Trailerschau

Trailerschau für Filmstarts vom 14.6.

Pause vorbei. Pack ma’s wieder. Mitten rein ins Kino-Sommerloch, und munter angereichert mit ein paar Pressezitaten, solange das noch geht.

Auf die DVD warten:
Rock of Ages: Mit Musical-Verfilmungen kann man mich in der Regel jagen, die hier reizt mich aber doch: einmal wegen der Musik, Hairmetal der 80er, die man halt als Guilty Pleasure einfach nicht los wird, wenn man sie als junger Mensch irrtümlich mal mochte, zum anderen wegen Schauspielern wie Tom Cruise, Paul Giamatti und Alec Baldwin, die sich hier ganz ungeniert zum Horst machen. Da sehe ich gerne zu.

17 filles (17 Mädchen): Das sieht ganz interessant aus: Basierend auf einem realen Fall, als 18 Schülerinnen fast gleichzeitig schwanger wurden, verlegt der Film die Handlung von Massachusetts in die Bretagne und erzählt eine einfühlsame Coming-of-Age-Geschichte.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Alpeis (Alpen): Der kryptische Trailer ist gewollt rätselhaft und hilft mal gar nicht weiter. Es geht in dem griechischen Film von Dogtooth-Regisseur Yorgos Lanthimos um eine Organisation, die eine besondere Dienstleistung anbietet: Hinterbliebene können Schauspieler buchen, die eine Weile lang einen Verstorbenen zu verkörpern, damit der Abschied leichter fällt. Surreal und wahrscheinlich anstrengend, vermutlich aber auch sehr interessant.

Muss nicht sein:
The Big Year (Ein Jahr vogelfrei!): Jack Black, Owen Wilson, Steve Martin: alle drei sympathische Kerle, die viel zu oft in schlechten statt in guten Komödien mitspielen. Die hier scheint halbwegs gelungen zu sein, kommt aber arg harmlos und betulich daher, wie ich finde. Es geht um drei sehr unterschiedliche Typen, die ein Jahr Auszeit nehmen, um Rekorde im Vogelbeobachten aufzustellen.

West is West: Fortsetzung der britischen Culture-Clash-Komödie East is East, in der es um eine pakistanischstämmige Familie in England geht. Nun wird der im UK geborenen Sohn in die fremde “Heimat” Pakistan gebracht. Daniel Sander meint bei SpOn: “Der neue Regisseur Andy DeEmmony hat keinen Sinn für den zurückgenommenen Tonfall seines Vorgängers Damian O’Donnell und inszeniert das Ganze als brachiale Mischung aus Billig-Sitcom und TV-Movie. Es ist alles zu viel, und nichts wirkt echt.”

Jasmin: Deutsches 2-Personen-Kammerspiel mit zwei anerkannten Theaterschauspielerinnen im Gespräch: als Mutter, die ihr Kind getötet hat und als ihre psychiatrische Gutachterin. Hat, wenn man sowas mag, sicher seinen Reiz, aber auch seine Tücken: Jens Mayer schreibt bei Schnitt: “Leider wirken die Dialoge dabei oftmals artifiziell und steril, als seien sie für die Theaterbühne geschrieben.”

A few best Men (Die Trauzeugen): Mehr oder weniger geschmackvolle Hochzeits-Albernheiten à la Hangover in einer britisch-australischen Coproduktion. Definitiv verzichtbar.

Sonst noch:
Ha’dira (Die Wohnung): Doku von Arnon Goldfinger über das ungewöhnliche Verhältnis seiner jüdischen zu einer deutschen Familie, über das er auch in einem langen Artikel im Zeit-Magazin schreibt.

Ai Weiwei – Never Sorry: Schon wieder eine Künstlerdoku. Bei Ai Weiwei eigentlich nicht sonderlich notwendig, der sein Leben doch ohnehin recht umfassend mit den Medien teilt. Viel Unbekanntes dürfte da nicht zu ergründen sein.

Die Trailerschau macht Pause

Wertes Publikum,

schon die Trailerschau von letzter Woche habe ich nicht geschafft, und diese Woche wird das auch nix. Und der ganze Mai ist ohnehin viel zu voll mit Arbeit und Terminen. Das Format braucht also (wieder mal) eine kleine Pause, und kehrt dann, voraussichtlich im Juni, mit Vollgas zurück.

Trailerschau für Filmstarts vom 19.4.

Auf die DVD warten:
Chronicle (Chronicle – Wozu bist Du fähig?): Das Thema “Teenager mit Superkräften” mit den Mitteln des Found-Footage-Films erzählt, von den selbst noch sehr jungen Josh Trank und Max (Sohn von John) Landis. Beginnt wohl recht gutgelaunt, um dann immer düsterer zu werden. Und kostümierte Superhelden kommen hier garantiert nicht vor. Den Videokamera-Look brauche ich nicht unbedingt im Kino, aber als DVD wird der sicher geguckt.

Vielleicht mal im Fernsehen:
L’Apollonide, souvenirs de la maison close (Haus der Sünde): Sittenbild eines Pariser Bordells zur vorletzten Jahrhundertwende. Toll und detailreich ausgestattet und mit Rocksongs aus den 1970ern versehen, sicher ein interessanter Film.

My Week with Marilyn: Biopics sind ja meist dann am besten, wenn sie nicht eine komplette Lebensgeschichte erzählen, sondern sich auf einen bestimmten, möglichst kurzen Zeitabschnitt im Leben einer Persönlichkeit beschränken. So wie hier, wo es um einen Filmdreh von Marilyn Monroe unter Regie von Laurence OIivier geht, während dessen sie den jungen Assistenten Colin Clark verführte. Der hat darüber später ein Buch geschrieben, dass nun als Basis für diesen sehr schön besetzten Film (ist Michelle Williams nicht bezaubernd?) diente.

Sohnemänner: Tragikomischer Vater-Sohn-Beziehungsfilm, der im Schwarzwald spielt, ohne bekannte Namen und mit ganz wenigen, dafür aber sehr positiven Kritiken.

En Kongelig Affære (Die Königin und der Leibarzt): Dänischer Historienfilm über den jungen König Christian VII, dem einflussreiche politische Kräfte einen aufklärerischen Leibarzt an die Seite stellten. Ich bin kein Freund von Kostümdramen, aber das sieht ganz interessant aus. Lars von Trier hatte übrigens (als Produzent und “Script Supervisor”) auch seine Finger im Spiel.

Muss nicht sein:
African Cats (Im Reich der Raubkatzen)
: Disney-Naturfilm mit Raubkatzen. Schönes Licht, schöne Bilder, kitschige Musik, pathetischer Off-Kommentar und bestimmt auch doofe Vermenschlichung der Viecher.

Das Haus Anubis – Pfad der 7 Sünden: Ich kenn mich da nicht aus, aber Das Haus Anubis scheint eine ziemlich erfolgreiche Eigenproduktion des deutschen Nickelodeon-TV-Kanals zu sein, in der Teenager in eine Märchen-Parallelwelt geschickt werden. Der dazugehörige Kinofilm sieht auf uncharmante Weise trashig und billig aus, aber vielleicht gefällt das der Zielgruppe ja. Der Trailer enthält immerhin einen grandiosen Lacher: Stichwort Smudo!

One for the money (Einmal ist keinmal): Rasend unoriginell aussehende Filmversion einer US-Bestsellerreihe von Janet Evanovich über eine Kautionsdetektivin. Während die deutschen Buchcover und -titel ganz unverhohlen jene Leserinnen von Unterhaltungsromanen anspricht, die sich für Hera Lind ein bisschen zu jung fühlen, geht es der Film etwas neutraler an und packt auch ein bisschen Action in den Trailer, so dass sich vielleicht auch ein paar Jungs ins Multiplex verirren könnten. Das Tomatometer steht derweil bei eindrucksvollen 2 Prozent.

Sonst noch:
Anton Corbijn Inside Out: Deutsche Doku über den Star-Fotograf und inzwischen auch Filmemacher.

The Other Europeans in: Der zerbrochene Klang: Ein Klezmer-Ensemble auf Reisen.

Sing Your Song: Doku über Harry Belafontes politisches Engagement von der schwarzen Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre bis zum Anti-Kriegs-Demo von heute. Versprüht leider den Charme dieser fiesen amerikanischen Motivationsposter.

Trailerschau für Filmstarts vom 12.4.

Auf die DVD warten:
The Grey (The Grey – Unter Wölfen): Schon erstaunlich, wie Liam Neeson sich auf seine alten Tage noch zum Action-Star gemausert hat. Hier führt er eine Gruppe von Überlebenden eines Flugzeugabsturzes an, die in winterlicher Wildnis gelandet sind und es mit Wölfen zu tun bekommen. Sieht nach einem geradlinigen, schnörkellosen Survival-Thriller aus – bei Rotten Tomatoes kommt er immerhin auf 78%.

Martha Marcy May Marlene: US-Drama um eine junge Sektenaussteigerin, die sich in einer schweren Identitätskrise befindet. Hauptdarstellerin Elizabeth Olsen, dritte Schwester der Olsen Twins, hat hierfür eine ganze Stange von Preisen bekommen und auch der Film wird fast einhellig sehr gelobt. Dürfte sehenswert sein.

Juan de los Muertos (Juan of the Dead): Zombie-Komödie aus Kuba (!), die auch bei den Fantasy Filmfest Nights lief und dort, soweit ich das mitbekommen habe, nicht für allzu große Begeisterung sorgte. Für Genrefreunde trotzdem sicher einen Blick wert. Ich habe hier einen Screener liegen, den ich mir heute noch zu Gemüte führen werde. Review folgt in den nächsten Tagen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Work Hard – Play Hard: Dokumentarfilm über die moderne Arbeitswelt, der stilistisch an Filme wie We Feed the World erinnert. Ohne Off-Kommentar, mit starken Bildern und einem eingebauten Gruseleffekt. Macht bestimmt nicht viel Spaß, sieht aber hochinteressant aus.

Monsieur Lazhar: Frankokanadischer Film um einen aus Algerien stammenden Lehrer, der im mittleren Alter an eine Schule in Montréal wechselt, wobei er eine Lehrerin ersetzt, die sich das Leben genommen hat. Sieht für meinen Geschmack ein wenig zu sehr nach gefühligem Emotionskino aus, bekommt aber sehr viel Lob und ist wahrscheinlich doch recht sehenswert.

Einer wie Bruno: Ich habe völlig unvorbereitet auf den Trailer geklickt und bin zunächst richtig erschrocken. Christian Ulmen spielt einen geistig Behinderten – da ich Ulmen mit Komödien assoziiere, fürchtete ich also eine unangenehme Witzfigur. So ist es zum Glück nicht, Ulmens Figur ist der behinderte Vater einer gesunden, pubertierenden Tochter, was für allerlei Konflikte sorgt. Also eher Coming-of-Age mit komischen Elementen. Ob Ulmen dafür der richtige ist?

La délicatesse (Nathalie küsst): Romanze mit Audrey Tatou, die sich (nachdem ihr Traummann verstorben ist) in einen nicht so perfekten Mann (Francois Damiens, eine Art französischer Paul Giamatti) verliebt. Originell sieht das nicht aus, aber ganz angenehm und charmant.

Muss nicht sein:
La Nouvelle guerre des boutons (Krieg der Knöpfe): Eine von gleich zwei Neuverfilmungen des Kinderbuchklassikers, die unlängst in Frankreich produziert worden sind. Während die Buchvorlage noch vor dem Ersten Weltkrieg entstand und der bekannte Film von Yves Robert in den 1960er Jahren spielt, verlegt dieser Film die Handlung in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. So richtig überzeugend ist das wohl nicht geworden, die Kritiken sind recht durchwachsen.

Battleship : Die offizielle Kinoadaption von “Schiffe versenken”. Kein Scheiß, “Battleship” nennen die Amis den Bleistift-und-Karopapier-Klassiker. Und das hat man nun eben verfilmt. Mit Aliens, die Schiffe attackieren. Wenn man bedenkt, dass es höchst erfolgreiche Blockbuster gibt, die auf Achterbahnen oder Spielzeugfiguren basieren, ist das weniger absurd, als es zunächst klingt. Auch hier ist übrigens Liam Neeson dabei, neben Taylor “John Carter” Kitsch und Popstar Rihanna. Es gibt massig Explosionen und Action, gesponsert von der US Army. Ein richtig schön ekliges Gesamtpaket also.

Sonst noch:
Knerten gifter seg (Knerten traut sich): Fortsetzung des norwegischen Kinderfilms um einen Jungen, der mit einem Ast befreundet ist.

Trailerschau für Filmstarts vom 29.3. und 5.4.

Um den Rückstand aufzuholen, heute eine Doppelnummer.

Im Kino sehen:
The Pirates! Band of Misfits (Die Piraten – Ein Haufen merkwürdiger Typen): Deutsche Politdoku über eine aufstrebende Partei, mit der keiner gerechnet hatte. Endlich wieder ein Claymation-Film! Nach zwei Trickfilmen aus dem Rechner (Flushed Away und Arthur Christmas) gibt es hier wieder klassische Stop-Motion-Kunst aus dem Hause Aaardman Animation (wenn auch mit digitaler Unterstützung und leider in 3D). Für mich als alten Wallace & Gromit-Fanboy ist das selbstverständlich Pflicht. Und der Trailer lässt hoffen, dass auch hier wieder alle Altersklassen sehr viel Spaß haben können.

Auf die DVD warten:
The Woman in Black (Die Frau in Schwarz): Für seine erste große Rolle nach Harry Potter hat sich Daniel Radcliffe einen Film der wiederbelebten Hammer Studios ausgesucht. Der viktorianische Spukhaus-Grusler basiert auf einem Buch von Susan Hill, das auch schon als Theaterstück, Hörspiel und TV-Serie umgesetzt wurde, und war in Großbritannien ein ziemlicher Erfolg. Wer altmodischen Horror mit viel Atmosphäre und wenig Blut mag, dürfte hier auf seine Kosten kommen.

Mirror Mirror (Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen): Die erste von zwei Schneewittchen-Variationen, die dieses Jahr ins Kino kommen. Im Gegensatz zum sehr düsteren Snow White and the Huntsman (kommt in zwei Monaten) geht es hier eher humorvoll zu, und Julia Roberts darf als böse Stiefmutter glänzen. Regisseur Tarsem Singh sorgt für Opulenz und Bildgewalt, aber so richtig zünden will’s dann wohl doch nicht, meint Daniel Sander bei SpOn: “ein filmgewordenes Meer der Finsternis”.

Iron Sky (Iron Sky): Nazis auf dem Mond! Von vielen Filmnerds und einer beachtlichen Online-Fangemeinde sehnsüchtig erwarteter Trash-Spaß aus Finnland. Ich hab ihn schon gesehen und finde: Cool besetzt, beeindruckend gemacht, aber trotzdem enttäuschend. Für eine Komödie fehlt hier einfach der Witz. Könnte sich aber als “DVD+Sofa+Bier+Kumpels”-Film eignen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Kongen av Bastøy (King of Devil’s Island): Norwegisches Knastdrama um eine Gefängnisinsel Anfang des 20. Jahrhunderts. Stellan Skarsgård spielt den Gefängnisleiter.

Elles (Das bessere Leben): Eine Journalistin (Juliette Binoche) schreibt eine Reportage über Studentinnen, die anschaffen gehen, und kommt dabei ins Grübeln, ob ihr gesetztes Mittelklasseleben wirklich so toll ist und wer eigentlich das, siehe Titel, bessere Leben hat.

Muss nicht sein:
Et si on vivait tous ensemble? (Und wenn wir alle zusammenziehen?): Daniel Brühl und eine Reihe von Altstars (u.a. Jane Fonda, Pierre Richard) gründen eine Senioren-WG. Wohlfühlfilm fürs ältere Publikum, da bin ich nicht die Zielgruppe, aber man kann wenig dagegen einwenden.

Sams im Glück: Für Kinder bestimmt ganz lustig. Aber: ist das eigentlich Pflicht für deutsche Schauspieler, in Kinderfilmen immer so hemmungloses Overacting zu betreiben? Man hält das ja schon im Trailer kaum aus.

The Door (Hinter der Tür): Europäische Co-Produktion mit Helen Mirren und Martina Gedeck in den Hauptrollen. Es geht um das Verhältnis zwischen einer Autorin und ihrer Haushälterin im Ungarn der 60er Jahre. Sieht ein bisschen aus wie der typische TV-Zweiteiler zum Feiertag.

The Lady (The Lady – Ein geteiltes Herz): Biopic über die birmesische Freiheitskämpferin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (gespielt von Michelle Yeoh). Luc Besson inszeniert das als gefühliges Drama, das augenscheinlich recht viel Kitsch und Pathos enthält. Nichts für mich.

Russendisko: Wladimir Kaminers wunderbare Episoden, nicht so wunderbar verfilmt als zusammenhängende Geschichte von drei jungen Russen, die ins Nachwende-Berlin kommen und ihr Glück suchen. Die Hauptrolle spielt der total russisch wirkende, leider omnipräsente Matthias Schweighöfer. Lest das Buch!

The Music Never Stopped: Rührstück nach einer wahren Begebenheit: Alte Hits der Sixties und Seventies helfen einem Gehirntumor-Patienten gesundheitlich und in der Beziehung zur Familie. Klingt arg kitschig, hat aber schöne Musik.

Wrath of the Titans (Zorn der Titanen): Kaum zu glauben, dass Clash of the Titans tatsächlich so erfolgreich war, dass man wenig später schon ein Sequel nachschiebt. Fand den IRGENDWER gut?

What’s Your Number? (Der perfekte Ex): Überflüssige RomCom mit Anna Faris als Blondine, die alle ihre 19 Ex-Freunde nochmal aufsucht, weil einer davon doch der richtige sein muss.

Die Wahrheit der Lüge: Der neue Film vom ohne Filmförderung drehenden Roland Reber (man erinnert sich an das Skandälchen bei seinem letzten Film). Sieht aus, als hätte da jemand eine (pseudo-) intellektuelle Version von Saw zu drehen versucht, aber doch nur Trash geschafft.

Sonst noch:
Sei Venezia (6 x Venedig): Doku über sechs verschiedene Menschen in Venedig.

Out of the Darkness: Doku über Augenärzte in Nepal, die Menschen mit Grauem Star behandeln.

Violinissimo: Doku über Hochleistungsgeiger bei einem Musikwettbewerb.

Und Titanic 3D gibt’s auch noch, aber Wiederaufführungen lasse ich hier grundsätzlich weg, egal ob mit oder ohne Brillenzwang.

Trailerschau für Filmstarts vom 22.3.

Solange es nicht schon wieder Donnerstag ist, ist es noch nicht zu spät für die Kinostarts vom letzten Wochenende:

Im Kino sehen:
The Hunger Games (Die Tribute von Panem – The Hunger Games): Der erste richtig große Hype des Kinojahres [und, wie man inzwischen weiß, mit höchst erfolgreichem Start], basierend auf einer erfolgreichen Romanreihe für Jugendliche und deshalb ein wenig zu oft mit Harry Potter und Twilight verglichen. Hier wird aber nicht gezaubert und geglitzert, sondern ein sehr dystopisches Zukunftsszenario erntworfen, in dem sich Jugendliche in einer Art Fernseh-Survivalshow gegenseitig ausmerzen müssen. Ich hab schon mit den Büchern geliebäugelt, weil ich viel Gutes davon hörte, und auch der Film sieht – trotz der hässlichen Plakate – vielversprechend aus. Nicht zuletzt wegen Jennifer Lawrence (aus Winter’s Bone). Wenn dieser Film (und die sicher fälligen Sequels) sie zum Topstar machen, ist das Universum nicht ganz ungerecht.

Was weg is, is weg: Schwarze bayerische Komödie um einen appen Arm, die an einem einzigen Tag im Jahr 1986 spielt. Dürfte alle ansprechen, die Wer früher stirbt, ist länger tot mochten, der Humor dürfte hier aber noch einen Tick makabrer sein. Ich liebe die allerletzte Szene im Trailer, die mich immer wieder sehr laut lachen lässt. Läuft nicht in Hamburg, Berlin oder Köln, dafür in Plattling, Waldkraiburg und Wolfratshausen. Macht wohl auch Sinn, weil hier wird durchweg Bairisch gesprochen.

Auf die DVD warten:
Take Shelter (Take Shelter – Ein Sturm zieht auf): Paranoia-Thriller über einen Familienvater, der ein apokalyptisches Unwetter kommen sieht und darüber durchzudrehen droht (oder ist er es schon?). Lohnt sich wohl vor allem wegen Hauptdarsteller Michael Shannon und kommt definitiv auf die “Muss ich mal sehen”-Liste.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Der Preis: Eine DDR-Jugend, in Rückblenden erzählt. Nur wenige Kopien, nur wenige Kritiken. Sieht jedenfalls nicht ganz uninteressant aus, wenn auch ein wenig spröde.

Muss nicht sein:
Ruhm: Verfilmung des Bestsellers von Daniel Kehlmann, in der er auch selber eine ironische Gastrolle als Literaturkritiker spielen darf. Der Film sieht mir allzu sehr nach jenem typischen deutschen Starkino mit Anspruch (aber nur nicht zuviel!) aus. Aber Kehlmann finde ich sympathisch, seit ich ihn mal im Fernsehen gesehen habe. Sollte mal eins seiner Bücher lesen.

Et maintenant, on va où? (Et maintenant, on va où?): Komödie aus dem Libanon, in dem auf spielerische Weise nicht nur der Nahost- sondern auch der Geschlechterkonflikt gelöst wird. Als böse Satire wäre das bestimmt toll, aber hier handelt es sich dann doch eher um ein allzu naives Wohlfühl-Filmchen.

Gone: Durchschnitts-Thrillerkost mit Amanda Seyfried als Schwester eines vermissten Mädchens, die überzeugt davon ist, dass sie entführt wurde. Und weil die Polizei untätig bleibt, muss sie selbst auf die Suche gehen. Kann man wohl getrost drauf verzichten.

Sonst noch:
Das Haus der Krokodile: Kinoremake einer alten TV-Serie aus den Siebzigern, die wiederum auf einem Roman basiert. In der Serie spielte der damalige Kinderstar Thommy Ohrner die Hauptrolle, im Film hat er eine Gastrolle bekommen. Ich meine mich ganz dunkel zu entsinnen, als Kind einen Teil davon gesehen zu haben, aber das sind sehr verwaschene Erinnerungsfetzen. Der neue Film scheint jedenfalls recht gut gemachtes, dezent gruseliges Spannungskino für etwas ältere Kinder zu sein.

Trailerschau für Filmstarts vom 15.3.

Hilfe, 15 Filmstarts auf einmal. Na gut, bringen wir’s hinter uns:

Auf die DVD warten:
The Best Exotic Marigold Hotel (Best Exotic Marigold Hotel): Die Geschichte einer Seniorenresidenz für englische Pensionäre in Indien klingt nach einer allzu betulichen Culture-Clash- und Völkerverständigungs-Komödie, aber die Besetzung ist derart exquisit, dass man sich das wahrscheinlich nicht entgehen lassen kann: Maggie Smith, Judi Dench, Bill Nighy und Tom Wilkinson, dazu Dev Patel aus Slumdog Millionaire.

Hodejegerne (Headhunters): Norwegischer Thriller der härteren Gangart nach dem Bestseller von Jo Nesbø, dessen Bücher derzeit stapelweise in den Buchkaufhäusern liegen. Und was Damian über den Hauptdarsteller sagt, stimmt: “Steve Buscemi und Christopher Walken hatten Sex und zeugten Aksel Hennie.” Thomas Vorwerk bringt auch noch Peter Lorre und Bernhard Hoëcker ins Spiel. Und dann macht er noch einen Coen-Vergleich und hat mich damit schon so gut wie gewonnen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Türkisch für Anfänger: Eine der originellsten und besten Teenie-Vorabend-Serien, die das deutsche Fernsehen je hervorgebracht hat (neben Berlin, Berlin wahrscheinlich die einzige überhaupt, die was taugt) gibt’s jetzt als Kinofilm und man reist in den Süden. Wenn das all die Popcorneimer-tragenden Kids gucken, die immer so unvorbereitet vor den Multiplex-Programm-Bildschirmen herumhängen, soll’s mir recht sein.

One Life (Unser Leben): Prächtige Naturbilder aus dem Hause BBC. Sicher sehr schön anzusehen, aber voraussichtlich leider auch wieder mit unnötiger Vermenschlichung, pathetischem Soundtrack und allzu viel Moralkeule vom Off-Sprecher.

Keeper’n til Liverpool (The Liverpool Goalie – oder: wie man die Schulzeit überlebt): Jo ist 13, kann nicht gut Fußball spielen und hat auch sonst eine Menge Probleme. Jugendfilm aus Norwegen, der typisch skandinavisch und höchst charmant daherkommt.

Viva Riva: Und auch das sieht ziemlich interessant aus: Ein Gangsterfilm aus dem Kongo, der eher unterhaltsames Genrekino als ein Dritte-Welt-Problemfilm sein möchte. Die Sneak-Gänger, die auf moviepilot kommentieren, waren allerdings überhaupt nicht begeistert.

Kaddisch für einen Freund: Ein junger Libanese und ein alter jüdischer Russe in Kreuzberg schließen eine unwahrscheinliche Freundschaft. “Der beachtliche Debütfilm vertraut auf die Konventionen einer naturalistischen Inszenierung, geizt aber auch nicht mit komischen Momenten”, schreibt der film-dienst.

Muss nicht sein:
Contraband: Mark Wahlberg als ausgestiegener Ex-Schmuggler, der wegen Familienangelegenheiten noch einmal einen letzten Deal durchziehen muss. Actionthriller-Durchschnittskost, I suppose.

Sonst noch:
A Torinói ló (Das Turiner Pferd): Filmkunst. Schwarz-Weiß. Pferde. Kryptik. Ungarn. Tod.

Abschied von den Fröschen: Der Name Ulrich Schamoni, muss ich gestehen, sagt mir nichts – er war ein wichtiger Vertreter des Neuen Deutschen Films. Seine letzten Lebensjahre hat er nach einer Krebsdiagnose mit der Kamera festgehalten, seine Tochter hat aus diesem Material nun einen Film geschnitten.

Les neiges du Kilimandjaro (Der Schnee am Kilimandscharo): Sozial-Dramödie aus Frankreich vom bekennenden Linken Robert Guédiguian. Es geht um einen nicht mehr ganz jungen Arbeiter, der seinen Job verliert und dann auch noch Opfer eines Raubüberfalls wird.

Goodnight Nobody: Schweizer Dokumentarfilm über vier Menschen von vier Kontinenten, die an dauernder Schlaflosigkeit leiden.

Media Monday #37

Hier kommt die nächste Runde der Montagsfragen (meine Antworten in Fett):

1. Der beste Film mit Ryan Phillippe ist für mich Gosford Park von Robert Altman. Dass Phillippe da mitspielt, musste ich aber auch erst ergooglen.

2. Zack Snyder hat mit Dawn of the Dead seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er hier tatsächlich auch eine Geschichte erzählt und sich nicht ausschließlich auf ästhetische Bilder und cool inszenierte Gewalt einen runterholt.

3. Der beste Film mit Amber Heard ist für mich __________ . Never Heard.

4. Unlängst fiel mir der Flyer des Fantasy Filmfest in die Hände; leider wird es dieses Jahr terminlich mit einem Besuch nicht hinhauen, aber immerhin war ich ja beim Festival Großes Fernsehen. Wie sieht es bei euch aus, gibt es Film- oder Fernsehfestivals, die ihr gerne besuchen würdet oder definitiv besuchen werdet?

Das Fantasy Filmfest (und der kleine Wochenend-Ableger FFF Nights, um den es vermutlich auf dem Flyer ging) gehört zu den Festivals, die ich regelmäßig besuche. Vor allem auch deshalb, weil es (auch) in meiner Stadt stattfindet und man leicht Karten bekommt. Das gleiche gilt für das Filmfest München, bei dem ich mich allerdings immer sehr schwer tue, aus dem riesigen Programm die Rosinen zu picken. Einen “richtigen” Festivalbesuch, also mit vollem Programm, Dauerkarte und täglich mehreren Vorstellungen, habe ich bisher nur einmal geschafft, 2010 beim Internationalen Trickfilm-Festival in Stuttgart. Das war toll. Reizen würde mich auch mal das Fantoche in der Schweiz (da geht’s auch um Animationsfilme), das Festival von Sitges oder Locarno mit dem berühmten Open-Air-Kino auf dem Marktplatz. Und, falls es dieses Jahr wieder stattfindet, das Berliner International Comedy Film Festival. Die Berlinale dagegen, das Mekka vieler Filmfreaks hierzulande, reizt mich gar nicht so sehr. Zu viel Trubel und eine kaum überschaubare Filmflut. Wäre mehr Stress als Genuss, fürchte ich.

5. Thema Krimi: Lieber groß angelegter, aufwendig produzierter und eigenständiger Film oder wöchentliche Serie mit in sich abgeschlossenen Fällen?

Ersteres. Ich bin kein großer Freund von Krimiserien. KDD fand ich allerdings großartig.

6. Stereotype, klischeebeladene Frauenrollen werden wohl nicht so schnell aussterben. Bessern könnte es sich u.a. dadurch, dass mehr Frauen als Regisseurinnen und Autorinnen ans Ruder kommen. Ich wär’ dafür.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Bend it like Beckham von Gurinder Chadha und der war auch beim wiederholten Gucken ein sehr hübscher Coming-of Age-Film, weil er das Gegenteil von stereotypen, klischeebeladenen Frauenrollen bietet. Und Kiera Knightley war nie wieder so sympathisch wie in diesem Film.