Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 22.08.2016 bis 29.08.2016

Empfehlenswerte Links aus meinem Internet:

 

Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 18.08.2016 bis 21.08.2016

Empfehlenswerte Links aus meinem Internet:

 

Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 17.08.2016

Man sollte wieder öfter Links bloggen, hab ich mir gedacht. Darum wird hiermit eine zuletzt vor ca. zwei Jahren bediente Rubrik wiederbelebt: empfehlenswerte Links aus meinem Internet, ohne speziellen Themenfokus. Los geht’s:

 

500 Tage beim Streamingdienst

Seit genau 500 Tagen bin ich nun Kunde bei Netflix. Hier will ich mal komplett subjektiv aufschreiben, wie dieses Abo genutzt wird, was ich gut und nicht gut finde, und wie es den Film- und Serienkonsum im Hause Abspann beeinflusst.

STATISTIK
Bisher haben wir (Lady Abspann und ich) 14 mal 8,99 Euro, also zusammen rund 125 Euro für den Zugang zur Netflix-Bibliothek bezahlt. Ich selber habe seit Dezember 2014 ganze neun Filme und 114 Folgen aus 13 Serienstaffeln allein oder mit Lady A. zusammen geguckt, dazu kommt noch eine Handvoll Einzelfolgen aus Serien, in die mal kurz reingeschnuppert wurde. Das wäre kein besonders guter Deal, aber da Lady A. auch eine ordentlich Menge ohne mich schaut, lohnt sich der 2-Personen-Account doch sehr.

netflichs

WAS GUT IST
Für mich das Top-Argument Nummer 1 pro Netflix: Fast alle Inhalte gibt es grundsätzlich auch im Original, optionale Untertitel stehen praktisch immer zur Verfügung. Ich kann also alles in meinem geliebten OmU-Format sehen, das ich seit der Einführung der DVD gewohnt bin und nicht mehr missen möchte. Meines Wissens bietet das kein anderer Streamingdienst in vergleichbarer Form. Das allein wäre für mich schon grund genug zur Anmeldung, selbst wenn das Angebot nicht ganz so stark wäre.

Ist es aber. Die Auswahl ist sehr weit davon entfernt, auch nur annähernd vollständig zu sein, aber sie ist gut – vor allem bei Serien. Bei Spielfilmen ist das Portfolio zwar etwas beliebig und zufällig, aber es gibt genug sehenswerte Filme, um meine Möchte-ich-sehen-Liste auf viele Stunden anschwellen zu lassen.

Weiterer wichtiger Punkt: Technisch funktioniert Netflix einwandfrei. 95% unserer Nutzung finden am TV-Bildschirm statt, über einen Chromecast-Stick, der im Fernseher steckt. Sowohl die Kommunikation zum Stick als auch die Apps auf den diversen Endgeräten funktionieren gut, es gibt praktisch nie Verbindungsabbrüche oder die Situation, dass „nichts mehr geht“. Lediglich auf einem alten iPad 2 hakt’s mitunter, aber das liegt vermutlich eher an der Hardware.

WAS NICHT GUT IST
Das User-Interface von Netflix ist okay und benutzbar, lässt aber viele Wünsche offen. Was man dort sieht und was nicht, wird von schwer durchschaubaren Algorithmen bestimmt, viele Inhalte bekommt man nur nach langem und tiefem Stöbern oder gar nicht zu Gesicht. Eine zuverlässige Abfrage, z.B. über alle neuen Spielfilme der letzten 14 Tage, existiert nicht. Die Empfehlungen, die Netflix aufgrund des Sehverhaltens macht, sind schon okay, ich will mich aber nicht allein darauf verlassen. Zudem pusht Netflix in letzter Zeit immer mehr seine Eigenproduktionen, so dass ich sehr daran zweifle, ob man mir z.B. Fuller House wirklich aufgrund meiner Sehvorlieben anbietet oder einfach, weil das eben gerade breit beworben wird.

Noch störender sind die mangelnden Infos darüber, welche Inhalte ab wann nicht mehr verfügbar sind. Es kommen ja nicht nur ständig neue Filme und Serien dazu, es fallen auch viele wieder aus dem Angebot raus, weil die Lizenzen in aller Regel für ein beschränktes Zeitfenster eingekauft werden. Das ist Teil des Deals, ich muss es als Kunde akzeptieren. Ich würde aber schon gerne wissen, wenn ich mir einen Film in die „Will ich demnächst mal gucken“-Liste lege, oder – gravierender – wenn ich eine Serie mit vielen Folgen beginne, wie lange ich dafür Zeit habe. Mit diesen Infos ist Netflix extrem sparsam, das „Verfallsdatum“ findet man nur unter den Filmdetails, aber auch erst ein paar Tage vorher und mit unklarem Vorlauf. Mal steht das Datum schon 30 Tage vor Ablauf da, mal erst ein paar Tage davor. Früher (noch vor dem Deutschland-Start) hat Netflix seine Kunden wohl selbst darüber informiert, welche Inhalte nur noch kurze Zeit zur Verfügung stehen, inzwischen ist man auf Zusatzdienste wie unogs angewiesen, die genau dieses Verfallsdatum auslesen. Man weiß aber natürlich nie, ob die Schnittstellen, die von solchen Zusatzdiensten verwendet werden, nicht irgendwann von Netflix abgeklemmt werden. Was ich mir wünschen würde: Ablaufdaten klipp und klar kommunizieren, am besten vom ersten Tag an, an dem ein Video zur Verfügung steht. Dazu noch eine Seite, auf der jeder nachsehen kann, was im nächsten Monat abläuft. Perfekt wäre eine Sortierfunktion für die persönliche Merkliste, die mir alles, was bald weg ist, ganz oben anzeigt.

Eine Option zum Download und Offline-Schauen bieten die meisten Konkurrenten, Netflix will es bewusst nicht anbieten. Ich persönlich kann damit leben, aber warum lässt Netflix hier eine Lücke, die andere Dienste als USP nutzen können, mit dem sie sich abheben? Die offizielle Begründung „Bald ist eh jeder Nutzer immer und überall online“ ist jedenfalls ein schlechter Witz, vor allem wenn man schon mal in Deutschland Bahn gefahren ist.

Was mir bei den Inhalten fehlt, sind ältere Filme. Sucht man nach Filmen aus dem letzten Jahrhundert, wird die Auswahl extrem dünn. Es gibt zwar ein paar Klassiker (z.B. Jaws, Manhattan, The Great Escape, French Connection, Taxi Driver, Pulp Fiction …) aber da könnte viel mehr gehen. Weit und breit kein Wilder, kein Hitchcock, kein Welles, kein Lynch, geschweige denn Godard, Bergman oder gar Fassbinder. Ein Kubrick und ein Leone, immerhin.Will man das bewusst nicht, bekommt man die Rechte nicht? Ich wäre sogar bereit, für ein gut bestücktes „Netflix Classics“ noch einen Extra-Aufpreis zu bezahlen.

KLEINER EXKURS ZUM THEMA VPN
Viele deutsche Netflix-Kunden benutz(t)en (bis vor Kurzem) VPN-Dienste, um quasi als Kunde aus den USA, England oder einem anderen Land aufzutreten und so mehr oder weniger legal eine andere, größere Auswahl zu bekommen. Hab ich nie gebraucht, die DE-Auswahl ist für mich schon groß genug und ich hinke ohnehin überall stark hinterher: Mir egal, ob ich Staffel 4 von House of Cards erst später sehen kann, ich bin ja grade erst bei Staffel 2. Dass Netflix inzwischen recht erfolgreich versucht, diese VPN-Nutzung zu blockieren und zu unterbinden, finde ich trotzdem blöd, denn es gibt auch andere (gute) Gründe, VPNs zu nutzen. Außerdem trifft die Blockerei unbeabsichtigt auch „normale“ Kunden, die überhaupt nicht tricksen wollten und nun gar keinen Zugriff mehr haben. Das ist alles großer Unfug und die ganze Geoblockiererei ist grundfalsch. Der Vorwurf sollte aber nicht an Netflix gehen – die setzen nur um, was ihre Lizenzgeber einfordern. Das ist die Content-Industrie, die auch für DVD-Regionalcodes und anderen Quatsch verantwortlich ist. Die Urheber müssen lernen, dass man Inhalte im Web nicht mehr in Ländergrenzen einsperren kann. Wer es doch tut, treibt die Kundschaft, die ja eigentlich gerne zahlen will, zu illegalen Angeboten.

AUSBLICK
Ich werde dem Dienst sicher noch eine ganze Weile treu bleiben, es gibt dort aktuell noch sehr viel Material, das ich gerne sehen will. Ob das auf Dauer so bleibt, wird sich zeigen. Der Trend geht deutlich zu immer mehr exklusiven Eigenproduktionen, und da hat Netflix bisher zwar sehr viel richtig gemacht, aber das muss nicht so bleiben. Klar ist, dass man für eine günstige Flatrate wohl nie eine voll bestückte „Alle Filme dieser Welt“-Videothek, also so etwas wie Spotify für Filme, bekommen wird. Das wollen weder die Anbieter noch die Rechteinhaber.

Mein Sehverhalten ist aber bereits nachhaltig verändert. Zum einen schaue ich mehr Serien und weniger Filme, zum anderen habe ich schon lange keine DVD mehr gekauft. Streaming ist das Ding, egal ob aus den Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen, von Abo-Diensten oder im Einzelverkauf. Auf diesem Markt wird sich noch einiges tun, da bestehen auch noch viele interessante Marktlücken (Sport!). Ich beobachte das gespannt.