Trailerschau für Filmstarts vom 29.3. und 5.4.

Um den Rückstand aufzuholen, heute eine Doppelnummer.

Im Kino sehen:
The Pirates! Band of Misfits (Die Piraten – Ein Haufen merkwürdiger Typen): Deutsche Politdoku über eine aufstrebende Partei, mit der keiner gerechnet hatte. Endlich wieder ein Claymation-Film! Nach zwei Trickfilmen aus dem Rechner (Flushed Away und Arthur Christmas) gibt es hier wieder klassische Stop-Motion-Kunst aus dem Hause Aaardman Animation (wenn auch mit digitaler Unterstützung und leider in 3D). Für mich als alten Wallace & Gromit-Fanboy ist das selbstverständlich Pflicht. Und der Trailer lässt hoffen, dass auch hier wieder alle Altersklassen sehr viel Spaß haben können.

Auf die DVD warten:
The Woman in Black (Die Frau in Schwarz): Für seine erste große Rolle nach Harry Potter hat sich Daniel Radcliffe einen Film der wiederbelebten Hammer Studios ausgesucht. Der viktorianische Spukhaus-Grusler basiert auf einem Buch von Susan Hill, das auch schon als Theaterstück, Hörspiel und TV-Serie umgesetzt wurde, und war in Großbritannien ein ziemlicher Erfolg. Wer altmodischen Horror mit viel Atmosphäre und wenig Blut mag, dürfte hier auf seine Kosten kommen.

Mirror Mirror (Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen): Die erste von zwei Schneewittchen-Variationen, die dieses Jahr ins Kino kommen. Im Gegensatz zum sehr düsteren Snow White and the Huntsman (kommt in zwei Monaten) geht es hier eher humorvoll zu, und Julia Roberts darf als böse Stiefmutter glänzen. Regisseur Tarsem Singh sorgt für Opulenz und Bildgewalt, aber so richtig zünden will’s dann wohl doch nicht, meint Daniel Sander bei SpOn: „ein filmgewordenes Meer der Finsternis“.

Iron Sky (Iron Sky): Nazis auf dem Mond! Von vielen Filmnerds und einer beachtlichen Online-Fangemeinde sehnsüchtig erwarteter Trash-Spaß aus Finnland. Ich hab ihn schon gesehen und finde: Cool besetzt, beeindruckend gemacht, aber trotzdem enttäuschend. Für eine Komödie fehlt hier einfach der Witz. Könnte sich aber als „DVD+Sofa+Bier+Kumpels“-Film eignen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Kongen av Bastøy (King of Devil’s Island): Norwegisches Knastdrama um eine Gefängnisinsel Anfang des 20. Jahrhunderts. Stellan Skarsgård spielt den Gefängnisleiter.

Elles (Das bessere Leben): Eine Journalistin (Juliette Binoche) schreibt eine Reportage über Studentinnen, die anschaffen gehen, und kommt dabei ins Grübeln, ob ihr gesetztes Mittelklasseleben wirklich so toll ist und wer eigentlich das, siehe Titel, bessere Leben hat.

Muss nicht sein:
Et si on vivait tous ensemble? (Und wenn wir alle zusammenziehen?): Daniel Brühl und eine Reihe von Altstars (u.a. Jane Fonda, Pierre Richard) gründen eine Senioren-WG. Wohlfühlfilm fürs ältere Publikum, da bin ich nicht die Zielgruppe, aber man kann wenig dagegen einwenden.

Sams im Glück: Für Kinder bestimmt ganz lustig. Aber: ist das eigentlich Pflicht für deutsche Schauspieler, in Kinderfilmen immer so hemmungloses Overacting zu betreiben? Man hält das ja schon im Trailer kaum aus.

The Door (Hinter der Tür): Europäische Co-Produktion mit Helen Mirren und Martina Gedeck in den Hauptrollen. Es geht um das Verhältnis zwischen einer Autorin und ihrer Haushälterin im Ungarn der 60er Jahre. Sieht ein bisschen aus wie der typische TV-Zweiteiler zum Feiertag.

The Lady (The Lady – Ein geteiltes Herz): Biopic über die birmesische Freiheitskämpferin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (gespielt von Michelle Yeoh). Luc Besson inszeniert das als gefühliges Drama, das augenscheinlich recht viel Kitsch und Pathos enthält. Nichts für mich.

Russendisko: Wladimir Kaminers wunderbare Episoden, nicht so wunderbar verfilmt als zusammenhängende Geschichte von drei jungen Russen, die ins Nachwende-Berlin kommen und ihr Glück suchen. Die Hauptrolle spielt der total russisch wirkende, leider omnipräsente Matthias Schweighöfer. Lest das Buch!

The Music Never Stopped: Rührstück nach einer wahren Begebenheit: Alte Hits der Sixties und Seventies helfen einem Gehirntumor-Patienten gesundheitlich und in der Beziehung zur Familie. Klingt arg kitschig, hat aber schöne Musik.

Wrath of the Titans (Zorn der Titanen): Kaum zu glauben, dass Clash of the Titans tatsächlich so erfolgreich war, dass man wenig später schon ein Sequel nachschiebt. Fand den IRGENDWER gut?

What’s Your Number? (Der perfekte Ex): Überflüssige RomCom mit Anna Faris als Blondine, die alle ihre 19 Ex-Freunde nochmal aufsucht, weil einer davon doch der richtige sein muss.

Die Wahrheit der Lüge: Der neue Film vom ohne Filmförderung drehenden Roland Reber (man erinnert sich an das Skandälchen bei seinem letzten Film). Sieht aus, als hätte da jemand eine (pseudo-) intellektuelle Version von Saw zu drehen versucht, aber doch nur Trash geschafft.

Sonst noch:
Sei Venezia (6 x Venedig): Doku über sechs verschiedene Menschen in Venedig.

Out of the Darkness: Doku über Augenärzte in Nepal, die Menschen mit Grauem Star behandeln.

Violinissimo: Doku über Hochleistungsgeiger bei einem Musikwettbewerb.

Und Titanic 3D gibt’s auch noch, aber Wiederaufführungen lasse ich hier grundsätzlich weg, egal ob mit oder ohne Brillenzwang.

 

Trailerschau für Filmstarts vom 22.3.

Solange es nicht schon wieder Donnerstag ist, ist es noch nicht zu spät für die Kinostarts vom letzten Wochenende:

Im Kino sehen:
The Hunger Games (Die Tribute von Panem – The Hunger Games): Der erste richtig große Hype des Kinojahres [und, wie man inzwischen weiß, mit höchst erfolgreichem Start], basierend auf einer erfolgreichen Romanreihe für Jugendliche und deshalb ein wenig zu oft mit Harry Potter und Twilight verglichen. Hier wird aber nicht gezaubert und geglitzert, sondern ein sehr dystopisches Zukunftsszenario erntworfen, in dem sich Jugendliche in einer Art Fernseh-Survivalshow gegenseitig ausmerzen müssen. Ich hab schon mit den Büchern geliebäugelt, weil ich viel Gutes davon hörte, und auch der Film sieht – trotz der hässlichen Plakate – vielversprechend aus. Nicht zuletzt wegen Jennifer Lawrence (aus Winter’s Bone). Wenn dieser Film (und die sicher fälligen Sequels) sie zum Topstar machen, ist das Universum nicht ganz ungerecht.

Was weg is, is weg: Schwarze bayerische Komödie um einen appen Arm, die an einem einzigen Tag im Jahr 1986 spielt. Dürfte alle ansprechen, die Wer früher stirbt, ist länger tot mochten, der Humor dürfte hier aber noch einen Tick makabrer sein. Ich liebe die allerletzte Szene im Trailer, die mich immer wieder sehr laut lachen lässt. Läuft nicht in Hamburg, Berlin oder Köln, dafür in Plattling, Waldkraiburg und Wolfratshausen. Macht wohl auch Sinn, weil hier wird durchweg Bairisch gesprochen.

Auf die DVD warten:
Take Shelter (Take Shelter – Ein Sturm zieht auf): Paranoia-Thriller über einen Familienvater, der ein apokalyptisches Unwetter kommen sieht und darüber durchzudrehen droht (oder ist er es schon?). Lohnt sich wohl vor allem wegen Hauptdarsteller Michael Shannon und kommt definitiv auf die „Muss ich mal sehen“-Liste.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Der Preis: Eine DDR-Jugend, in Rückblenden erzählt. Nur wenige Kopien, nur wenige Kritiken. Sieht jedenfalls nicht ganz uninteressant aus, wenn auch ein wenig spröde.

Muss nicht sein:
Ruhm: Verfilmung des Bestsellers von Daniel Kehlmann, in der er auch selber eine ironische Gastrolle als Literaturkritiker spielen darf. Der Film sieht mir allzu sehr nach jenem typischen deutschen Starkino mit Anspruch (aber nur nicht zuviel!) aus. Aber Kehlmann finde ich sympathisch, seit ich ihn mal im Fernsehen gesehen habe. Sollte mal eins seiner Bücher lesen.

Et maintenant, on va où? (Et maintenant, on va où?): Komödie aus dem Libanon, in dem auf spielerische Weise nicht nur der Nahost- sondern auch der Geschlechterkonflikt gelöst wird. Als böse Satire wäre das bestimmt toll, aber hier handelt es sich dann doch eher um ein allzu naives Wohlfühl-Filmchen.

Gone: Durchschnitts-Thrillerkost mit Amanda Seyfried als Schwester eines vermissten Mädchens, die überzeugt davon ist, dass sie entführt wurde. Und weil die Polizei untätig bleibt, muss sie selbst auf die Suche gehen. Kann man wohl getrost drauf verzichten.

Sonst noch:
Das Haus der Krokodile: Kinoremake einer alten TV-Serie aus den Siebzigern, die wiederum auf einem Roman basiert. In der Serie spielte der damalige Kinderstar Thommy Ohrner die Hauptrolle, im Film hat er eine Gastrolle bekommen. Ich meine mich ganz dunkel zu entsinnen, als Kind einen Teil davon gesehen zu haben, aber das sind sehr verwaschene Erinnerungsfetzen. Der neue Film scheint jedenfalls recht gut gemachtes, dezent gruseliges Spannungskino für etwas ältere Kinder zu sein.

 

Trailerschau für Filmstarts vom 15.3.

Hilfe, 15 Filmstarts auf einmal. Na gut, bringen wir’s hinter uns:

Auf die DVD warten:
The Best Exotic Marigold Hotel (Best Exotic Marigold Hotel): Die Geschichte einer Seniorenresidenz für englische Pensionäre in Indien klingt nach einer allzu betulichen Culture-Clash- und Völkerverständigungs-Komödie, aber die Besetzung ist derart exquisit, dass man sich das wahrscheinlich nicht entgehen lassen kann: Maggie Smith, Judi Dench, Bill Nighy und Tom Wilkinson, dazu Dev Patel aus Slumdog Millionaire.

Hodejegerne (Headhunters): Norwegischer Thriller der härteren Gangart nach dem Bestseller von Jo Nesbø, dessen Bücher derzeit stapelweise in den Buchkaufhäusern liegen. Und was Damian über den Hauptdarsteller sagt, stimmt: „Steve Buscemi und Christopher Walken hatten Sex und zeugten Aksel Hennie.“ Thomas Vorwerk bringt auch noch Peter Lorre und Bernhard Hoëcker ins Spiel. Und dann macht er noch einen Coen-Vergleich und hat mich damit schon so gut wie gewonnen.

Vielleicht mal im Fernsehen:
Türkisch für Anfänger: Eine der originellsten und besten Teenie-Vorabend-Serien, die das deutsche Fernsehen je hervorgebracht hat (neben Berlin, Berlin wahrscheinlich die einzige überhaupt, die was taugt) gibt’s jetzt als Kinofilm und man reist in den Süden. Wenn das all die Popcorneimer-tragenden Kids gucken, die immer so unvorbereitet vor den Multiplex-Programm-Bildschirmen herumhängen, soll’s mir recht sein.

One Life (Unser Leben): Prächtige Naturbilder aus dem Hause BBC. Sicher sehr schön anzusehen, aber voraussichtlich leider auch wieder mit unnötiger Vermenschlichung, pathetischem Soundtrack und allzu viel Moralkeule vom Off-Sprecher.

Keeper’n til Liverpool (The Liverpool Goalie – oder: wie man die Schulzeit überlebt): Jo ist 13, kann nicht gut Fußball spielen und hat auch sonst eine Menge Probleme. Jugendfilm aus Norwegen, der typisch skandinavisch und höchst charmant daherkommt.

Viva Riva: Und auch das sieht ziemlich interessant aus: Ein Gangsterfilm aus dem Kongo, der eher unterhaltsames Genrekino als ein Dritte-Welt-Problemfilm sein möchte. Die Sneak-Gänger, die auf moviepilot kommentieren, waren allerdings überhaupt nicht begeistert.

Kaddisch für einen Freund: Ein junger Libanese und ein alter jüdischer Russe in Kreuzberg schließen eine unwahrscheinliche Freundschaft. „Der beachtliche Debütfilm vertraut auf die Konventionen einer naturalistischen Inszenierung, geizt aber auch nicht mit komischen Momenten“, schreibt der film-dienst.

Muss nicht sein:
Contraband: Mark Wahlberg als ausgestiegener Ex-Schmuggler, der wegen Familienangelegenheiten noch einmal einen letzten Deal durchziehen muss. Actionthriller-Durchschnittskost, I suppose.

Sonst noch:
A Torinói ló (Das Turiner Pferd): Filmkunst. Schwarz-Weiß. Pferde. Kryptik. Ungarn. Tod.

Abschied von den Fröschen: Der Name Ulrich Schamoni, muss ich gestehen, sagt mir nichts – er war ein wichtiger Vertreter des Neuen Deutschen Films. Seine letzten Lebensjahre hat er nach einer Krebsdiagnose mit der Kamera festgehalten, seine Tochter hat aus diesem Material nun einen Film geschnitten.

Les neiges du Kilimandjaro (Der Schnee am Kilimandscharo): Sozial-Dramödie aus Frankreich vom bekennenden Linken Robert Guédiguian. Es geht um einen nicht mehr ganz jungen Arbeiter, der seinen Job verliert und dann auch noch Opfer eines Raubüberfalls wird.

Goodnight Nobody: Schweizer Dokumentarfilm über vier Menschen von vier Kontinenten, die an dauernder Schlaflosigkeit leiden.

 

Media Monday #37

Hier kommt die nächste Runde der Montagsfragen (meine Antworten in Fett):

1. Der beste Film mit Ryan Phillippe ist für mich Gosford Park von Robert Altman. Dass Phillippe da mitspielt, musste ich aber auch erst ergooglen.

2. Zack Snyder hat mit Dawn of the Dead seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er hier tatsächlich auch eine Geschichte erzählt und sich nicht ausschließlich auf ästhetische Bilder und cool inszenierte Gewalt einen runterholt.

3. Der beste Film mit Amber Heard ist für mich __________ . Never Heard.

4. Unlängst fiel mir der Flyer des Fantasy Filmfest in die Hände; leider wird es dieses Jahr terminlich mit einem Besuch nicht hinhauen, aber immerhin war ich ja beim Festival Großes Fernsehen. Wie sieht es bei euch aus, gibt es Film- oder Fernsehfestivals, die ihr gerne besuchen würdet oder definitiv besuchen werdet?

Das Fantasy Filmfest (und der kleine Wochenend-Ableger FFF Nights, um den es vermutlich auf dem Flyer ging) gehört zu den Festivals, die ich regelmäßig besuche. Vor allem auch deshalb, weil es (auch) in meiner Stadt stattfindet und man leicht Karten bekommt. Das gleiche gilt für das Filmfest München, bei dem ich mich allerdings immer sehr schwer tue, aus dem riesigen Programm die Rosinen zu picken. Einen „richtigen“ Festivalbesuch, also mit vollem Programm, Dauerkarte und täglich mehreren Vorstellungen, habe ich bisher nur einmal geschafft, 2010 beim Internationalen Trickfilm-Festival in Stuttgart. Das war toll. Reizen würde mich auch mal das Fantoche in der Schweiz (da geht’s auch um Animationsfilme), das Festival von Sitges oder Locarno mit dem berühmten Open-Air-Kino auf dem Marktplatz. Und, falls es dieses Jahr wieder stattfindet, das Berliner International Comedy Film Festival. Die Berlinale dagegen, das Mekka vieler Filmfreaks hierzulande, reizt mich gar nicht so sehr. Zu viel Trubel und eine kaum überschaubare Filmflut. Wäre mehr Stress als Genuss, fürchte ich.

5. Thema Krimi: Lieber groß angelegter, aufwendig produzierter und eigenständiger Film oder wöchentliche Serie mit in sich abgeschlossenen Fällen?

Ersteres. Ich bin kein großer Freund von Krimiserien. KDD fand ich allerdings großartig.

6. Stereotype, klischeebeladene Frauenrollen werden wohl nicht so schnell aussterben. Bessern könnte es sich u.a. dadurch, dass mehr Frauen als Regisseurinnen und Autorinnen ans Ruder kommen. Ich wär‘ dafür.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Bend it like Beckham von Gurinder Chadha und der war auch beim wiederholten Gucken ein sehr hübscher Coming-of Age-Film, weil er das Gegenteil von stereotypen, klischeebeladenen Frauenrollen bietet. Und Kiera Knightley war nie wieder so sympathisch wie in diesem Film.