Geguckt im November

IM KINO:

Thor – The Dark World (Thor – The Dark Kingdom) von Alan Taylor
Eigentlich ist Thor 2 kein wirklich guter Film. Die Story ist vollkommen hanebüchen und ein totaler Quatsch, über den man besser nicht zu lange nachdenkt, der Oberschurke bleibt im wahrsten Sinne des Wortes blass, und wie üblich bei derlei Popcorn-Spektakel ist das ganze auch wieder mindestens 20 Minuten zu lang. Trotzdem hat mir der Film sehr viel Spaß gemacht, vor allem deshalb, weil er sich selbst überhaupt nicht ernst nimmt. Das Augenzwinkern, ohne das die allermeisten Superheldenfilme eher peinlich wirken, ist hier durchgehend präsent. Manchmal schlägt das schon fast ins Alberne, was wohl manche Zuschauer auch stört, aber es sorgt für eine angenehme Erdung, wenn hier Götter und Halbgötter kosmische Konflikte austragen. Dass sich das Marvel-Film-Universum mehr und mehr ineinander verwebt, ist deutlich zu merken: Thor 2 schließt im Grunde nicht an Thor 1 an, sondern an Avengers. Trotzdem funktioniert der Film noch in sich als eine geschlossene Einheit, auch wenn es natürlich hilft, die beiden erwähnten Vorgänger zu kennen.

Eins noch: Ich muss Abbitte leisten bei Tom Hiddleston. Ich hatte zum ersten Teil behauptet, Loki bliebe “so blass wie nur irgendwas”. Das stimmt überhaupt nicht. Schon im ersten Thor war Loki der heimliche Star (beim zweiten Gucken ist mir das dann auch aufgefallen), bei den Avengers erst recht und auch in The Dark World gehören die Szenen mit dem fiesen Bruder zu den Highlights des Films. Sorry, Tom!

VOM FESTPLATTENRECORDER:

Captain America: The First Avenger von Joe Johnston
Zum Lückenschließen habe ich mir dann auch noch den letzten von inzwischen acht Filmen des Marvel Cinematic Universe angesehen, den ich noch nicht kannte. Auf Captain America hatte ich im Kino verzichtet, und ich kann jetzt sagen, dass das eine richtige Entscheidung war. Zwar macht Hauptdarsteller Chris Evans seine Sache gar nicht schlecht, der Plot ist ordentlich strukturiert und zuweilen schimmert angenehmer Humor durch.

Das behebt aber nicht die zwei Hauptptobleme, die ich mit dem Film habe. Erstens: Es ist nicht gut, wenn ein Schurke auf dem Bildschirm auftaucht, vor dem man Angst haben sollte, bei dem man dann aber jedes Mal in lautes Prusten ausbrechen muss. Der Red Skull gehört ganz klar zur Riege der Figuren, die in einem Comic ganz okay sind, in einem Realfilm aber plötzlich vollkommen lächerlich wirken. Zweitens: Zu etwa zwei Dritteln ist Captain America ein Kriegsfilm im Zweiten Weltkrieg. Und zwar einer der dooferen Sorte, in dem tapfere amerikanische GIs gegen gemeine/trottelige/bösartige Nazischergen kämpfen. Nicht nur ist es problematisch, wenn so ein Krieg unreflektiert als Background für leichte Hollywood-Unterhaltung herhalten muss, es ist auch unfassbar langweilig. Wirklich interessant wird Cap eigentlich erst in der Post-Credit-Szene, wenn der Held 70 Jahre später in unserer Gegenwart aufwacht und von S.H.I.E.L.D.-Chef Nick Fury begrüßt wird. Hmm, wahrscheinlich will ich Teil 2 dann doch wieder sehen …

Under the Dome, Season 1
Auf dem Papier klang diese US-Serie echt nicht schlecht: Die Vorlage, ein Stephen-King-Buch, hat eine interessante Prämisse, die ersten Bilder sahen vielversprechend schick aus, und der Showrunner ist Brian K. Vaughan, den ich als Comicautor sehr schätze. Die Pilotfolge von Under the Dome ist dann auch noch ziemlich gelungen, aber von da an wird es schwächer und schwächer. Klischeehafte Figuren, doofe Plotentwicklungen, mittelmäßige Schauspielerleistungen und generell ein Feeling, das allzu sehr an Lost erinnert, aber nicht im positiven Sinne. Die visuellen Spielchen mit der unsichtbaren und undurchdringlichen Kuppel, die die Stadt Chester’s Mill plötzlich von der Außenwelt trennt, waren noch der Aspekt der Serie, der mir am besten gefiel. Richtig schlimm sind dagegen die Antagonisten, die als Gegenspieler zu den Aufrechten und Ehrlichen unter den Bewohnern fungieren. Dean Norris, der in Breaking Bad noch so toll war, nervt als Kommunalpolitiker “Big Jim” von Folge zu Folge mehr, wird aber noch getoppt durch Maxine, eine männermordende Schurkin in Highheels, die als Figur so grob geschnitzt ist, dass sie direkt aus irgendeinem 80er-Jahre-Videothekenschlonz stammen könnte.

Ich hätte spätestens nach fünf Folgen abbrechen sollen, aber ich bin sehr schlecht im Aufhören, deshalb habe ich mich bis zur 13. Episode gequält. Staffel 2 muss dann aber wirklich nicht mehr sein.

AUF DVD:

premium-rushPremium Rush von David Koepp
Action auf Fahrrädern. Ein sehr gut gemachtes und hoch unterhaltsames B-Movie, das nicht viel mehr will, als mit hohem Tempo adrenalingeladene Action zu präsentieren und dabei abseits von gewohnten Pfaden zu wandeln. Die Story tut nicht viel zur Sache (und ist echt nicht die größte Stärke des Films), es geht um Kinetik und Spannung, wenn furchtlose Fahrradkuriere auf verwegenste Weise todesmutig durch den Verkehr von New York City heizen. Neben dem sympathischen Hauptdarsteller Joseph Gordon-Levitt gefällt auch eine hübsche visuelle Idee des Films: Mehrfach hält der Film seine Erzählzeit sozusagen an und zeigt verschiedene Optionen, die die Hauptfigur mit ihrem Fahrrad nehmen könnte (linksrum, rechtsrum, hintenrum usw.). Schöner Gegenentwurf zu PS-Pornos à la Fast & Furious, der mir sehr gefallenn hat.

Tinker Tailor Soldier Spy (Dame, König, As, Spion) von Tomas Alfredson
Dass diese Verfilmung eines Romans von John Le Carré toll ist, war mir schon vorher klar, gehörte er doch zu den meistgelobten Filmen des Jahres 2012. Im Kino hatte ich den verpasst, jetzt konnte ich ihn endlich nachholen und wurde nicht enttäuscht. Toller Spionage-Thriller mit einer Besetzung vom Allerfeinsten, mit cleveren Plotverwicklungen und einer umwerfenden Ausstattung, die für das Gegenteil von James-Bond-Feeling sorgt. Die 70er Jahre sind hier nicht funky und glamourös, sondern staubig, bieder und graubraun. Graubraune Anzüge, graubraune Büroausstattung, graubraune Tapeten, graubraune Gesichter. Super.

Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 10.11.2013 bis 20.11.2013

Empfehlenswerte Links aus meinem Internet:

Geguckt im Oktober

Lange her, dass hier das letzte Mal über die von mir geschauten Filme geschrieben wurde. Haut zur Zeit einfach nicht hin. Aber vielleicht probiere ich es mal in der Form eines solchen Monats-Postings (auch wenn das Monatsende auch schon wieder mehr als eine Woche …, aber lassen wir das) . Das hier habe ich im Oktober gesehen:

IM KINO:

gravity

Gravity von Alfonso Cuarón
Sandra Bullock und George Clooney lost in space. Als ich erstmals von dem Projekt gehört hatte, war meine erste Assoziation: “Open Water im Weltraum”. Diese Einschätzung war zwar nicht völlig falsch, wird Gravity aber bei weitem nicht gerecht.  Der Film will uns mitnehmen ins All, er will so nahe wie möglich ran an die Erfahrung, wie es ist, eine schwerelose Astronautin zu sein. Und das gelingt ihm so gut wie wohl kaum einem Weltraumfilm zuvor. Der Plot ist simpel, aber extrem ökonomisch und effektvoll erzählt: Ohne große Einleitung mittenrein, die Geschichte sehr spannend und tight, mehr oder weniger in Echtzeit. Und ein wunderbarer Schluss, der ohne großen Epilog punktgenau wieder aussteigt. Fast genau 90 Minuten, das hat man heute nicht mehr oft bei teuren Hollywood-Produktionen. Ich hatte direkt nach dem Kinobesuch getwittert:


Und “Kino” ist hier im doppelten Sinne gemeint: Gravity ist nicht nur als Film toll, sondern ganz explizit auch als Kinoerlebnis. Ich war hier über die volle Laufzeit wirklich gefesselt, und Cuarón hat bei mir das erreicht, was nicht mehr vielen Filmen gelingt: mich über 90 Minuten vergessen zu lassen, dass ich in einem Kinosaal sitze. Das hätte ziemlich sicher auch in 2D funktioniert, aber Gravity ist tatsächlich einer der wenigen Filme, bei denen mich 3D nicht gestört hat, sondern dem Film vielleicht tatsächlich dient. Die Bilder aus dem Weltraum sind überaus faszinierend, sie scheinen tatsächlich, als wäre der Film im All gedreht worden. Ich bin total neugierig auf ein “Making of”.
Ganz klar der Film des Monats. Wahrscheinlich auch mein Film des Jahres.

L’écume des Jours (Der Schaum der Tage) von Michel Gondry
Ich liebe den verspielten Stil von Michel Gondry, sein Abdriften ins Surreale, seinen Humor und sein Faible für Stop-Motion-Tricks. Umso enttäuschter war ich von seinen Ausflügen in den Hollywood-Mainstream, in denen sein spezieller Charme nur noch am Rande (Be Kind, Rewind) oder gar nicht mehr (Green Hornet) durchscheint. Ich hegte also große Hoffnung in diesen Film, in denen Gondry wieder zurück zu seinen filmemacherischen Wurzeln gehen wollte. Und tatsächlich hat er Spielereien und Spinnereien ohne Ende hineingepackt: Cocktail-mixende Klaviere, lustige Wolken-Gondeln, Aale aus dem Wasserhahn, merkwürdig designte Autos und generell eine Welt, die gleichzeitig hübsch retro und doch modern aussieht. Leider führt das alles zu nichts. Die zentrale Liebesgeschichte bleibt so uninteressant wie die Hauptfiguren, von denen wir nie erfahren, warum sie so sind wie sie sind. Sie sind egal, die Geschichte ist egal, und damit sind am Ende auch die surrealen Gimmicks egal, so nett sie auch gemacht sind. Man fühlt nicht mit, und das ist bei einer Liebesgeschichte natürlich fatal. Schade drum.

Mega Piranha von Eric Forsberg
Im Kino? Ja, und zwar im Friedrichshainer b-ware! Ladenkino. Dort drehten Oliver Kalkofe und Peter Rütten die Moderationen ihrer Tele-5-Trashreihe Die schlechtesten Filme aller Zeiten, und das Ladenkino feiert dies mit einem Public Viewing von jeder Ausgabe. Ein Berlinbesuch führte mich dorthin, als die Piranha-Trashgranate aus dem Hause Asylum gezeigt wurde, ein Scheißfilm in wirklich jeder Hinsicht. Schauspieler (Tiffany!), Dialoge, Skript, Effekte, alles fürchterlich und eigentlich ungenießbar. Allein zuhause halte ich solche Machwerke bestenfalls 10 Minuten lang aus. Mit einer 50-köpfigen Gruppe, die sich diesen Schrott gemeinsam halb fasziniert, halb erschrocken ansieht, macht es dagegen großen Spaß, so dass der oft bemühte Spruch “so bad it’s good” endlich einmal wahr wird.

VOM FESTPLATTENRECORDER:

[rec] von Jaume Balagueró und Paco Plaza
Billig produzierter Found-Footage-Horror aus Spanien, der enorm erfolgreich war und mehrere Sequels sowie ein US-Remake nach sich zog. Inhaltlich passiert hier wenig Bahnbrechendes und die ewige Wackelkamera nervt mindestens so sehr wie in allen anderen Filmen dieser Bauart auch. Und trotzdem funktioniert’s irgendwie – mir gefiel vor allem die räumliche Beschränkung auf ein einzelnes Mietshaus, aus dem es kein Entkommen gibt. Sein pessimistischer Ansatz (es gibt praktisch kaum eine Rettung, rundherum gibt’s nur Feinde und die Obrigkeit ist auch keine Hilfe) tut dem Film auch recht gut. Kann man also durchaus gucken, aber Fortsetzungen brauche ich dazu nicht mehr.

The Substance: Albert Hofmann’s LSD von Martin Witz
Doku über die Geschichte von LSD. Durchaus interessant, vor allem auch, weil LSD-Erfinder Hofmann kurz vor seinem Tod im Alter von 102 Jahren noch ausführlich selbst zu Wort kommt. Der Film wertet nicht, sondern gibt einen sachlichen Überblick über Entstehung und Anwendung der Psychodroge. Leider hatte Martin Witz an vielen Stellen den Drang, die Wirkung von LSD in Bilder zu übersetzen, so dass man hier viel zu oft wieder diese bunten Waber- und Kaleidoskop-Effekte zu sehen bekommt, die schon so viele Filme und TV-Sendungen über Musik und Kultur der späten Sechziger Jahre so schwer genießbar machen. Kann man sich ansehen, ein langer Artikel oder ein kurzes Sachbuch zum Thema wäre aber wohl genauso aufschlussreich.

Dreileben – Etwas Besseres als den Tod von Christian Petzold
Dreileben – Komm mir nicht nach von Dominik Graf
Dreileben – Eine Minute Dunkel von Christoph Hochhäusler
Das Dreierpack-Filmexperiment lief im Sommer 2011 an einem Abend in der ARD und schlummerte seitdem auf meinem Rekorder. Jetzt habe ich mir die Filme an einem Wochenende (einen pro Tag) angesehen. Die Idee hinter dem Projekt: Drei Regisseure erzählen davon, was sich rund um den Ausbruch eines Mädchenmörders aus der Psychiatrie ereignet – jeder auf seine Weise und aus unterschiedlichen Perspektiven. Jeder Film hat eigene Hauptfiguren, manche Figuren tauchen in zwei oder in allen drei Filmen auf. Im Vordergrund steht die Geschichte um den Ausbrecher nur im dritten Film (aber auch der ist eher kein klassischer Krimi). In den Beiträgen von Petzold und Graf dient sie nur als Hintergrund für ihre Geschichten, die zur gleichen Zeit spielen.

Am besten gefiel mir Etwas Besseres als den Tod von Christian Petzold, der von einer Liebesromanze zwischen einem Zivildienstleistenden und einer Einwanderertochter aus Osteuropa erzählt. Bei ihm geht es um Coming of Age, um das Leben in der tiefsten Provinz und die Sehnsucht nach der großen Welt. Gut gefilmt, ruhig und eindringlich erzählt und sehr gut geschauspielert.

Dominik Grafs Beitrag fand ich dagegen enttäuschend. Hier sehen wir eine Polizeipsychologin, die aus München an den Tatort, den fiktiven Ort Dreileben im Hinterland von Thüringen, gerufen wird. Sie schlüpft bei einem befreundeten Paar unter und dann wird geredet, geredet und geredet. Das fühlt sich an, als wäre man zu Gast auf einer Party, auf der man niemanden kennt. Es gibt zwar teuren Rotwein zu trinken, man muss aber den ganzen Abend anstrengenden Smalltalk zu Themen führen, die einen nicht interessieren, mit Leuten, die man nicht kennt und nicht mag. Schade, von Graf hätte ich mehr erwartet.

Der Abschluss von Hochhäusler konnte dann wieder halbwegs versöhnen. Hier steht tatsächlich der flüchtige Straftäter im Mittelpunkt. Er ist hier die Hauptfigur, nicht die Ermittler, wie das in den meisten Fernsehkrimis der Fall ist. Einige Leerstellen, die in den anderen beiden Filmen geblieben sind, werden hier geschlossen, so dass Eine Minute Dunkel tatsächlich als Abschluss der Trilogie zu sehen ist und als solcher funktioniert.

Als Gesamtheit ist das Experiment Dreileben kein ganz großer Triumph – jeder der drei Regisseure hat schon bessere Filme gemacht. Trotzdem ist es ein interessanter Versuch, der gerne mal wieder in ähnlicher Form aufgelegt werden kann. Es ist schon reizvoll, zu sehen, wie die Kulisse der waldreichen thüringischen Gegend von allen dreien ganz unterschiedlich in Szene gesetzt wird. Mal als fast märchenhaftes Idyll mit Abgründen (Petzold), mal als ganz klar verortete, miefige Kleinbürgerprovinz (Graf), mal als düsterer, gruselfilmartiger Hintergrund (Hochhäusler).

Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 03.11.2013 bis 09.11.2013

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  • Zu Besuch bei David James auf Island | 11 Freunde
    Tolle Insel, toller Typ, tolle Einstellung.

    In der Bar sitzt die ganze Mannschaft um einen langen Tisch. Ein Spieler bestellt ein Zwergwal-Kotelett. Hreidarsson besorgt Bier und Mojitos, während David James sich ein bisschen Kautabak reinschiebt und den jüngeren Spielern Geschichten erzählt.

  • Olympia 2022 München: Große Kartenumfrage zur Bewerbung – München – Süddeutsche.de
    Laut dieser – nicht repräsentativen – Online-Umfrage ist nur ein Drittel der Leute für eine Olympiabewerbung von München um die Winterspiele 2022. Morgen gibt es in der Stadt München, in Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden Bürgerentscheide. Nur wenn alle vier mit “Ja” enden, wird es eine weitere Olympiabewerbung geben. Ich darf nicht mitstimmen, weil ich ein paar Meter außerhalb der Münchner Stadtgrenze wohne, finde das System mit den vorgelagerten Bürgerentscheiden aber sehr gut und für solche Fragen gut geeignet. Eine Entscheidung für Ja oder Nein würde mir gar nicht so leicht fallen, aber im Zweifelsfall könnte man’s auch so machen: Man schaut sich die Logos der jeweiligen Unterstützer auf den Plakaten an und überlegt, wer einem da sympathischer ist.
  • ▶ the elegant gentleman’s guide to knife fighting – animations – YouTube
    Spaß mit berühmten Kunstwerken. Ich habe sehr gelacht.

Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 17.10.2013 bis 29.10.2013

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Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 25.09.2013 bis 14.10.2013

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Linkomat: Gesammeltes Zeug vom 14.09.2013 bis 19.09.2013

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  • Film Blog Group Hug: Die Filme des Sommers | Real Virtuality
    Alexander Matzkeit hatte sich Anfang des Jahres (als er noch anders hieß) mit der deutschen Film-Blogosphäre befasst, jetzt versucht er selbige mit einer neuen Aktion enger zusammenzubringen: Im “Film Blog Group Hug” stellt er diversen (Film-) Bloggern eine Frage, die von allen kurz und knapp beantwortet wird. Yours truly ist auch dabei.
  • Four Lions | ARTE
    Die wunderbare, saulustige englische Islamisten-Satire von Christopher Morris lief am Mittwoch bei arte, und zwar in der einzig sinnvollen Form – in der Originalfassung mit Untertiteln (synchronisiert wäre hier Unfug, und ohne Untertitel versteht man wohl nur die Hälfte oder weniger). In der Online-Mediathek “Arte +7″ ist der Film bis 25.9. zu sehen, danach dann nochmal am 8.10. um 1:15 Uhr im TV.

Es ist ein Kreuz

Das Nuf fragte sich neulich: “Es ist mir ein Rätsel. Wie treffen Menschen ihre Wahlentscheidung? Was bewegt sie?”
Gute Frage. Deshalb versuche ich sie mal für mich zu beantworten:

Es hat ja keinen Zweck. Je genauer man sich mit Wahlprogrammen, konkreten Zielen, tatsächlich Geleistetem und Nicht-Geleistetem und mit dem Personal beschäftigt, umso unwählbarer wird jede Partei. Jede. Wenn man lange genug überlegt (und das sollte man ja wohl auch tun vor einer Wahl!), findet man in jeder Partei relativ einfach einen Punkt, eine Aussage, eine Tat, eine Person, die diese Partei unwählbar macht. Bei manchen geht’s extrem schnell, bei anderen dauert’s länger.

Die Partei, die man von ganzem Herzen voll und ganz unterstützen kann, weil sie alles richtig gemacht hat, macht und machen wird, die die total richtigen Ideen für jedes Problem hat, sich genau für die gleichen Themen interessiert wie ich und bei der auch noch sämtliche Kandidatinnen und das Führungspersonal intelligent, eloquent, sympathisch und sexy sind: es gibt sie nicht, finden wir uns damit ab.

Durch Nichtwählen wird das gewiss nicht anders, also muss man halt durch und sich entscheiden, auch wenn man sich damit auch für Dinge mit-entscheidet, die man persönlich nicht möchte, oder für Menschen, die man persönlich nicht mag. Nach einzelnen Themen, Personen oder konkreten Programmpunkten zu wählen, funktioniert bei mir nicht. Weil sich immer sehr schnell Widersprüche finden. Ich muss nach dem großen Ganzen wählen: nach der grundsätzlichen Ausrichtung, dem allgemeinen Weltbild, dem Menschenbild, den groben Leitlinien. Welche Haltung haben die Partei (bzw. deren tonangebende Anführer) und ihre Kandidatinnen, wie stehen sie zum Umgang mit Menschen (solche mit und ohne Arbeit, mit und ohne deutschen Pass, mit und ohne Y-Chromosom), wie stehen sie zum Umgang mit der Welt an sich (Luft, Wasser, Tiere usw.)?

Nach diesen Fragen kristallisiert sich – zumindest bei mir – dann doch recht schnell heraus, wen ich wählen sollte. In meinem Fall wurde diese Tendenz sogar durch die gängigen Hilfetools (Wahl-O-Mat, Kandidatencheck von Abgeordnetenwatch, Wahl-Thesentest von sz.de und Supatopcheckerbunny) mehr oder weniger bestätigt. Ich weiß also, was ich wähle. Im Detail deckt sich dann noch lange nicht alles mit dem, was ich gerne hätte, es geht nicht ohne Bauchschmerzen, aber die ungefähre Richtung der Gewählten stimmt mit meiner ungefähren Richtung überein. Und damit treffe ich eine Wahlentscheidung, mit der ich zufrieden sein kann – unabhängig vom Ausgang der Wahl. Vielleicht ist das zu simpel gedacht, vielleicht auch naiv. Für mich funktioniert’s.