Trailerschau

Trailerschau für Filmstarts vom 2.2.

Im Kino sehen:
Tinker, Tailor, Soldier, Spy (Dame, König, As, Spion): Ein auf sehr schicke Weise altmodisch daherkommender Spionagethriller im Kalten Krieg, basierend auf einem Roman von John Le Carré aus dem Jahr 1974. Die Umsetzung stammt vom Schweden Tomas Alfredson, der hiermit nach seinem großartigen Let the Right One In sein Hollywood-Debüt abgibt. Sehr vielversprechend besetzt mit lauter tollen Typen (Gary Oldman, John Hurt, Colin Firth, Tom Hardy und Benedict “Holmes” Cumberbatch).

Auf die DVD warten:
Moneyball (Die Kunst zu gewinnen – Moneyball): Das Eröffnungskapitel in Christoph Biermanns Buch Die Fußball-Matrix handelt davon wie Billy Beane, Manager des Baseball-Profiteams Oakland Athletics, die Baseball-Welt revolutionierte, indem er ein Team strikt nach statistischen Werten zusammenstellte und damit sensationell erfolgreich war. 2003 schrieb der Journalist Michael Lewis diese Geschichte im Buch Moneyball auf. Das Buch erschien nie auf Deutsch, die Verfilmung dagegen schon. Denn hier spielt Brad Pitt die Hauptrolle, es gibt Oscar-Nominierungen, und überhaupt wird stets versichert, dass dies kein Baseballfilm sei und auch für Leute geeignet, die keine Ahnung vom Baseball haben. Der Trailer jedenfalls riecht nach einem vielversprechenden Sport-/Management-Drama, das Tomatometer kommt auf satte 94%.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Zettl: Helmut Dietl – der mit seinem weißen Schal immer mehr wie eine Karikatur seiner selbst aussieht – knüpft an Kir Royal an (aber ohne Franz Xaver Kroetz, der wollte nicht), geht von München nach Berlin, holt sich Stuckrad-Barre als Co-Autor ins Boot und Bully Herbig als Hauptdarsteller. Und scheitert, wenn man den Kritikern glaubt, grandios. Eine Handvoll gute Dialoge dürften trotzdem drin sein.

Die Summe meiner einzelnen Teile: Der neue von Hans Weingartner, der mit Das weiße Rauschen und Die fetten Jahre sind vorbei zwei ziemliche Erfolge und danach mit Free Rainer einen ziemlichen Flop hingelegt hat (bitte raten Sie jetzt, welche zwei Filmtitel in der Werbung genannt werden). Diesmal geht es wieder in die düsterere Richtung von Das weiße Rauschen. Es geht um einen hochbegabten Mathematiker, der nach einem Zusammenbruch und psychiatrischer Behandlung nicht wieder zurück in Job und Gesellschaft findet.

The Matchmaker (Ein Sommer in Haifa):
Israelische Coming-of-Age-Geschichte, die 1968 in Haifa spielt. Jugendlicher Aufbruch und gesellschaftlicher Umbruch sind zu spüren, aber das Trauma der Shoa wirkt noch nach. Regisseur Avi Nesher scheint hier eine gute Balance zwischen Leichtigkeit und Schwere gefunden zu haben.

Muss nicht sein:
My Reincarnation: Der nächste in einer niemals abreißenden Reihe von Tibet- bzw. Buddhismus-Sachfilmen, die hierzulande ins Kino schwappen. Hier geht es um den in Italien geborenen Sohn eines tibetanischer Würdenträgers, der die Inkarnation eines noch würdigeren Würdenträgers sein soll, aber keine Lust hat, nach Tibet in ein Kloster zu gehen.

The Inbetweeners Movie (Sex on the Beach): Der große Sommerhit in Großbritannien (in den Jahrescharts auf Platz 3 hinter Harry Potter 7b und The King’s Speech), der den Abschluss einer sehr erfolgreichen TV-Comedyserie über und für pubertierende Jugendliche bildet. In Deutschland läuft die Serie nirgends, dass man dann trotzdem den Kinofilm importiert (und mit der Synchro vermutlich noch den letzten Rest Charme inmitten der Penis-, Sauf- und Pupswitze tötet), verstehe ich nicht so ganz.

Underworld Awakening: Ein Franchise, das mich nie gejuckt hat, das aber wohl immer noch groß genug ist, um den nunmehr vierten Teil der Action-Vampir-Sause ins Kino zu bringen. Diesmal in 3D.

Trailerschau für Filmstarts vom 26.1.

Eine extrem gute Kinostartwoche ist das, Herrschaften. Sicher kein Zufall, dass ein paar Verleihe ihre Filme ganz gezielt in die Woche der Oscarnominierungen gelegt haben …

Im Kino sehen:
Drive: Ich hörte zum ersten Mal von Drive, als ich las, das Nicolas Winding Refn dafür den Regiepreis in Cannes gewonnen hat. Für einen Actionfilm. In Cannes. Da war klar, dass das was Besonderes sein muss. Seitdem bekommt er überwiegend sehr gute bis enthusiastische Kritiken. Ich bin sicher, das Eintrittsgeld wird sich lohnen.

The Artist: Die Geschichte vom Stummfilmstar, der mit der Einführung des Tonfilms zu kämpfen hat. Als Stummfilm in Schwarz-Weiß. Das ist entweder völlig bescheuert oder genial. Hier ist letzteres der Fall – und ich hoffe, das sagen nicht nur die Kritiker, die sich immer freuen, wenn ein Film von ihrem eigenen Lieblingsthema handelt. Golden-Globe-Liebling und Oscar-Favorit 1.

The Descendants (The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten): Oscar-Favorit 2, der neue von Alexander Payne, dessen Sideways und About Schmidt ich sehr mochte. Er kriegt es hin, sehr lebensnah und realistisch zu erzählen und dabei das “normale Leben” um den kleinen entscheidenden Tick zu überhöhen, so dass es besonders wird. Das Thema (Familienvater muss mit Verlust der sterbenden Frau, seinen pubertierenden Töchtern und der Erkenntnis, dass ihn die Frau betrogen hat, klarkommen) klingt erstmal so gar nicht verlockend, aber Payne hat daraus offensichtlich eine sehenswerte, warmherzige Tragikomödie gemacht.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Tage die bleiben: Inhaltlich gar nicht so weit weg von The Descendants, geht es auch hier um einen Vater und seine Kinder, die den Tod der Mutter betrauern. Sieht gar nicht schlecht aus, auch wegen Darstellern wie Götz Schubert (KDD) und Max Riemelt (Im Angesicht des Verbrechens). Schau ich mir an, wenn er spätnachts im Ersten läuft.

Man on a Ledge (Ein riskanter Plan): Eine Auf der Flucht-Variation mit Sam Worthington. Sieht nach halbwegs solider Thriller-B-Ware aus, manchmal ist das ja ganz okay. Herzlichen Glückwunsch auch an die Findungskommission, die sich den deutschen Titel ausgedacht hat: markant, unverwechselbar, originell!

Michael: Österreichischer Anti-Feelgood-Film, der die Fälle Fritzl und Kampusch aufgreift und bewusst auf alles Reißerische verzichtet. Regisseur Markus Schleinzer hat schon für Michael Haneke gearbeitet, was man dem Film wohl auch anmerkt.

Muss nicht sein:
Jack and Jill (Jack und Jill): Was ich im Kino nicht sehen will: Filme, in denen ein Komiker in zwei Rollen als Zwilling auftritt. Was ich auch nicht sehen will: Filme, in denen ein männlicher Komiker eine Frau spielt. Was ich erst recht nicht sehen will: Filme mit Adam Sandler. Und was ich auch nicht sehen will: Filme mit Katie Holmes. Und was ich überhaupt niemals nie ganz und gar nicht sehen will: Jack and Jill.

Sonst noch:
Arirang (Arirang – Bekenntnisse eines Filmemachers): Festivalliebling Kim Ki-Duk hatte eine schwere Schaffenskrise, zog sich in eine einsiedlerhafte Hütte zurück und filmte sich selbst. Außerdem baute er eine Pistole und eine ziemlich coole Kaffeemaschine. Das ist wohl eher was für Leute, die auf Experimentelles stehen.

Fünf Freunde: Weil im Kinderkino immer das am besten funktioniert, was die Eltern aus der eigenen Kindheit noch kennen, gibt es jetzt ein modernisiertes Update der alten Enid-Blyton-Reihe aus dem Hause Constantin Film. Übrigens, falls ihr ‘nen fiesen Ohrwurm braucht:

Trailerschau für Filmstarts vom 19.1.

Im Kino sehen:
The Muppets (Die Muppets): Hach. Nach vielen Jahren Abwesenheit endlich ein neuer Muppets-Film. Losgetreten, geschrieben und gehauptrollt von Jason Segel (Sie könnten ihn aus How I Met Your Mother kennen). Die Viral-Video-Kampagne, die für den Film seit Monaten gefahren wird, war großartig und schürte ordentlich Vorfreude (hier nochmal alle Parody Trailers im Überblick). Und wenn der Film da annähernd rankommt, wird’s ein schöner Abend. Auf jeden Fall sind hier einige richtig gute Leute mit an Bord, ein Haufen cooler Gaststars und die musikalische Leitung hatte Bret McKenzie (Flight of the Conchords). Jetzt muss ich nur noch ein Kino finden, dass den im Original zeigt (das Münchner Cinema bringt ihn leider nur nachmittags).

Auf die DVD warten:
Kriegerin: Ein Film über ein Teenagermädchen im Neonazi-Milieu — sowas kann ja ganz leicht fürchterlich schiefgehen, scheint hier aber geglückt zu sein. Moviepilot macht mir hier eine 9.0-Prognose, das will schonmal was heißen. Wer die Graf-Serie Im Angesicht des Verbrechens gesehen hat, kennt auch Hauptdarstellerin Alina Levshin. Ein “atemberaubend souveräner und nuancenreichen Auftritt” sei das, schreibt Rüdiger Suchsland bei Telepolis, lobt den Film für seine präzise Milieuschilderung, tadelt dann aber die Wendung im letzten Drittel, wenn “ohne Not emotionalisiert und psychologisiert” wird. Trotzdem bestimmt ein interessanter FIlm.

Vielleicht mal im Fernsehen:
J. Edgar: Leo Di Caprio spielt J. Edgar Hoover, den legendären FBI-Boss. Ich hab’s nicht so mit Biopics, aber es ist ein Clint-Eastwood-Film, was eigentlich für hohe Qualität spricht. Die Zusammenfassung bei Rotten Tomatoes klingt allerdings nicht ermutigend: “Leonardo DiCaprio gives a predictably powerhouse performance, but J. Edgar stumbles in all other departments with cheesy makeup, poor lighting, confusing narrative, and humdrum storytelling.”

Bir Zamanlar Anadolu’da (Once Upon a Time in Anatolia): Filme aus der Türkei, die zu uns kommen, sind in der Regel entweder kreuzdoofe Komödien oder superintellektuelle Autorenfilme. Dieser hier fällt eher in die zweite Kategorie, sieht aber (trotz des sehr wage gehaltenen Trailers) ziemlich zugänglich aus.

Tag und Nacht: Freizügiges österreichisches Drama um zwei Freundinnen, die beschließen, ihr Geld beim Escort-Service zu verdienen. Läuft sicher mal im Spätprogramm bei 3sat.

Muss nicht sein:
Faust: Alexander Sokurow verfilmt Goethe und gewinnt damit den Goldenen Löwen von Venedig. Möglicherweise die ganz hohe Filmkunst? Ich finde da keinen Zugang.

Intruders: Spanischer Horrorfilm mit Clive Owen und Daniel Brühl, der einen in jeder Hinsicht durchschnittlichen Eindruck macht.

Empire Me – Der Staat bin ich!: Macht einen recht wirren Eindruck: Doku über autonome Kleinststaaten wie Christiania oder Sealand.

Mon pire cauchemar (Mein liebster Alptraum): Elegante Dame trifft auf prolligen Arbeiter. Die beiden mögen sich natürlich überhaupt nicht, und wie das dann weitergeht, kann man sich selber ausmalen.

De vrais mensonges (Bezaubernde Lügen): Französische Verwechslungs-RomCom mit Audrey Tautou, die ein bisschen mit dem Cyrano-Motiv spielt. Außer althergebrachten Genre-Standards scheint’s hier nicht viel zu geben.

Trailerschau für Filmstarts vom 12.1.

Auf die DVD warten:
The Girl with the Dragon Tattoo (Verblendung): An dieser Stelle müsste jetzt eigentlich mein übliches Genöle über unnötige US-Remakes von nicht-englischsprachigen Filmen kommen. Hier mache ich eine Ausnahme, weil …

  • … es sich strenggenommen um die zweite Verfilmung eines Romans und nicht um ein direktes Film-Remake handelt (wie die Produzenten auch mehrfach betonen)
  • … die erste (schwedische) Verfilmung eigentlich gar kein Kinofilm war, sondern ein Fernsehmehrteiler, der nachträglich auf Kinolänge geschnitten wurde
  • … die neue Version ein David-Fincher-Film und somit schonmal grundsätzlich interessant ist
  • … die schwedische Erstverfilmung gar nicht mal so gut war. Neuverfilmungen von brillanten Filmen sind unnötiger Quatsch, aber brillant war Män som hatar kvinnor nicht. Aus meiner Sicht ein ziemlich spannender, gut gemachter TV-Thriller, an dem außer Hauptdarstellerin Noomi Rapace nichts überdurchschnittlich war.

Trotzdem wahrscheinlich eher auf DVD als im Kino, denn die Story kenn ich ja schon.

Reality XL: Mysterythriller um verschwundene Wissenschaftler am CERN. Das extrem seltene Beispiel eines deutschen Films, der tatsächlich independent, also ohne Filmförderung und ohne dicken Produzenten und/oder TV-Sender im Hintergrund gemacht und ins Kino gebracht wurde. Buch und Regie stammen von Tom Bohn, der schon viele Tatorte gedreht hat und es auch schaffte, bekannte Gesichter wie Heiner Lauterbach zu verpflichten. Julian Reischl fand den Film “schauderhaft gut”, die ersten Reaktionen bei moviepilot sind sehr gemischt, ansonsten sind kaum Kritiken zu finden.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Das traurige Leben der Gloria S.: Man sieht’s dem Trailer nicht gleich an, aber das hier ist eine Komödie. Die taz meint gar, zuletzt habe “man sich bei Helge Schneider in einem deutschen Film so gut amüsiert”. Es geht ums Filmemachen, ums prekäre Künstlerleben und das Thema Realität vs. Inszenierung. Könnte ein Geheimtipp sein.

William S. Burroughs – A Man within: Ziemlich interessant aussehende Doku über den Autor und seinen Einfluss auf die Popkultur.

Offroad: Ich bin ja dauerverliebt in Nora Tschirner, nur leider taugen ihre Filme selten was. Scheint hier auch nicht viel besser zu werden, auch wenn sie hier (erstmals?) als echte Hauptdarstellerin im Mittelpunkt steht.

Napapiirin sankarit (Helden des Polarkreises): Finnische Komödie über ein paar kaputte Typen auf einem Roadtrip in Lappland. Schön skandinavisch-skurril oder eher platte Jungs-Komödie? Der Trailer deutet schwer auf letzteres hin.

Muss nicht sein:
Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen: Deutsches Drama um (Stasi-) Vergangenheitsbewältigung, das sehr nach Fernsehen aussieht. Spricht mich irgendwie gar nicht an.

Soul Surfer: Nach erbaulichen Delphinen mit Prothesen (Mein Freund, der Delfin) kommt nun die erbauliche Verfilmung einer “inspiring true story” von einer jungen talentierten Surferin, der ein Hai den Arm abgebissen hat, die es aber trotzdem schafft, Profisurferin zu werden, auch durch ihren Glauben an Gott. Mir schaudert ein wenig.

Sonst noch:
Jørgen + Anne = sant (Anne liebt Philipp): Vielfach gelobter norwegischer Kinderfilm über die allererste Liebe.

The Real American – Joe McCarthy: Vom ZDF koproduzierte Doku über den berüchtigten Kommunistenjäger, mit einer Mischung aus Talking Heads, Originalaufnahmen und nachgespielten Szenen.

Trailerschau für Filmstarts vom 5.1.

Auf die DVD warten:
Intouchables (Ziemlich beste Freunde): In Frankreich war die Story vom reichen, gelähmten Weißen und dem jungen, schwarzen Ex-Knacki, die trotz aller Gegensätze zu Freunden werden und sich gegenseitig läutern, ein Riesenerfolg. Der Film hat eigentlich alle Zutaten, die mich normalerweise abschrecken (typisches Feelgood-Kino mit allerlei Klischees und garantiertem Happy-End), aber der Trailer sieht trotzdem mächtig sympathisch aus. Dürfte durchaus Spaß machen.

Poulet aux prunes (Huhn mit Pflaumen): Persepolis war der überaus erfolgreiche autobiographische Comic von Marjane Satrapi, der dann äußerst gelungen von ihr selbst, zusammen mit Vincent Paronnaud, als Zeichentrickfilm verfilmt wurde (meine Besprechung des Comics hier und des Films dort). Nun verfilmt das Duo einen weiteren Satrapi-Comic, diesmal aber als Realfilm. Es geht um Marjanes Onkel im Teheran der 50er Jahre, der, weil sein geliebtes Musikinstrument kaputt ist, beschließt zu sterben. Ein tragikomisches Melodram mit viel bewusster Künstlichkeit (die für manche allzu kitschig wirken könnte).

Vielleicht mal im Fernsehen:
Jonas: Eins von Christian Ulmens Trademarks ist es, in fremde Rollen zu schlüpfen und in dieser Rolle dann das echte Leben, fernab von Film- und TV-Sets, aufzumischen. Nach Mein bester Freund und diversen Webformaten bringt er das Prinzip nun ins Kino, mit einer modernen Variante der Feuerzangenbowle. Ulmen verkleidet sich als Schüler, die übrige Besetzung, also Lehrer und Mitschüler, sind “echt”. Allerdings nur so echt, wie man halt ist, wenn ein Filmteam um einen herumschwirrt. Ich bezweifle ja, dass das über 90 Minuten trägt, aber ich mag und schätze den Ulmen und seine Form der Schauspielkunst. Wird also sicher irgendwann mal geguckt, aber nicht im Kino.

Un cuento chino (Chinese zum Mitnehmen): In etwa das gleiche Prinzip wie oben bei Ziemlich beste Freunde, nur dass hier ein alternder argentinischer Stinkstiefel durch einen jungen Chinesen zum besseren Menschen werden muss. Das gute alte Culture-Clash-Prinzip, hier in einer argentinisch-spanischen Co-Produktion. Wahrscheinlich ganz nett, aber hat man sowas nicht schon dutzende Male gesehen?

Muss nicht sein:
New Kids Nitro: Der erste Teil der niederländischen Deppen-Prollkomödie war bei uns ein Überraschungserfolg, mit dem keiner gerechnet hatte. Beim Sequel gibt es nun mehr Promo und wahrscheinlich auch mehr Leinwände. Und erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.

Sonst noch:
Der atmende Gott – Reise zum Ursprung des modernen Yoga: Ein deutscher Dokumentarfilmer recherchierte in Indien die Geschichte von Yoga. Da bin ich sowas von nicht die Zielgruppe …

Trailerschau für Filmstarts vom 29.12.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Blutzbrüdaz: Sido und B-Tight in einer (explizit nicht autobiographischen) Rapperstory. Da denkt man natürlich sofort an den grausamen Bushido-Film und will das von vornherein scheiße finden. Aber. Der Trailer ließ mich mehrfach schmunzeln und grinsen und ich kann mir vorstellen, dass dieser Film tatsächlich eine Menge Spaß macht. Rajko sah “erfrischenden Unernst, naiven Charme und geradezu niedlich-quirlige Figuren”. Der Regisseur Özgür Yildirim bekam für seinen Chiko sehr viel Lob (bei mir noch auf der Muss-ich-mal-gucken-Liste), und als Produzent ist auch noch Fatih Akin im Boot, so dass man da durchaus optimistisch sein kann.

También la lluvia (Und dann der Regen – También la lluvia): Gael García Bernal als Regisseur, der in Bolivien mit Ureinwohnern einen authentischen Film über Christoph Columbus’ Amerika-Entdeckung drehen will und in die politischen und sozialen Konflikte des Landes hineingerät. Der Stoff riecht gehörig nach Message-Kino mit erhobenem Zeigefinger, doch die Kritiker sind voll des Lobes. Bis auf Silvia Hallensleben (epd Film), die von “Politkitsch nach gängiger Hausmacherart” schreibt.

Jeg reiser alene (Ich reise allein): Dänische Komödie über einen Vorzeigeslacker, bei dem eines Tages überraschend eine siebenjährige Tochter auftaucht, von der er nichts wusste. Was dann kommt, kann man sich ungefähr vorstellen (endlich erwachsen werden, Verantwortung lernen, das ganze Programm). Sieht dank viel skandinavischem Charme aber trotzdem ganz brauchbar aus. Daniel Sander findet in seiner SpOn-Rezension ein sehr schönes Fazit: “Eine Komödie, der es so geht wie ihrer kleinen Heldin: Keiner hat auf sie gewartet, aber wenn man sie erst kennt, hat man sie auch lieb.”

Muss nicht sein:
The Darkest Hour (Darkest Hour): 3D-Alien-Invasion in Moskau (mit Produktions-Credit von Timur Bekmambetov). Außer dem Schauplatz gibt es hier wohl nicht viel Neues, das Tomatometer kommt nur auf 15%. Ach ja, und die Aliens sind unsichtbar!

Trailerschau für Filmstarts vom 22.12.

Im Kino sehen:
Ronal barbaren (Ronal der Barbar): Dänischer Animationsspaß von den Machern von Terkel in Trouble, der die Klischees der Barbaren-Fantasy à la Conan (“Babes, Balls and Muscles”) aufs Korn nimmt. Natürlich nicht so großartig animiert wie die millionenschweren US-Filme, dafür auch ganz ohne den Zwang, um jeden Preis familientauglich daherzukommen. Die Trailer mit den Metal-singenden Totenköpfen sind schon mal hochsympathisch. Schau ich mir an.

Auf die DVD warten:
The Ides of March (The Ides of March – Tage des Verrats): George Clooney sitzt wieder auf dem Regiestuhl und beschäftigt sich wieder mit Politik: Es geht um Lug und Trug, Beschiss und Intrigen im Präsidentschaftswahlkampf, schwergewichtig besetzt mit dem neuen Shootingstar Ryan Gosling, Clooney selbst, dem großartigen Paul Giamatti und dem noch viel großartigeren Phillip Seymour Hoffman. Mit Oscarnominierungen ist zu rechnen.

Hysteria (In guten Händen): Ein Arzt im viktorianischen England behandelt weibliche Hysterie durch manuelles Eingreifen untenrum und ist damit sehr erfolgreich. Aus dieser erstaunlichen Erkenntnis geht wenig später der erste Vibrator hervor. Kostümkomödie, die durchaus nicht ganz frei erfunden ist und mit Maggie Gyllenhall über eine supersympathische Hauptdarstellerin verfügt. Könnte ein recht nettes Vergnügen sein.

Sherlock Holmes: A Game of Shadows (Sherlock Holmes: Spiel im Schatten): Guy Ritchies Action-Variante von Holmes mit dem feinen Robert Downey Jr. geht in Fortsetzung. Teil 1 hat mir seinerzeit überraschend viel Spaß gemacht, aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass das hier den selben Weg einschlägt wie Pirates of the Caribbean. Die Parallelen sind erstaunlich: Ein Action-Kostümfilm, der ein altes Genre wiederbelebte, der vor allem vom Charisma des Hauptdarstellers getragen wurde und erfolgreicher und besser ausfiel, als man gedacht hätte. Und der dann im Sequel vor allem den Schauwerte-Regler hochfährt. Nunja. Pluspunkte gibt es bei mir immerhin dafür, dass man auf den Einsatz von 3D verzichtet.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Abendland: Bei Filmen, die als “Essay” oder, wie hier, als “Filmpoem” angekündigt werden, klingeln die Alarmglocken der prätentiösen Hochkultur. Wenn man aber keine Angst vor eher experimentellen Dokus hat, könnte der neue Film von Nikolaus Geyrhalter (Unser täglich Brot, Der Räuber) durchaus interessant sein. Ein konkretes, eng gefasstes Thema gibt es nicht — es geht um Europa als Alte und Erste Welt, gedreht wurde nur abends und nachts. Laut film-dienst ist das “ein provozierendes, widerständiges Patchwork aktueller Gegenwartssplitter, das seine Qualität gerade auch im Widerspruch erweist.”

Sommer der Gaukler: Erinnern Sie sich an die Traumsequenzen in Wer früher stirbt, ist länger tot? Die funktionierten in ihrer überzeichneten, barocken Theatralik wunderbar als kurze Zwischensequenzen, wären aber über 90 Minuten bestimmt unerträglich. Wenn man sich nun vorstellt, Regisseur Marcus Hausham Rosenmüller hätte tatsächlich einen kompletten Film auf diese Weise inszeniert, landet man ungefähr beim Sommer der Gaukler. Es geht um Emanuel Schikaneder, der mit seiner Theaterkompanie in einem bayerischen Bauerndorf strandet. Und dann geht es fürchterlich rund.

Muss nicht sein:
Alvin and the Chipmunks: Chipwrecked (Alvin und die Chipmunks 3: Chipbruch): Ich staune über den anhaltenden Erfolg dieses Franchise, gönne Jason Lee die Kohle und will damit sonst nichts zu tun haben.

Trailerschau für Filmstarts vom 15.12.

So. Pause zuende. Mein Umzug ist abgeschlossen und ich bin unbedingt gewillt, wieder regelmäßig Beiträge in dieses Blog zu stellen. Und ins Kino zu gehen. Drückt mir die Daumen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
The Black Power Mixtape 1967-1975: Schwedische Reporter waren zur Zeit der schwarzen Bürgerbewegung in den USA unterwegs und sprachen mit bekannten und unbekannten Protagonisten. Aus dem Material, das anscheinend nie verwendet wurde, wurde nun ein neuer Film zusammengeschnitten. Interessant dürfte hier vor allem die ungewohnte Perspektive sein: zum einen der Blick von außen, also von ausländischen Journalisten, zum anderen die im zeitlichen Abstand erfolgte Montage.

Mission: Impossible – Ghost Protocol (Mission: Impossible – Phantom Protocol): Tom Cruise spielt wieder “Kobra, übernehmen Sie” und ich kann mich nicht so recht aufraffen, das interessant zu finden. Und das, obwohl

  • die Regie von Brad Bird stammt, der bisher ganz famose Animationsfilme geschaffen hat (mit The Iron Giant und The Incredibles zwei meiner Lieblinge)
  • die Kritiken gar nicht so schlecht sind (92% auf dem Tomatometer)
  • mit Jeremy Renner, Simon Pegg und Ving Rhames ein paar Leute mitspielen, die ich (im Gegensatz zu Herrn Cruise) sehr gerne auf der Leinwand sehe.

Aber wenn man Bock auf gut gemachte, belanglose Action hat, wird M:I4 sicherlich keine schlechte Wahl sein.

Rubbeldiekatz: Es geht nicht anders: Wann immer ich diesen Filmtitel lese (und dank massiver PR passiert das zur Zeit häufig) ergänze ich im Kopf automatisch: “… am Borsigplatz”. Dabei hat das mit dem BVB gar nix zu tun, sondern ist der neue Film von Detlev Buck, dessen richtig tolle Sachen nun auch schon länger zurückliegen. Dieser hier scheint einige hübsche Momente zu haben, vor allem wenn er sich über deutsche Förderung für amerikanische Filme lustig macht. Und richtigen Schrott traue ich Detlev Buck einfach nicht zu. Dann wiederum soll man aber besonders über Männer in Frauenkleidung lachen. Der Film gehört dann eben doch, wie es kino-zeit.de so schön formuliert, zum “Subgenre der deutschen Komödie mit Unterleibsbezug”.

Muss nicht sein:
Let Me In: Das US-Remake von Låt den rätte komma in aka Let the Right One In aka So finster die Nacht. Der mag sogar ziemlich gut sein, aber Fakt ist: Das schwedische Original ist ein brillanter Film und brillante Filme muss man nicht neu drehen, ihr Hollywoodsäcke! Und wenn die Amis schon nicht anders können, dann müssen wir das doch nicht nach Europa reimportieren, weil wir haben den Film doch schon! Nur in besser! Also echt. Da sollte Gernot Hassknecht mal einen Kommentar zu sprechen.

Dolphin Tale (Mein Freund, der Delfin): Ohgottohgottohgott. Ein tierfreundliches Familienrührstück in 3D, in dem ein verletzter Delphin eine künstliche Schwanzflossenprothese bekommt. Vielleicht könnte Herr Hassknecht auch hierzu …?

Sonst noch:
Wader Wecker Vater Land: Auch nach dem Tod von Kreisler, Degenhardt und Hirsch gibt es noch politische Liedermacher. Zwei Urgesteine der Zunft, Konstantin Wecker und Hannes Wader, waren im letzten Jahr gemeinsam auf Tournee und ließen sich von Dokumentarfilmer Rudi Gaul begleiten. Dem Trailer nach zu urteilen, bezieht der Film seinen Reiz vor allem aus den großen Gegensätzen zwischen Wecker und Wader, die, obwohl sie letztlich das gleiche Feld beackern, sehr unterschiedlich sind.

Elle s’appelait Sarah (Sarahs Schlüssel): Französische Romanverfilmung, in der Kristin Scott Thomas als Journalistin das Schicksal jüdischer Kinder recherchiert, die 1942 von französischen Nazi-Kollaborateuren nach Auschwitz deportiert wurden. Birgit Roschy spricht auf Zeit Online von einem “ergreifenden” und “eindringlichen” Film und nennt ihn einen “ausgesprochenen Frauenfilm, der viel besser ist als der Roman”.