Auf Prince of Persia wird man verzichten können. Auf einer Pressevorführung letzte Woche wurden 20 Minuten vorab gezeigt. Mein Eindruck: seelenloses Effektspektakel, ein in sandgelb getauchter Mix aus Fantasy, Action und Orientklischees. Bruckheimer halt.
Es ist wichtig für Jörg Haider zu beten. Damit Gott uns die Kraft gibt und zum Ziel führt, aber auch damit Jörg Fürsprache für unsere Seelen einlegen kann. Je mehr wir beten, umso mehr Wunder (auch wichtig für die Selig- und Heiligsprechung) kann es geben!
Chang and Eng Bunker, auf die der Begriff “Siamesische Zwillinge” zurückgeht, lebten nach einer Showkarriere in den 1830 Jahren als Farmer auf dem Land in North Carolina und gründeten dort zusammen mit zwei Schwestern zwei Familien. Bizarr, aber erfolgreich: sie teilten sich ein Bett für vier und bekamen zehn bzw. elf Kinder. Als sich die Frauen zerstritten, bezog man getrennte Häuser und Chang und Eng lebten jeweils drei Tage hier, drei Tage dort. Genial.
(habe ich, zusammen mit viel anderem unnützen Wissen, aus Britannica & ich von A.J. Jacobs, steht aber natürlich auch hier.)
Uncoole Werbung macht coole Leute uncool. So wie Christoph Grissemann und seine Mobilfunk-Spots.
Es wird Zeit, diese kleine Reihe wiederzubeleben. Erstmal mit ein paar Lernerfolgen, die schon älter sind als eine Woche:
Die sehr angenehme Münchner Kneipe Substanz hat ein eigenes Radio: substanz-fm.com, toll!
In Frankfurt gibt es einen Laden, der sehr leckere belegte Brote verkauft. Also keine Brötchen, sondern richtig Brot. Will ich hier auch!
Es gibt Tiere, die sich einemsen, und keiner weiß warum. Diese und noch mehr tolle Sachen stehen im Lexikon des Unwissens von Kathrin Passig und Aleks Scholz.
Der Pachtvertrag, den Arthur Guinness im Jahr 1759 für seine Brauerei in Dublin abgeschlossen hat, hat eine Laufzeit von 9.000 Jahren, die Pacht beträgt 45 Pfund pro Jahr.
Ein unglaublich überzeugender Plan für Verliebte, wie sie die Angebetete für sich gewinnen können (via @christophkoch)
Ein Multiplex-Betreiber greift eigenmächtig zur Schere und zensiert Filme? Schwer zu glauben, aber wahr. Im Cineblog wird dies berichtet und gefragt, ob man das für übertrieben hält. Ich halte es nicht für übertrieben, sondern für einen Skandal. Und dem Verleih dürfte das vermutlich auch nicht gefallen.
Die taz, der man vielleicht etwas mehr Integrität zutraut als anderen Zeitungen, schafft es, Texte von freien Journalisten sinnentstellend umzuschreiben. So sehr, dass sich Autorin Lisa Rank zu einer Klarstellung auf ihrem Blog veranlasst sieht.
Die verschwunden geglaubte ehemalige Netzeitungs-Kolumne “Altpapier”, die eine schöne tägliche Presseschau der Medienseiten zusammenstellt, ist gar nicht verschwunden. Sie lebt weiter auf dem (laut Impressum niederländischen) Portälchen dnews.de. Und drübergestolpert bin ich bei einer Twitter-Suche.
Neue Blog-Projekte aus München: bessermuenchen.de kommt aus der jetzt.de-Redaktion und hat bis dato vor allem Veranstaltungstipps zu bieten. Vielleicht geht da ja noch ein bisschen mehr. Und dem westendblog scheint nach einem vielversprechenden Start schon wieder die Puste ausgegangen zu sein?
Das ist ja toll: Kerstin S. Klein hat sich für dieses Jahr was vorgenommen: “I want to visit each and every movie theater in Munich in the year 2009.” Und jeder Besuch wird fotografisch festgehalten. So entsteht ein schönes kleines Fotoalbum der immer noch recht vielseitigen Münchner Kinolandschaft.
Bei Zeit Online gibt es eine interessante Serie von Fußballerkolumnen, die sich angenehm von Schwadronierserien à la “Kicker-Kolumnistenkreis” oder den Ghostwriter-Kolumnen der Springerpresse unterscheidet. Bei “Alles außer Fußball” melden sich drei der mutmaßlich schlaueren Bundesligaprofis zu Wort. Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Andreas Beck (TSG Hoffenheim) und Philipp Lahm (FCB), dem ich damit schon fast ein bisschen verzeihen kann, dass er bei der saublöden Plakatkampagne der Bild mitmischt. Hitze würde das im übrigen nicht machen, wie er in der vorvorletztenFolge verrät, einem sehr vergnüglichen Gespräch mit Oliver Fritsch. Bitte bis zum Ende lesen, das wird nach hinten raus immer besser.
Wenn jemand seinen Krankenhausaufenthalt detailliert bei Twitter dokumentiert, ist das faszinierend und beängstigend zugleich. Gute Genesung, @dogfood.
Wer einmal in die Abgründe der Wikipedia blicken möchte, möge sich die Diskussionsseite zum Kriminalfall von Amstetten ansehen. Hier wird v.a. darüber gestritten, ob und wie der Familienname des Täters genannt werden darf. Irgendwie zeigt sich hier beispielhaft die ganze Großartigkeit der Wikipedia ebenso wie ihre Mängel. (via Plomlompoms Tweets)
Die Beatles faszinieren noch immer. Zumindest mich. Das kürzlich aufgetauchte Revolution 1 (Take 20) verströmt die pure Beatles-Magie und hört sich tatsächlich, wie Nico bei Spreeblick schreibt, an wie der “Missing Link zwischen ‘Revolution 1′ und ‘Revolution 9′”.
Und wenn sich Schalke noch so anstrengt: Deutschlands lustigster Comedy-Fußballverein bleibt immer noch der TSV 1860 München.
Wo Winnenden liegt, musste ich nicht erst lernen, das wusste ich schon. Auch die Art und Weise, wie Medien und Politik inzwischen nach solchen Ereignissen eine gut eingeschliffene Routine anwerfen (bei Hanno’s Blog sehr schön zusammengefasst), überrascht nicht.
Trotzdem gab es in den letzten Tagen einige interessante Erkenntnisse. Vor allem die nicht unbedingt überraschende, aber in diesem Ausmaß dann doch erstaunliche Mischung aus Sensationsgeilheit, Erwartungsdruck und Inkompetenz bei Behörden und Journalisten, die dazu geführt hat, dass ein aus Jux angefertigter Screenshot als Beweis dafür herhalten musste, dass der Amokläufer seine Tat angeblich “im Internet” angekündigt habe.
Ein Innenminister präsentiert einen Screenshot, ein digital erzeugtes Bild, und den meisten genügt dies, um daraus einen Aufmacher zu produzieren. Während in der 20-Uhr-Tagesschau am Donnerstag das Thema als Hauptmeldung flimmerte, wurde in Blogs schon seit Stunden darüber diskutiert, dass das Bild wohl ein Fake sein musste. Und zwar weniger eine hinterlistig und gemeine Irreführung, als vielmehr eine ziemlich offensichtliche Gaudi-Fälschung. Wenn man sich das Bild ansieht und die Hintergründe kennt, dann ist dieses “Chat-Protokoll” genauso plausibel und echt wie das Amok-Fomular der Titanic. Nur fiel es eben auf einen fruchtbaren Boden, der dankbar jede Art von Hinweis aufgreift und dem die Stichworte Internet und Chat nur allzu gut in ihr vorgefertigtes Bild passten.
Interessant ist auch die Reaktion sowohl der Behörden als auch der Medien, nachdem man kleinlaut zugeben musste, einem Hoax aufgesessen zu sein. Man ist beleidigt, der Urheber des Bildes gilt sofort als gefährlicher Spinner, der dingfest zu machen und zu bestrafen ist. Der Sündenbock, auf den man jetzt mit dem Finger zeigen kann, anstatt eigene Fehler einzugestehen. Hier wird jemand zum Täter gemacht, der letztlich nur eine ungeheuerliche Tat auf seine Art verarbeitet hat, und zwar im Umfeld seiner Subkultur, der Imageboards. Einer Subkultur, die (wie es sich für eine junge Subkultur gehört) vom Mainstream nicht verstanden wird. Geschmackvoll ist das sicher nicht, aber im Endeffekt auch nicht verwerflicher als satirische Reaktionen wie die (brillante) von Ahoi Polloi oder die (gar nicht brillante) von der Titanic.
Der tolle österreichische Karikaturist Manfred Deix war laut eigener Aussage
mit sieben Jahren schon Pornohändler. Und da ich nicht gewusst hab, wie die Frauen untenrum aussehen, hab ich denen auch Zumpferl dazugemacht. Oben große Dutteln, unten kleine Zumpferl. Ich hab ordentlich verkauft.
Mit elf Jahren hatte er dann einen Fortsetzungscomic in einer katholischen Kirchenzeitung. Was für ein Lebenslauf. Das und mehr in einem Interview bei SpOn.
Exakt dann am Bahnhof sein, wenn der Zug einfährt. Das ist die Kunst.
Ach ja, und im Münchner Filmmuseum läuft bis in den Sommer hinein eine Eastwood-Retrospektive mit dem schönen Titel “Clintessenz”. Super Gelegenheit zum Bildungslücken-Schließen!
Als Charles Darwin überlegte, ob er heiraten soll oder nicht, machte er ganz pragmatisch eine Pro-und-Contra-Liste. Und kam zum eindeutigen Ergebnis: “Heiraten, heiraten, heiraten.”
Statt dem Murks von Frank Miller hätte es in den 80er Jahren vielleicht auch etwas ganz anderes geben können: eine Spirit-Zeichentrick-Verfilmung der Pixar-Masterminds Brad Bird und John Lasseter, produziert von Gary Kurtz (Star Wars). Eine Geschichte aus Hollywoods Production Hell.
Was passiert, wenn 16jährige zum ersten Mal Kubricks 2001 sehen? Stefan Hoeltgen hat das auf der Berlinale beobachtet. (via)
Es gibt einen deutschsprachigen Podcast, der sich ausschließlich mit Lost beschäftigt: Lost Unlocked. Sehr nerdig, na klar, aber nicht schlecht. Und mit sanftem thüringischen Akzent.
Ich weiß jetzt, warum ich so lange nichts mit Twitter anfangen konnte. Der Reiz an dem Ding erschließt sich tatsächlich erst, wenn man seinen eigenen Account hat.
Bei Nicht erschienen werden Artikel gesammelt, die fertig geschrieben waren, aber dann doch nicht gedruckt wurden, z.B. dieses Interview mit Josef Hader. Schöne Idee.
Ägypter haben ihre Freude an Filmfestivals, aber aus ganz anderen Gründen als unsereins. Ein hübscher Bericht bei Kein Blut, Rot!
Du weißt, du hast einen Scheißtag, wenn du im Pokalspiel erst 0:5 hintenliegst, dann immerhin den Ehrentreffer erzielst (über den du dich nicht sehr freuen kannst), und du anschließend feststellen must, dass die Mannschaftskollegen beim aufmunternden Gratulieren nicht gerade zielsicher sind: