blogeintrag von Gunnar Geller las: Er hat akribisch Beatles-Coverversionen zusammengesucht, und zwar so, dass er jedes einzelne Album in Coverversionen nachbauen konnte. Großartig. Fantastisch. Eigentlich total naheliegend, wenn man’s recht bedenkt, aber was für ein Aufwand! Toll. Noch fantastischer: Es gibt ein Label, das tatsächlich über eine reguläre Veröffentlichung dieser “Not The Beatles”-Alben nachdenkt. Wobei die Wahrscheinlichkeit der Realisierung eher klein ist. Um sie etwas zu erhöhen, hat Gunnar für kurze Zeit eine kleine Kostprobe ins Netz gestellt. Dort drüben gibt es das Rote Album und Rubber Soul nicht von den Beatles. Ich bin begeistert!

Abgelegt unter: gehört
6 Kommentare


Podcast: Zettgeist #080 über Watchmen

Sonntag, 19.04.2009

Das Thema ist zwar eigentlich schon mehr oder weniger “durch”, aber vielleicht interessiert’s ja doch den ein oder anderen. Der Zettgeist (einer meiner Lieblings-Podcasts) hat mich eingeladen, an einer Plauderstunde über Watchmen teilzunehmen, was ich gerne getan habe. Da alle Teilnehmer mehr oder weniger schwer auch in diesem Popkulturdings namens “Comic” drinhängen, spielt natürlich auch die Comicvorlage eine Rolle. Mit von der Partie: Zettgeist-Erfinder und -Moderator Sascha Thau, Zuckerfisch-Zeichnerin Naomi Fearn und Stefan Dinter, einer der Menschen, für die das Format “Podcast” erfunden wurde.

Sorry für die unangenehmen Schnaufgeräusche (vor allem am Anfang), die stammen von mir.

ZETTGEIST #080 über Watchmen (ca. 55 Minuten)

Abgelegt unter: gehört
1 Kommentar


Mehmet Scholl wird Radio-DJ

Sonntag, 22.02.2009

Gestern gab es in der SZ ein großes Interview mit Mehmet Scholl über seine Tätigkeit als TV-Kommentator. In einem Kasten am Rande des Artikels (der in der Online-Version fehlt) wurde erwähnt, was der Bayerische Rundfunk offiziell erst heute verkündet hat: Auf Bayern 2 wird es bald jeden Freitag um 23 Uhr eine Radioshow mit Mehmet Scholl (assisitiert von Zündfunker Achim Bogdahn) geben, in der Scholl Indiemucke auflegen wird. Scholl ist bekanntlich einer der wenigen Musiker mit vernünftigem Musikgeschmack, hat schon mehrere Sampler kompiliert und holte sich für sein Abschiedsspiel die Hidden Cameras in die Arena. Ich freu mich drauf. Wenn nur der grausame Kalauer im Sendungstitel nicht wäre: Die Sendung heißt allen Ernstes Mehmets Schollplatten.

Abgelegt unter: gehört
3 Kommentare


Spaß mit Eric Carmen

Dienstag, 17.02.2009

Der weiße Neger Wumbaba kann nach Hause gehen:

(via beetlebums Gezwitscher)

Abgelegt unter: gehört
3 Kommentare


Weihnachtsmusik für Notfälle

Mittwoch, 10.12.2008

Wie angekündigt, wird heute auf Münchner Blogs gewichtelt. In diesem Rahmen erscheinen auf allen teilnehmenden Blogs Gastbeiträge zum Thema (Vor-) Weihnachtszeit in München. Initiiert und ausgelost wurde die Wichtelei von Markus vom Isarstadt-Blog. Ich freue mich sehr, dass aus diesem Anlass die Kaltmamsell bei mir zu Gast ist, deren Blog Vorspeisenplatte seit langem zu meinen Lieblingsblogs gehört und von Anfang an hier auf der Blogroll stand. Hier ist ihr Beitrag:

Musik und Weihnachten: ein heikles Thema. Wer, wie ich, in der Münchner Innenstadt wohnt, hat spätestens ab Mitte Dezember bei jedem Einkaufsgang klebrige Gehörgänge - Overkill an “White Christmas”, “Let it snow” und “Parampampampam”. Und doch lege ich mir am 24. Dezember Weihnachtsmusik auf, allerdings eine, die ich garantiert weder beim Karstadt noch auf dem Christkindlsmarkt am Sendlinger Tor gehört habe: den Soundtrack von The Muppet Christmas Carol.

Das Weihnachtsfest 1992, als der Film in die Kinos kam, verbrachte ich nämlich in den USA. Ich besuchte einen Freund, der ein Studienjahr in Dayton, Ohio, verbrachte, und fuhr mit ihm und zwei seiner Komilitonen über Weihnachten und Silvester spazieren über die Seen und Chicago, Toronto und New York. Auf jeder Meile umgab uns brutalstmögliche US-amerikanische Weihnachtsatmosphäre, angefangen mit buntblinkender Deko an Eigenheimen bis hin zum singenden Bing Crosby in jedem Diner.

Am 24. Dezember waren wir gerade im ausgesprochen wenig erwähnenswerten Buffalo, New York. Wir suchten uns ein Kino, in dem The Muppet Christmas Carol gezeigt wurde und setzten uns in die überhaupt letzte Vorführung des Tages gegen 15 Uhr. Der Zuschauerraum war fast leer; außer uns saßen darin noch zwei vermutliche Väter mit ihren Kindern. Wir amüsierten uns sehr, was zwar auch an der Mitwirkung von Michael Caine als Scrooge gelegen haben mag, aber durchaus an der Herzerfrischung durch den Film (na gut, man sollte die Muppets mögen).

Anschließend holten wir uns in einem 24-Stunden-Laden Bier sowie ungesunde Leckereien und fuhren in unser Motel. Dort packte ich meine Weihnachtsgeschenke aus, genauer: Die Polaroids, die meine findige Mutter davon aufgenommen und mir mitgegeben hatte.


(Aufs Bild klicken für größere Version)

Anschließend legte sich der Freund mit Bier in die Badewanne, und ich sah, wie es sich für mein Amerikabild gehörte, im Fernsehen It’s a wonderful life an.

Hier mein Lieblingsweihnachtslied aus The Muppet Christmas Carol, kitsch as kitsch can: “It feels like Christmas” (eigentliches Lied beginnt bei 1:55).

Lustiger ist natürlich “Here comes Mr. Scrooge“.

(Auch im CD-Spieler an Weihnachten: Soundtracks von Danny Elfman, angefangen mit Edward Scissorhands, noch lang nicht endend bei Nightmare before Christmas - seine Musik klingt immer ein bisschen weihnachtlich.)

 
 
Meinen Beitrag zum Thema könnt ihr auf dem Tivoli-Blog von Dorin Popa lesen.



ASB zum Hören

Samstag, 20.09.2008

Ich habe einen Ausflug in die Welt der Podcasts gemacht. Sascha Thau, Host des allzeit hörenswerten Podcasts Zettgeist, hat mich und Kollegin Frauke eingeladen, bei einer Folge mitzumischen. In Folge 50, seit letzter Woche online, plaudern wir also zu dritt über Popkulturelles. Zuerst einmal über Comicgate (wo Frauke und ich gemeinsam als Chefredakteure aktiv sind und Sascha früher mal sehr aktiv war). Danach gebe ich mein Urteil über die DVD Batman: Gotham Knight ab und empfehle den Comic Mouse Guard, Frauke schwärmt von Dr. Horrible und vom Abscheulichen Charles Christopher. Und zwischendurch musste natürlich noch über George Lucas gelästert werden.

Ich hatte mir für den Spaß eigens ein neues Headset gekauft, trotzdem klinge ich leider ein bisschen dumpf. Also rein akustisch, mein ich.

ZETTGEIST #050 über Comicgate, Mouseguard und Charles Christopher (ca. 35 Minuten)

Abgelegt unter: gehört
1 Kommentar


Was ich noch erwähnen wollte:

Montag, 24.03.2008

In dieser Folge des NEON-Podcasts stelle ich Christoph Maria Herbst eine ziemlich lange Frage und bekomme eine ziemlich lange Antwort:

NEON-Podcast mit Christoph Maria Herbst, Teil 3
(etwa ab Minute 7)



100 Jahre Ohrensessel

Mittwoch, 27.02.2008

Der Ohrensessel, dieser äußerst unterhaltsame und empfehlenswerte Film-Podcast, geleitet und angetrieben von Bernd Begemann, gehostet und finanziert von Universal Pictures (aber trotzdem ziemlich unabhängig), feierte letzte Woche seine 100. Folge. Diese könnte, so scheint es im Moment, die letzte gewesen sein. So interpretiere ich jedenfalls die Andeutungen in Folge #100: Es geht um Filme, die Selbstmorde zum Thema haben, und es scheint, als wollten Begemann und seine Mitstreiter damit auch den Ohrensessel zu Grabe tragen.

Kleine Zerfallserscheinungen gab es schon vorher: In Folge #97 verabschiedete sich Benjamin Maack aus dem dreiköpfigen Team. Ein Verlust, denn Benjamin redet gerne und viel, was für ein Audio-Angebot nicht das schlechteste ist. In Folge #98 und #99 wurde er vom neuen Teammitglied Kai Otto vertreten, den 100. Teil bestritt Begemann dann zu zweit mit Ben Schadow, der in den ersten 99 Folgen immer sehr zurückhaltend und schweigsam aufgetreten war.

Diese Woche fällt der Podcast erstmal aus, offiziell wegen Grippe. Sollte es danach keine Folge #101 mehr geben, es wäre tatsächlich ein ziemlich stilvoller und cooler Abgang. Ich hoffe trotzdem auf eine Fortsetzung, denn dieses kleine wöchentliche Hörmagazin würde mir echt fehlen: Filme, die nicht von Filmkritikern rezensiert, sondern von Filmfans bequatscht werden, mit einer Mischung aus Sachkenntnis, Hingabe und Augenzwinkern. Der Ohrenssessel hat(te?) wirklich diese gemütliche Sofa-Atmosphäre und, trotz professioneller Produktion, den Charme des Selbstgemachten.

Für einen Nachruf ist es noch zu früh. Wir warten erstmal ab, gratulieren zum Hundertsten und empfehlen den Uneingeweihten, sich durchs umfangreiche Ohrensessel-Archiv zu hören.

Abgelegt unter: gehört
3 Kommentare


Im Kino: Once

Montag, 28.01.2008

Zum Inhalt muss man hier gar nicht viel schreiben, vermutlich passte auch das Drehbuch auf wenige Seiten. Ein Mann und eine Frau in Dublin. Er arbeitet in der Staubsaugerwerkstatt seines Vaters und spielt Gitarre in der Fußgängerzone. Sie ist aus Tschechien nach Irland gekommen, lebt hier mit Mutter und Tochter und verkauft Rosen in der Fußgängerzone. Außerdem kann sie Klavier spielen.

Was die beiden zusammenbringt, ist die Musik. Und die ist auch die eigentliche Hauptdarstellerin des Films. Once ist Musikfilm im besten Sinne, kein Musical, sondern ein Film mit Musik, über Musik, aus Musik. Once erzählt davon, wie Musik Menschen berühren und verbinden kann. Kein Zufall, dass die beiden Hauptdarsteller, Glen Hansard und Markéta Irglová, im richtigen Leben Musiker sind, keine Schauspieler. Die Songs im Film stammen von den beiden, die auch schon vor dem Film gemeinsam Musik gemacht haben (und obendrein im echten Leben ein Paar sind). Ihre Lieder sind typische Singer/Songwriter-Nummern, getragen von der Gitarre, manchmal fast ein bisschen zu “schön”, aber insgesamt wirklich wunderbar. Manche erinnern dank Hansards Stimme an Cat Stevens. Fast jeder Song wird vollständig ausgespielt, dient nicht nur zur Untermalung und Begleitung von Szenen, sondern steht ganz klar im Vordergrund.

Bei mir hat schon die Musik für Pipi in den Augen gereicht, für andere wird es eher die Lovestory sein, die sie zu Tränen rührt. Dabei ist diese Romanze völlig frei von Hollywood-Kitsch, sondern sehr erdig und ehrlich. Der Film hat eine Unmittelbarkeit, die den Zuseher spüren lässt, dass da eine besondere Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern besteht. Ihre Rollen im Film tragen übrigens keine Namen, im Abspann heißen sie nur “Guy” und “Girl”. Überhaupt ist alles an Once betont einfach und reduziert. Der Film wurde mit extrem kleinem Budget gedreht, seine Ästhetik erinnert dank Handkamera und Verzicht auf künstliche Lichtquellen an die Ästhetik der Dogma-Filme.

Nicht nur formal, sondern auch inhaltlich ist der Film ein Plädoyer für Einfachheit und Beschränkung. Die Figuren leben in sehr bescheidenen Verhältnissen, sie brauchen nicht viel, und mit Fantasie und einer Portion Glück (Stichwort Kleinkredit) kommen sie über die Runden. Es macht nichts, wenn die Gitarre vom vielen Klampfen schon löchrig gescheuert ist, es macht nichts, wenn das Klavier, auf dem man übt, nicht das eigene ist. Schöne Message, schöne Musik, schöner Film.



Kuttner und Kuttner, ab morgen bei Radio Eins

Samstag, 17.11.2007

Es ist ein irgendwie logischer Schluss: Jürgen Kuttner, Meister des philosophischen Dauerlaberns, Welterklärer und seit Jahren bei Radio Fritz auf Sendung und seine Tochter Sarah, die, wie sich herausgestellt hat, fürs Fernsehen zu gut ist, machen gemeinsam eine Radiosendung. Die heißt folgerichtig Kuttner & Kuttner, läuft ab morgen Sonntagabends beim RBB-Sender Radio Eins, der für ehrliche Gebührenzahler außerhalb Berlin-Brandenburgs auch einen Stream bereithält. Insgeheim hoffe ich ja darauf, dass die Sendung anschließend als Podcast bereitgestellt wird.

Abgelegt unter: gehört
4 Kommentare

 
 
 












BLOGROLL
Agitpop
Ahoi Polloi
Anke Gröner
BILDblog
blog.peter-noster.de
blog.tagesschau.de
Das Nuf
Digitaler Film
Ein Schulz - ein Song
Fünf Filmfreunde
filmtagebuch
Fooligan
Franziskript
Indiskretion Ehrensache
isarstadt.de
Knallgäu
Ohrensessel
Popkulturjunkie
Riesenmaschine
Spreeblick
Stefan Niggemeier
Vorspeisenplatte
wirres.net
Zuckerfisch



HAPPY FEED
RSS 2.0
 


Impressum
Angetrieben durch WordPress | Theme von Theron Parlin